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Akrobatik und Geschwindigkeit Feurige Stunt-Show in GMHütte

Von Frank Muscheid


Georgsmarienhütte. Am Ende walzen an der Niedersachsenstraße „Hellboy“ und „Car Killer“ alles nieder, was nicht mehr für den Autohandel taugt. Asphalt statt Manege: Familie Traber hat mit ihrer Monstertruckshow am Sonntagnachmittag 300 Zuschauer auf einem Baumarktparkplatz mit Feuer, Geschwindigkeit und Stunts in ihren Bann geschlagen.

Was am Anfang noch als große Fläche erscheint, wird verdammt eng, wenn knallbunte BMW oder pfeilschnelle Hondas mit heulenden oder knatternden Motoren über den Asphalt jagen.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind die Trabers im Showgeschäft. Wie der Chef des Familienunternehmens Hans-Lutz Traber (62) erzählt, stehen seit 1967 die Pferdestärken im Mittelpunkt. Am schwierigsten sei der Stunt, „auf zwei Rädern zu fahren“. Spätestens bei der James-Bond-Musik fühlt man sich an einem brandheißen Filmset. Die Nummer geht auch synchron. Die Reifen berühren fast das Dach des Nachbarwagens.

Das Gleichgewichtsgefühl eines Hochseilartisten helfe dabei wenig, „das ist etwas völlig anderes“, sagt Hans-Lutz Traber. Doch auch die Autobalance beherrschen er und Sohn Johnny (35) in ihren BMW präzise. Vier freiwillige Mitfahrerinnen steigen mit etwas gemischten Gefühlen ein, eine davon ist Sarah Supe aus Hasbergen: „Es war cool, das hat Spaß gemacht“, sagt sie hinterher. „Zwischendurch hatte ich mal Angst, dass der Wagen umfällt.“ Ihre Schwester Lisa hat zugeschaut. „Ich finde das cool“, sagt sie zur Show.

Das Publikum ist altersmäßig so durchmischt wie die Traber-Familie, auch die jüngeren Zuschauer finden ihre PS-Helden. Johnny Traber Junior heizt mit sieben Jahren auf einem Quad über das Pflaster und schreckt auch vorm Sprung über seinen Vater nicht zurück. Louis (11) brettert mit einer 125er Kawasaki durch einen brennenden Reifen, Marcel (20) hängt sich auf das Dach eines Autos oder lässt sich auf der Motorhaube durch eine brennende Bretterwand katapultieren. Spektakulär ist auch Johnny Trabers Sprung auf der 450er Honda über acht Autos.

Nach der Pause knirscht das Blech. Marcel zeigt bei den Crash-Demonstrationen einen seitlichen Überschlag, Johnny bringt es mit mehr Tempo auf mehrere Saltos. Auch der Wagen, der auf dem Kofferraum steht, umgestoßen wird und über das Dach abrollt, zieht alle Blicke auf sich. Zum Schluss folgt der Totalschaden. Während einer Hochseiltournee in den USA von den „Helldrivern“ inspiriert, hat sich die Artisten-Familie Original-Monstertrucks besorgt, keine Umbauten. 1,50-Meter-Reifen, die an einer speziellen Hydraulikanlage gewechselt werden, V8-Motoren mit 560 und 380 PS, Allrad-Getriebe, Dreigangautomatik, separate Allrad-Lenkung, Hochleistungs-Stoßdämpfer – von den Crash-Cars ist nach der Begegnung mit den Monstern nicht viel übrig.

Am 23. Juni ist der Fuhrpark für eine neue Show in Bielefeld-Sieker übrigens wieder aufgestockt.