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Forum Artium: Bis 1000 Teilnehmer jährlich Musikalisches All-inclusive-Haus in GMHütte

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Georgsmarienhütte. Im 23. Jahr leitet Herbert Vieth inzwischen das Forum Artium am Kasinopark, das international einen Ruf als Studienzentrum für musische Bildung genießt. Jedes Jahr kommen zwischen 800 bis 1000 Teilnehmer zu den Meisterkursen in die Hüttenstadt. Jahresetat der Einrichtung: rund 500000 Euro, inclusive des „Musica Viva“-Festivals, das früher als „Tage alter Musik“ durchgeführt wurde. Der im April 60 Jahre alt gewordene Leiter: „Unsere Arbeit ist zwar vor Ort zum Teil wenig bekannt, aber wir haben einiges zu bieten.“

Die Fortbildungsstätte ist zuletzt zwischen die lokalpolitischen Fronten geraten. Hintergrund: Die Stadt unterstützt bis 2015 die Sanierung des denkmalgeschützten „Forum Artiums“-Hauses am Kasinopark, das seit 1988 Domizil des Vereins ist, mit insgesamt 100000 Euro, während GMHütter Vereine ohne solche Zuschüsse auskommen müssen. Vieth sieht die Diskussion gelassen: „Mit so etwas muss man in Wahlkampfzeiten leben. Da sind viele Halbwahrheiten verbreitet worden. Von den Kritikern ist auch niemand hier gewesen ist, um sich vor Ort zu informieren. Aber mit der Stichwahl um das Bürgermeisteramt hat sich dieses Thema auch wieder erledigt.“

Seine volle Konzentration gilt derzeit der Organisation und Durchführung der Kurse sowie der Vorbereitung der anstehenden Bauarbeiten. „Unser Standortvorteil ist, dass wir alles an einem Ort bieten“, erläutert Vieth das Konzept, mit dem Ex-Klöcknerhaus über ein All-inclusive-Angebot zu verfügen.

Im ganzen Haus sind gerade Flöten-Klänge zu vernehmen sind. Die 18 Teilnehmer werden von Fachdozenten unterrichtet, bekommen in der im Keller eingerichteten Küche ihre Verpflegung und übernachten in den im Oberschoss eingerichteten zehn Zimmern. Für den Forum-Artium-Leiter eine Rundum-Versorgung bis hin zum Konzertrahmen, was andere Veranstalter so nicht anbieten können – auch wenn die Übernachtungskapazität bei ausgebuchten Kursen nicht ausreicht. Dann werden zusätzlich Zimmer im benachbarten Heimathaus und in anderen Einrichtungen angemietet. Nicht ohne Stolz erklärt der Organisationsroutinier, dass um ein Drittel der Gäste aus dem Ausland komme und sich die Qualität des Angebots bis nach Taiwan, China, Japan und Korea verbreitet habe.

Bis Juni steht der Betrieb ganz im Zeichen des von zwei Vollzeit- und vier Teilzeitmitarbeitern gemanagten und abgewickelten Kursgeschäftes. Dann folgt das „Musica Viva“-Festival, ehe im Oktober wieder Kurse laufen. Alles auf hohem „Meister“-Niveau, denn das Forum Artium setzt auf namhafte Dozenten. Vieth, dessen Vater früher Kirchenmusiker der Alt-GMHütter Herz-Jesu-Gemeinde war: „Die Basisversorgung ist Aufgabe der Musikschule, während unsere fünf- bis zehntägigen Angebote sich an besonders begabte Schüler und Studenten sowie Profis richten.“ Qualität, die ihren Preis hat: Rund 300 Euro kosten im Schnitt die fünftägigen Kurse, die größtenteils ausgebucht sind. So hat der 60-Jährige in diesem Jahr auch noch kein freies Wochenende gehabt.

Im Laufe des Sommers beginnen die Sanierungsarbeiten. Der Haus-Leiter: „Nach mehr als 20 Jahren müssen wir dringend was tun.“ Am Dachstuhl sind Reparaturen erforderlich, der Erker muss saniert oder die marode Heizanlage zum Teil erneuert werden. Auch das Mauerwerk macht dem Hausherrn Sorge. Maßnahmen, die sich über Jahre hinziehen und deren Kosten nicht aus dem Betrieb zu erwirtschaften sind, zumal das Forum Artium ohne dauerhafte Förderung über die Runden kommen muss. Außerdem sind einige für den Kursbetrieb wichtige Instrumente in die Jahre gekommen. Vieth, der selber eine klassische Musikausbildung hat: „Der Flügel ist über 20 Jahre im Dauereinsatz.“ Geschätzte Kosten allein für diese Baustelle: rund 30000 Euro.

Was für andere wie Luxus anmutet, ist für das Forum Artium schlichtweg eine notwendige Investition. „Um unserem Fachpublikum die unbedingt notwendige Qualität bieten zu können, brauchen wir diese Standards“, macht Vieht deutlich. Er ist sicher, dass sich das Geld auszahlt: „Wir haben in Zukunft noch einiges am Standort vor.“


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