Vorstoß der Gesundheitsminister Corona-Impfung in der Apotheke? Das denkt die Inhaberin der Antonius Apotheke Holzhausen

Gegen Grippe kann man sich bereits in einigen niedersächsischen Apotheken impfen lassen. Womöglich sollen Apotheker auch bald gegen Corona impfen dürfen. (Symbolfoto)Gegen Grippe kann man sich bereits in einigen niedersächsischen Apotheken impfen lassen. Womöglich sollen Apotheker auch bald gegen Corona impfen dürfen. (Symbolfoto)
David Inderlied/dpa

Georgsmarienhütte . Die Gesundheitsminister der Länder wollen, dass bald auch in Apotheken gegen das Coronavirus geimpft wird. Evelyn Geiter von der Antonius Apotheke in Holzhausen findet diese Diskussion "bizarr".

"Wir haben tatsächlich in den Apotheken alle sehr viel zu tun – unter anderem damit, für unsere Ärzte genug Impfstoff zu bekommen", sagt die Evelyn Geiter, die auch Mitglied des Vorstands des niedersächsischen Landesapothekerverbands ist. 

Sicher doch: Wenn es soweit wäre, dann würde man auch das noch tun – wie so vieles andere in der Pandemie auch. "Aber derzeit fehlt hierfür ja die gesetzliche Grundlage." 

Tatsächlich muss der Bund erst die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, damit Apotheker oder auch Zahnärzte künftig in die Impfkampagne einsteigen dürfen. 

Einige Apotheker impfen bereits – gegen Grippe

In Niedersachsen ist man schon einen Schritt weiter als in anderen Bundesländern: Hier wird bereits geimpft – gegen Grippe. Erst vor wenigen Tagen lobte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) diese Modellprojekte. Man habe gute Erfahrungen mit Grippeschutzimpfungen in Apotheken gemacht, so die Ressortchefin. 

Diese Einschätzung teilt Evelyn Geiter nur bedingt: "Wenn es dazu kommen sollte, dass wir in Apotheken impfen, dann müssen die Schulungen vereinfacht werden." Die Schulungen zur Grippeschutzimpfung seien sehr umfangreich, und wenn es darum gehe, "das Ding schnell ans Laufen zu kriegen", müsse man hier anders vorgehen – oder vielleicht doch eher auf Zahnärzte oder Tierärzte setzen, was ja auch bereits diskutiert wird.

Zudem fragt sich die Apothekerin, wie sie derzeit noch neben dem Tagesgeschäft impfen soll: "Wir erhalten ja keine Einzelspritzen, sondern Fläschchen, die sechs oder 20 Impfungen enthalten." Sie habe die Sorge, regelmäßig wertvollen Impfstoff wegwerfen zu müssen, weil beispielsweise Impflinge nicht auftauchen. 

Ein Problem, das auch Ärzte kennen – doch in Arztpraxen gibt es noch ein Team, das vielleicht Kapazitäten hat, Patienten hinterher zu telefonieren. Für Apotheken ist das kaum zu leisten. Und doch: Sollte es so kommen, dass Apotheker impfen dürfen, dann werde man sich nicht dagegen sperren, meint Evelyn Geiter: "Aber erstmal müssen wir zusehen, dass wir ausreichend Impfstoff kriegen." 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN