Happy End im Flutgebiet Tränenreiche Übergabe: Malteser aus Georgsmarienhütte bringen Puppe "Rosi" zurück

Tränen der Freude: Große Emotionen bei allen, als "Rosi" in ihre Heimat zurückkehrt.Tränen der Freude: Große Emotionen bei allen, als "Rosi" in ihre Heimat zurückkehrt.
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Dernau/Georgsmarienhütte/Bonn. "Sie hat ständig wiederholt, wie sehr sie sich freut, dass Rosi wieder da ist", sagt Mutter Laura Ohlenhard über den Moment, als Hannah ihre Puppe wieder in den Händen hielt. Die Georgsmarienhütter Malteser haben für einen Lichtblick im Überschwemmungsgebiet in Dernau gesorgt.

Es ist drei Wochen her, dass Familie Ohlenhard aus Dernau zufällig auf die Fahndungsanzeige der Polizei Koblenz aufmerksam wurde: Eine Kinderpuppe ohne Besitzer wurde in Dernau, ihrem Heimatort, gefunden. Die Ohlenhards erkannten, dass es sich um "Rosi" handelt, die Puppe ihrer Tochter Hannah. Ausgerechnet am dritten Todestag von Hannahs Uroma, die ihr die Puppe vererbt hatte, entdeckten die Ohlenhards die Anzeige.

Zuvor hatte Michael Schulze von den Maltesern aus Georgsmarienhütte bei einem Hilfseinsatz in Dernau im Landkreis Ahrweiler die Puppe in Schlamm und Schutt gefunden. Er nahm sie mit nach Hause, reinigte sie und kontaktierte die Polizei. Sollte sich jemand wegen der Puppe melden, so wolle er sie persönlich übergeben. Die Polizei stellte den Kontakt zwischen Familie Ohlenhard und Michael Schulze her. Nun kam es am vergangenen Freitag zur Wiedervereinigung von "Rosi" und ihrer Puppen-Mama Hannah.

Michael Schulze
In diesem Zustand fanden die Malteser "Rosi" in Dernau.

"Rosi" kehrt zurück nach Hause

Freitagmorgen brachen die Malteser aus Georgsmarienhütte auf nach Dernau. Vor Ort warteten bereits die Eltern Laura und Christian Ohlenhard sowie einige Medienvertreter und Kamerateams. Die beiden Töchter der Ohlenhards waren in Dernau nicht dabei. "Sie sollten den Ort nicht so sehen", sagt Laura Ohlenhard. Gemeinsam mit den Maltesern besuchten sie noch die Fundstelle der Puppe sowie das zerstörte Haus der Familie.

Michael Schulze
"Rosi" blickt bei ihrer Rückkehr von oben auf das verwüstete Dernau herab.

Die Übergabe von "Rosi" an die Ohlenhards war emotional und tränenreich: Als das Ehepaar die Puppe endlich in den Armen hielt, habe es kein Halten mehr gegeben. "Die ganzen Emotionen mussten raus", erzählt Michael Schulze von den Maltesern.

Malteser Georgsmarienhütte
Die Malteser Ann-Catherine Scheiter und Michael Schulze übergeben Laura und Christian Ohlenhard die Puppe "Rosi".

Wiedervereinigung von "Rosi" und der kleinen Hannah

Familie Ohlenhard ist mittlerweile von Dernau nach Bonn gezogen. Also fuhren sie nachmittags zusammen mit den Maltesern aus Georgsmarienhütte in die Dienststelle der Malteser in Bonn. Mittlerweile waren auch die Töchter der Ohlenhards dabei. "Rosi" sollte schließlich ihrer Hannah übergeben werden. "Hannah und ihre Schwester waren zuerst sehr schüchtern", erzählt Laura Ohlenhard. Es seien viele Fremde, vor allem Kamerateams, vor Ort gewesen.

Malteser Georgsmarienhütte
Michael Schulze (Mitte) übergibt der kleinen Hannah ihre Puppe.

Alle Beteiligten hätten Freudentränen geweint. Da "Rosi" leider noch immer stark rieche, werde sie bei ihrer Familie in Bonn von nun an in einer Vitrine leben, erklärt die Mutter. "Rosi" habe immerhin auch genug erlebt für eine Puppe. Und: Der Hersteller hat Hannah sogar eine neue Puppe zukommen lassen. 

Familie Ohlenhard ist soweit wohlauf

"Wir sind soweit okay und fühlen uns relativ wohl in Bonn", erzählt Laura Ohlenhard. Ihre Töchter sind mittlerweile in einem Kindergarten in Bonn untergebracht. Der Kindergarten in Dernau muss abgerissen werden. "Wir helfen derzeit viel in Dernau. Auf längere Sicht möchten wir dorthin zurück, aber mit unseren kleinen Töchtern warten wir lieber noch, bis alles wieder besser ist", erklärt Laura Ohlenhard. Sie hoffe, dass anderen Betroffenen durch die Geschichte von "Rosi" neuer Mut gemacht wird: "Vielen Dank an alle Freiwilligen!"

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Rosi auf dem Lkw der Malteser in ihrer Uniform.

Während ihrer Zeit in Georgsmarienhütte war "Rosi" übrigens Mitglied bei den Maltesern. Noch am Tag vor ihrer Heimreise war sie im Dienst und hat die Kameraden der Malteser bis in die Nacht in ihrem Einsatz-Lkw begleitet. Außerdem war sie zu Besuch bei der Landrätin des Landkreises Osnabrück, Anna Kebschull. "Sie ist weit rumgekommen", bestätigt Michael Schulze.

Die Malteser um Schulze haben ein Spendenkonto für die Betroffenen der Flutkatastrophe eingerichtet. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Malteser. 


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