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Klosterkirche St. Johann GMHüttes bedeutendstes Denkmal

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<em>Eine Gemeinde, zwei Kirchen: </em>Nur wenige Meter trennen St. Johann und die erst 50 Jahre alte Marienkirche. Neben der ehemaligen Klosterkirche ist auch das Konventgebäude von 1723 ein Relikt aus klösterlichen Zeiten. Foto: Gert WestdörpEine Gemeinde, zwei Kirchen: Nur wenige Meter trennen St. Johann und die erst 50 Jahre alte Marienkirche. Neben der ehemaligen Klosterkirche ist auch das Konventgebäude von 1723 ein Relikt aus klösterlichen Zeiten. Foto: Gert Westdörp

Georgsmarienhütte. Das bedeutendste Baudenkmal der Stadt Georgsmarienhütte steht nicht in Oesede oder Alt-Georgsmarienhütte, sondern in Kloster Oesede.

Die Rede ist von der ehemaligen Klosterkirche St. Johann. Wer heute im Haller Willem Richtung Bielefeld fährt, kann einen Blick auf sie werfen. Denn die Bahnstrecke, in der rechten Bildecke oben zu sehen, führt südlich an ihr vorbei.

Im Westen wird der Kirchplatz vom 1723 errichteten Konventgebäude begrenzt, in dem heute unter anderem die Graf-Ludolf-Schule untergebracht ist. Im südlichen Windschatten der einschiffigen Kreuzkirche St. Johann steht die vor 50 Jahren geweihte Marienkirche, an die sich dann in U-Form der Kindergarten St. Marien anschließt.

Die mehr als 840 Jahre alte Kirche ist ein Relikt des im 12. Jahrhundert von Graf Ludolf von Oesede und seiner Frau Thedela gestifteten Klosters, das dem Ort seinen Namen gab. Das Benediktinerinnenkloster, in dem die unverheirateten Töchter des Grafen eine Heimstatt finden sollten, prägte über Jahrhunderte das Leben in dem Dorf.

Die Benediktinerinnen in Oesede widmeten sich unter anderem der Wohlfahrt und versorgten die armen Einwohner mit Nahrung. Möglicherweise gab es auch eine Leprastation in dem Kloster. Darauf weist ein Fund bei umfassenden Renovierungsarbeiten an der Kirche in den 80er-Jahren hin. Damals wurde an ihrer Nordseite ein Hagioskop freigelegt, eine Spalte in der Mauer, durch die Leprakranke und andere Ausgeschlossene zum Altar blicken konnten.

633 Jahre, von 1170 bis 1803, gab es das Kloster Oesede. Dann wurde es säkularisiert. Die Benediktinerinnen mussten das Kloster verlassen, das Inventar wurde verkauft. Die Klosterkirche wurde zur Gemeindekirche der Bauerschaft.

Nicht nur äußerlich ist der spätromanische Kirchenbau mit spätgotischen Veränderungen wertvoll, auch innen offenbart er großen Reichtum, etwa mit dem Gnadenbild „Maria im Kindbett“, dem Marienaltar oder einer Wandmalerei. Ursprünglich hatte die Kirche außerdem zwei Türme. Der südliche wurde im 19. Jahrhundert abgerissen.

Seit 1904 ist die heutige Kirchengemeinde St. Johann/St. Marien selbstständig. 40000 Taler mussten die Kloster Oeseder zahlen, um sich von der Gemeinde Oesede freizukaufen.

Die Kirche St. Marien wurde erst später gebaut: Als in den 50er-Jahren der Platz in der Johanniskirche eng wurde, wollte die Gemeinde ihr Gotteshaus eigentlich vergrößern. Diesem Plan stand aber der Denkmalschutz entgegen.

Deshalb wurde eine weitere Kirche im Süden gebaut. Die lang gestreckte Marienkirche lässt mit ihrem eher flachen Dach und dem kleinen Turm den Blick auf St. Johann frei.

Dieses Motiv ist in den Osnabrücker Geschäftsstellen der NOZ in Osnabrück (Große Straße und Breiter Gang) sowie in Georgsmarienhütte erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.


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