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224 Wohnungseinbrüche Polizei verstärkt präventive Einbruchsbekämpfung im Südkreis

Von Wolfgang Elbers | 02.06.2016, 22:42 Uhr

Die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche ist derzeit auch in der Region bei den Bürgern das große Thema.

Der Anstieg ist alarmierend und derzeit in allen Medien das große Thema: Inzwischen steigt im Schnitt alle drei Minuten irgendwo in Deutschland ein Dieb in ein Gebäude ein. Allein im Südkreis ist das bis Ende Mai 224 Mal der Fall gewesen, wobei es in rund der 40 Fälle beim Versuch geblieben ist. Am stärksten betroffen: GMHütte mit insgesamt 61 Fällen und Bad Iburg mit 51 Taten von Wohnungseinbrüchen (GMHütte 26/Bad Iburg 25) und schwerem Diebstahl in gewerblichen Immobilien (GMHütte 35/Bad Iburg 26). Auf das Konto von in der Jugendherberge untergebrachten Asylbewerber gingen 8 Taten, von den 5 über den Versuch nicht hinauskamen. Sinikka Hagen, Leiterin des Polizeikommissariats GMHütte: „Die Zahlen sind im Südkreis in den ersten fünf Monaten noch einmal gestiegen. Aber die Polizei schaut nicht tatenlos zu, sondern wir tun eine Menge, um Taten aufzuklären und über Schutzmöglichkeiten zu informieren.“

Zahl höher als im gesamten Vorjahr

Die Zahlen für die weiteren Südkreiskommunen von Anfang des Jahres bis Ende Mai: Hagen 13, Hasbergen 26, Hilter 9, Bad Laer 18, Bad Rothenfelde 22 und Dissen 15 registrierte Einbruchstrafttaten in Wohnungen und gewerbliche Objekte. Gesamtbilanz für den Südkreis-Bereich: 224 Taten. Das ist bereits mehr als im gesamten Vorjahr , als 194 Fälle registriert wurden.

GMHüttes Kommissariatsleiterin Sinikka Hagen: „Wir verfolgen die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen natürlich mit Sorge, da vor allem der Wohnungseinbruchsdiebstahl für die Opfer jeweils einen erheblichen Eingriff in den persönlichen Lebensbereich darstellt und gravierende Folgen für das persönliche Sicherheitsgefühl hat.“ Die Polizei tue einiges bei der Täterermittlung sowie im präventiven Bereich, um die Situation zu verbessern. Hagen: „Wir wollen bei dem Thema auch offen umgehen und mit Zahlen für Transparenz sorgen.“

Die Ermittlungsabläufe

So ist ein neues Konzept bei den Ermittlungsabläufen umgesetzt worden. Sinikka Hagen: „Wenn ein Einbruch angezeigt wird, ist zunächst die Streife vor Ort und nimmt den Sachverhalt auf. In diesem Zusammenhang verteilen die den Fall aufnehmenden Beamten auch Flyer im Wohnumfeld, um zum Beispiel Hinweise auf private Videoüberwachung, verdächtige Fahrzeuge oder zuletzt im Umfeld aufgefallene Personen zu erlangen.“

Zudem kommen in den meisten Fällen auch die Kriminaltechniker zu Einsatz, um Spurensuche und -Sicherung vorzunehmen. Außerdem sucht dann grundsätzlich noch der Sachbearbeiter den Geschädigten und dessen Wohnumfeld auf, um eventuell noch weitere Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen zu bekommen. Die Kommissariatsleiterin: „Zusätzlich ist auch unser Präventioner Wilfried Bury seit einiger Zeit noch enger in die präventive Einbruchbekämpfung einbezogen.“ Er sucht nach ihren Angaben die Bewohner der umliegenden Häuser auf, um diese für das Thema Einbruchschutz gezielt zu sensibilisieren. Die Polizei setzt hier darauf, dass aufgrund der unmittelbaren Betroffenheit im Umfeld auch die Bereitschaft groß ist, solche Tipps zum eigenen Verhalten aufzunehmen.

Präventionsschwerpunkt

Gezielte Präventionsarbeit ist seit Jahren in der Polizeiinspektion Osnabrück als auch im Polizeikommissariat GMHütte ein Schwerpunkt. Die Polizei hat zum Bereich technische Prävention für die Bürger eine Information zur Frage: „Was kann ich tun, um meine Wohnung/mein Haus zu sichern?“, herausgegeben, und Verhaltensprävention unter dem Titel: „Wie kann ich mich verhalten, um Einbrüche zu verhindern?“ oder „10 goldenen Regeln zum Einbruchschutz“veröffentlicht.

„Wir versuchen bei allen Gelegenheiten immer wieder, für das Thema Einbruchschutz zu sensibilisieren“, erläutert GMHütte Kommissariatsleiterin zur Polizei-Strategie. Eins werde durch die vielen Aktivitäten deutlich: „Das gemeinsam erarbeitete Konzept zeigt die hohe Sensibilität aller Polizeibeamtinnen und -beamten bei diesem Thema. Wir alle haben den Anspruch, Täter zu fangen, Taten zu verhindern, zu helfen, Wohnungen sicherer zu machen.“