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Verbindung vom Dütekreisel Namensdiskussion für neue Straße in Oesede: Mehrheit für Widerstandskämpfer Georg Elser

Von Wolfgang Elbers

<em>Heißt diese Verbindung </em>vom Dütekreisel zu Potthoffs Wiese demnächst Georg-Elser-Straße? Die Mehrheit im GMHütter Planungsausschuss will es so. Foto: LindemannHeißt diese Verbindung vom Dütekreisel zu Potthoffs Wiese demnächst Georg-Elser-Straße? Die Mehrheit im GMHütter Planungsausschuss will es so. Foto: Lindemann

Georgsmarienhütte. Die neue, Anfang Oktober für den Verkehr freigegebene Verbindung von der Glückaufstraße ins Zentrum von GMHütte-Oesede soll den Namen Georg-Elser-Straße bekommen. Dafür sprach sich mit knapper Mehrheit der Stadtplanungsausschuss aus.

Acht Namensvorschläge sind bei der GMHütter Verwaltung für die Anfang Oktober freigegebene Straße vom Kreisel an der Glückaufstraße über die neue Düte-Brücke zum Bereich der Parkplatzflächen und den Geschäften an der Straße Am Rathaus eingegangen. Die Beschlussvorlage für den Stadtplanungsausschuss sah vor, mit der Entscheidung über Neubenennungen für die durch die neue Verkehrsführung entstehenden Straßen und Plätze so lange zu warten, bis endgültig ein Erschließungs- und Gestaltungskonzept vorliegt. Das wurde von den Ausschussmitgliedern auch einstimmig mitgetragen – bis auf eine Ausnahme.

Die sieben Vertreter von SPD und Grünen setzten gegen die sechs CDU-Stimmen die Beschlussempfehlung durch, dass die neue Verbindung von der Glückaufstraße ins Zentrum den Namen Georg-Elser-Straße bekommen soll. SPD-Ratsmitglied Volker Beermann hatte zur Begründung deutlich gemacht: „Hier gibt es Handlungsbedarf, da die Straße bereits freigegeben ist und einen fixen Anfangs- und Endpunkt hat. Wir haben bereits Mitte Mai einen Antrag mit Vorschlägen für künftige Bezeichnungen der neu entstehenden Straßen und Plätze gestellt, dessen Behandlung aber mehrfach verschoben wurde. Nach fünf Monaten sollte aus unserer Sicht jetzt für diesen Bereich eine Entscheidung getroffen werden, da er abgeschlossen ist, während wir mit den weiteren Entscheidungen noch warten können.“

Diese Linie wurde auch von den beiden Grünen-Vertretern mitgetragen, für die der Fraktionsvorsitzende Thomas Korte deutlich machte: „Insgesamt ist es auch für uns sinnvoll, hier nicht im Schnellverfahren Entscheidungen zu treffen, sondern erst einmal das weitere Gestaltungskonzept abzuwarten. Aber den SPD-Vorschlag für eine Georg-Elser-Straße unterstützen wir.“

Von CDU-Seite gab es Unterstützung für die Verwaltungslinie. Es bestünden noch zu viele Fragezeichen hinsichtlich der künftigen Verkehrsführung und Nutzung. Deshalb mache es auch wenig Sinn, jetzt schon Festlegungen für Bezeichnungen zu treffen, sondern es sollte zunächst das weitere Verfahren für die Platzgestaltung abgewartet werden, dass möglicherweise auch noch einen Ideenwettbewerb beinhalte. Erst danach sei der richtige Zeitpunkt, um Namensfragen zu entscheiden. Doch hinsichtlich der bereits freigegebenen Straße fand diese Position keine Mehrheit.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann gab anschließend zu bedenken, dass es sinnvoll sei, bei den künftigen Bezeichnungen auch die Citygemeinschaft mit einzubeziehen: Wir müssen uns hier auch bewusst machen, dass die Einzelhandelsgeschäfte im Zentrum betroffen sind.“ Deshalb sei es angebracht, zielführende Namen zu wählen.

Georg Elser zählt zu den in der Öffentlichkeit nicht so bekannten Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime. Sein Anschlag auf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller im November 1939 schlug fehl, da Hitler seine Rede zu früh beendet hatte. Elser wurde Anfang April 1945 auf persönliche Anordnung von Hitler im Konzentrationslager Dachau ermordet. Mit dem Straßennamen werde eine Verbindung zum bereits bestehenden Widerstandsviertel hergestellt, hat die SPD in ihrem Antrag ausgeführt.

Weitere Vorschläge gab es von der KAB St. Peter und Paul (Nikolaus-Groß-Straße oder Bernhard-Lettermann-Straße in Erinnerung an zwei KAB-Verantwortliche, die von der Gestapo verhaftet und später hingerichtet wurden) sowie von der Piratenpartei (Bürgerpatt) und einer GMHütter Bürgerin, die Kirmesmarkt, Kirmescarrée beziehungsweise Rathausmarkt und Rathauscarrée vorgeschlagen hatte.

Das Thema wird nach dem Ausschuss, dessen Votum eine Beschlussempfehlung ist, jetzt Verwaltungsausschuss (VA) und Rat beschäftigen.