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Angebot der Caritas Rollator-Training in GMHütte: Sitztanz zu den Toten Hosen

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Georgsmarienhütte. Ganz schön wuselig ging es im Haus der Caritas-Sozialstation in Georgsmarienhütte zu. Hier fand erstmals ein Rollator-Training statt.

Mit dabei war auch Henriette Korte. Sie kam mit ihrem eigenen Rollator und hatte direkt noch etwas gelernt. Viele Rollatoren besitzen eine Ankipphilfe, die das Überfahren von Hindernissen erleichtert. Tritt man darauf, geht der Rollator vorne automatisch etwas hoch. „Da braucht man sich nicht so zu quälen“, stellte sie begeistert fest, während sie die neu entdeckte Funktion ihres Rollators ausprobierte und eifrig Hindernisse überfuhr.

Sie war nicht die einzige Rollator-Fahrerin, die zum Training gekommen war, auch einige Neugierige sowie potenzielle Käufer eines solchen Hilfsgerätes und Angehörige der Tester wollten verschiedene Rollatoren zur Probe fahren. Zunächst gab es eine theoretische Einweisung, danach ging es endlich an die Geräte.

Markus Sülmann vom Sanitätshaus Kormeyer hatte verschiedene Rollatoren mitgebracht, unter anderem ein Standard-Modell, dessen Kosten die Krankenkassen in der Regel komplett übernehmen. „Das ist der Opel unter den Rollatoren“, berichtete Sülmann, der auch noch einen faltbaren Leichtgewichtrollator der Marke Taima, den „BMW“ der Rollatoren, sowie einen „Ferrari“, den Aluminium-Kunststoff-Rollator Troja von Toppro, mitgebracht hatte. Bei diesen Oberklasse-Modellen gibt es übrigens auch Zubehörlisten, die durchaus mit denen von Oberklasselimousinen vergleichbar sind.

Gerd Mertens testete intensiv das Standard-Modell und den Taima-Rollator. Im Vergleich habe er schnell gemerkt, dass der Standard-Rollator nicht infrage komme, so Mertens. „Der Taima ist insgesamt leichter, und auch die Handhabung ist gefälliger“, berichtete Mertens, der auch über einen Kauf nachdachte. „Das wäre dann mein Jungfern-Modell“, erklärte er augenzwinkernd.

Katharina Lochter hingegen war mit ihrem Standard-Modell gut zufrieden. Die 96-Jährige rollt damit seit acht Jahren durch Georgsmarienhütte. Dementsprechend flink und sicher kurvte sie auf dem liebevoll von den Caritas-Mitarbeitern gestalteten Trainings-Parcours herum. „Ich wollte bloß mal gucken, was es Neues gibt“, so Lochter, die begeistert war, wie viele andere Tester gekommen waren. Das fand auch Anneliese Tepe und erklärte: „Das waren alles Unbekannte für mich.“ So war das Rollator-Training auch eine Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu machen. Die 93-jährige Tepe ist derzeit noch ohne Rollator unterwegs, testete trotzdem ausgiebig und hatte auch einen Favoriten ausgemacht: „Den Ferrari.“

Beim Training erhielten die Tester natürlich auch noch einige Tipps: Wichtig ist es beispielsweise, dass man den Rollator nicht wie einen Einkaufswagen vor sich herschiebt, sondern gerade geht. Außerdem muss die Höhe richtig eingestellt sein. Und ganz wichtig: Rollator-Fahrer dürfen nicht vergessen, die Bremse zu ziehen, bevor sie sich auf ihr Gefährt setzen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht.

Da man auch zum Schieben eines Rollators eine gewisse Kraft und Beweglichkeit braucht, lud Renate Frankenberg-Klostermann, die stellvertretende Pflegedienstleitung der Caritas-Sozialstation und Organisatorin des Trainings, abschließend noch zum Sitztanz ein. „Das Lied hat Heino auch gerade gecovert, wir sind also ganz aktuell“, erklärte sie, bevor der Song „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen erklang und die Rollator-Tester loslegten.


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