Aktuelle Projekte des Behindertenbeirats Stefan Beutler neuer Vorsitzender in GMHütte

Arbeiten für die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen: Birgit Gawol, Cordula Happe, Gerhard Renzel, Dagmar Bahlo, Stefan Beutler, Kerstin Stallkamp und Walter Poggemann.
Foto: Petra PieperArbeiten für die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen: Birgit Gawol, Cordula Happe, Gerhard Renzel, Dagmar Bahlo, Stefan Beutler, Kerstin Stallkamp und Walter Poggemann. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Stefan Beutler löst den bisherigen Vorsitzenden des Behinderbeirats (BBR) der Stadt Georgsmarienhütte, Walter Poggemann, ab.

Diese Veränderung und aktuelle Themen waren Gegenstand eines Pressegesprächs im Rathaus. Poggemann hatte anlässlich seines 80. Geburtstags auf eigenen Wunsch das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung gestellt, nachdem er seit der Gründung des BBR 2013 zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Beeinträchtigungen angestoßen und durchgesetzt hat. Dazu zählt insbesondere die Schaffung von Barrierefreiheit durch Bordsteinabsenkungen an insgesamt 93 Straßenkreuzungen oder Einmündungen im gesamten Stadtgebiet sowie die blindentechnische Ausrüstung der zentralen Kreuzung an der Peter-und-Paul-Kirche mit taktilen Leitelementen und akustischen Signalen. „Das ist jetzt geradezu eine Blindenautobahn“, freut sich der blinde stellvertretende Vorsitzende des BBR, Gerhard Renzel, über die Möglichkeit für Sehbehinderte und Blinde, eigenständig vom Zentrum zur Post oder zu den Bushaltestellen zu gelangen.

Auch zukünftig "Hand-in-Hand"

Der neue Vorsitzende Stefan Beutler dankte Poggemann für sein Engagement und für seine weiterhin zugesagte Unterstützung. Auch hoffe er, die bislang sehr gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Politik fortsetzen zu können, wandte sich Beutler an Fachbereichsleiterin Cordula Happe und Geschäftsstellenmitarbeiterin Kerstin Stallkamp sowie Bürgermeisterin Dagmar Bahlo, die ihm dies umgehend bestätigten. „Wir verdanken dem BBR durch seine praktischen Hinweise bei vielen öffentlichen Neubauten, bei Verkehrs- und Inklusionsprojekten eine gezieltere Wahrnehmung und Berücksichtigung der Belange von beeinträchtigten Menschen“, unterstrich Happe und gab der Zuversicht Ausdruck, dass dieses „Hand-in-Hand-Gehen“ auch bei künftigen Vorhaben funktioniere.

Aktuelle Themen im BBR sind derzeit die Begleitung von Baumaßnahmen an der L 95, der Kirchstraße, Auf der Nathe und am Eschweg sowie der Umbau des Rathauses. „Wir bereiten eine App vor, mit der sehbehinderte Personen zielgenau zum Rathauseingang gelenkt werden“, berichtete Renzel. Auch an der Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs für bewegungseingeschränkte Personen und am Nahverkehrsplan des Landkreises arbeitet der BBR mit.

Kurz vor der Verwirklichung steht ein betreutes Wohnprojekt, das Britta Gawol, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende des BBR, vorstellte. „Die Mutigen“ - sieben junge Erwachsene mit Handycap - treffen sich bereits seit sechs Jahren in Maries Hütte und wollen bald in eine gemeinsame, von der Stadt geförderte Wohnanlage an der Karlstraße einziehen. „Dieses Projekt wird es den jungen Leuten ermöglichen, selbstbestimmt und eigenständig zu leben, das müssen wir unterstützen“, unterstrich die Bürgermeisterin.

Parcours sorgt für Perspektivwechsel

Bereits fertiggestellt ist ein „Inklusions-Parcours“, der Nichtbetroffene durch verschiedene technische Mittel die Belastungen und Schwierigkeiten erleben lässt, denen Rollstuhlfahrer, Blinde, Seh- oder Hörbehinderte oder einfach alte Menschen ausgesetzt sind. Der Parcours ist von Schulen und anderen interessierten Institutionen ausleihbar. „Die Möglichkeit, derartige Beschwernisse am eigenen Leib nachzuempfinden, ist wichtig für gegenseitiges Verständnis“, betonte Dagmar Bahlo.

Weil so viele Menschen betroffen sind, möchte der BBR seine Bürgernähe weiter erhöhen, insbesondere durch die Nutzung moderner Medien. Die neugestaltete Homepage ist ab sofort unter www.behindertenbeirat-gmhuette.de zu erreichen, Mail kann unter folgender Adresse geschickt werden: behindertenbeirat@georgsmarienhuette.de. „Es wäre schön, wenn wir noch mehr Menschen für die Mitarbeit im BBR gewinnen können“, appellierte Beutler an interessierte Bürger. Die nächste öffentliche Sitzung des BBR findet am 11. November im Rathaus statt.


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