Schwimm, Joschi, schwimm! Planschen beim Hundebadetag im Waldbad Georgsmarienhütte

Achtung, alles aus dem Weg! Es nennt sich zwar Hundeschwimmen, aber auch die menschlichen Teilnehmer wurden nass, besonders dann wenn Bobtail Sally ihr Haar schüttelte. Foto: Carolin HlawatschAchtung, alles aus dem Weg! Es nennt sich zwar Hundeschwimmen, aber auch die menschlichen Teilnehmer wurden nass, besonders dann wenn Bobtail Sally ihr Haar schüttelte. Foto: Carolin Hlawatsch

Georgsmarienhütte. Fliegende Bälle, rufende Leute am Beckenrand und im Wasser Pfoten-Geplansch. Dieses Bild ergab sich am Sonntag beim vierten Hundebadetag im Waldbad Georgsmarienhütte.

Unter den Hunden waren sowohl „alte Hasen“, die derartige Hundeschwimmtage bereits aus den Vorjahren kannten und ohne zu zögern in das Nass sprinteten, als auch zurückhaltende Schwimmanfänger, die sich über die Treppe zum Kinderbecken vorsichtig heran tasteten. Zu letzteren gehörte Aussiedoodle (Mix Australian Shepherd und Pudel) Joschi. Seine Familie Schipper aus Georgsmarienhütte gab sich alle Mühe den kleinen, strubbeligen Kerl in das Wasser zu locken. Das gelang erst, als das geworfene Hundespielzeug langsam davon schwamm und vom Beckenrand nicht mehr mit der Pfote oder der Schnauze zu erhaschen war.

Etwas mutiger zeigte sich Bobtail Sally aus Osnabrück-Sutthausen. Sie hatte es als Hundebadetag-Anfängerin aber auch leichter, wurde sie doch von ihrer Freundin und Arbeitskollegin Labrador-Dame Maja begleitet. Die wasserfreudige Maja schwamm voran, Sally hinterher. Maja und Sally werden beide als Schulhund an der Grundschule in Sutthausen eingesetzt.

Aussiedoodle Joschi (Mix aus Australian Shepherd und Pudel) überlegt noch, ob er der Anweisung seines Herrchens folgen und in’s Wasser des Waldbads springen soll. Foto: Carolin Hlawatsch

Als wahrer Schwimm-Künstler präsentierte sich Golden Retriever Cooper. Ausdauernd drehte er seine runden im Waldbad und wagte sogar einen Sprung von der Brücke. Kein Wunder, sind doch Hunde dieser Rasse dafür bekannt, das Wasser zu lieben. Golden Retriever wurden ursprünglich für die Jagd gezüchtet. Ihre Hauptaufgabe dabei: Erlegte Vögel aus dem Wasser zu apportieren, sprich zum Jäger zu bringen (englisch: to retrieve). Cooper ist Familienhund statt Jagdgehilfe, aber wie das bei Hunden eben so ist, kommen urtypische Anlagen in entsprechenden Situationen doch mal zum Vorschein. Cooper stammt übrigens aus Kalifornien. Sein Herrchen Daniel Dreier studierte dort und nahm Cooper anschließend mit nach Georgsmarienhütte. 

Soll ich’s wirklich machen, oder lass ich’s lieber sein…scheint Golden Retriever Cooper zu denken, als er seinen Ball auf die Brücke zutreiben sieht. Herrchen Daniel Dreier aus Georgmarienhütte beobachtet gespannt wie sein Hund entscheiden wird. Foto: Carolin Hlawatsch

Neben Cooper, Sally und Joschi, besuchten noch rund 50 andere Vierbeiner den Hundebadetag. „Letztes Jahr waren doppelt so viele Hunde dabei“, stellte Wencke Bartels von der Rettungshundestaffel der DLRG Ortsgruppe Georgsmarienhütte fest. Die DLRG betreut das Waldbad ehrenamtlich, und das elfköpfige Team der Rettungshundestaffel hatte den Hundebadetag zum Ende der Freibadsaison 2016 ins Leben gerufen. (Weiterlesen: Nicht nur für Menschen: Warum Physiotherapie auch Hunden gut tut)

Trotz geringerer Besucherzahl zeigten sich die Veranstalter zufrieden mit dem diesjährigen Hundeschwimmen. Alles sei harmonisch abgelaufen und auch die Informations- und Verkaufsstände, die erstmalig zum Veranstaltungsangebot gehörten, seien gut angekommen. „Das werden wir im nächsten Jahr noch erweitern“, plant Wencke Bartels. „Und dann wird das Hunde-Event auch wieder an einem Sonntag statt finden, so wie in den ersten drei Jahren“. 

Wasser zum Planschen, eine Wiese zum Toben sowie Info- und Kaufstände rund um den Hund. Beim vierten Georgsmarienhütter Hundeschwimmen hatten sowohl die Vier- als auch die Zweibeiner Spaß. Foto: Carolin Hlawatsch

In mehreren Freibädern unserer Region werden inzwischen Hundeschwimmen zum Saison-Abschluss angeboten. Bei zahlreichen Hundehaltern hat sich das zu einem beliebten Programmpunkt im Jahreskalender entwickelt. Badegäste sind nicht mehr von im Wasser herum treibenden Hundehaaren betroffen, da es zum Herbst oder zu Beginn der neuen Freibadsaison sowieso ausgewechselt wird. (Weiterlesen: Anschaffung, Futter, Ausstattung: Was kostet ein Hund?)

Noch am Vortag des Hundeschwimmens nutzten ein paar Hartgesottene das Waldbad bei schon annähernd herbstlichen Außentemperaturen. „Rund 12.500 Badegäste zählten wir in dieser Saison. Das ist eine sehr gute Zahl, wenn auch etwas niedriger als im Rekordsommer 2018. Am besten besucht war das Waldbad im heißen Juni“, resümierte Stefanie Schröder, zweite Vorsitzende DLRG Georgsmarienhütte. 

Die Rampe erleichterte den Hunden den Ausstieg aus dem Nichtschwimmerbereich. Foto: Carolin Hlawatsch

Nächstes Hundeschwimmen in Bad Iburg

Am kommenden Sonntag, 15. September, findet von 11 bis 16 Uhr im Freibad Bad Iburg der nächste Hundebadetag der Region statt. Die Vierbeiner können dort im chlorfreien Wasser toben, und Geschick auf wackeligen Spielmatten zeigen. Eintritt kostet 50 Cent pro Pfote, 0 Cent pro Mensch. Ein gültiger Impfpass und Versicherungsausweis müssen am Eingang vorgelegt werden.

Fischen auf hündisch: Aussiedoodle Joschi hat schon einen ganz nassen Bart und feuchte Schlappohren vom Spielzeug aus dem Wasser angeln. Foto: Carolin Hlawatsch


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN