23. Mal: Lehrer waschen Autos Kollegium der Sophie Scholl-Schule trifft sich zum Großreinemachen

Hilke Vinke macht das „sonst nie, vielleicht wird es deshalb so gut“, sagt sie. Mit Elan, Sorgfalt und offenbar auch Vergnügen rückt sie Staub und Schmutz mit der Waschlanze zu Leibe.
Foto: Andreas WenkHilke Vinke macht das „sonst nie, vielleicht wird es deshalb so gut“, sagt sie. Mit Elan, Sorgfalt und offenbar auch Vergnügen rückt sie Staub und Schmutz mit der Waschlanze zu Leibe. Foto: Andreas Wenk

Georgsmarienhütte. Joachim und Lüdia Grindemann begeistert die Aktion „Lehrer waschen Autos“. Sie haben zwei Kinder an der Sophie-Scholl-Schule.

Am Freitagnachmittag fand das 23. Waschfest statt und es ist nur eines von vielen Projekten, das die Grindemanns überzeugt. Die Töchter Vannessa und Lara sind mitgekommen. Das Autowaschen wird zum Familienausflug. Klassenlehrer Marko Hirsch dreht zwar an diesem Nachmittag für den Jahresabschlussfilm. Er hat die Grindemanns aber längst im Blick und lässt es sich nicht nehmen, den Jeep der Familie selbst einzuseifen und abzuspülen. Schließlich sollen die Kinder die Lehrer auch einmal außerhalb des Unterrichts arbeiten sehen. 

Und das kommt an. Ob Apfelernte oder 3-Tagesausflug zum Selbstversorgungshaus, die Grindemanns sind voller Lob für das Engagement der Lehrer und des Fördervereins. Eines der Gründungsmitglieder ist Anneliese Stengel. Sie stellt ihre SB-Waschanlage im Oeseder Feld zur Verfügung. Lehrer, Eltern und ehemalige Schüler zahlen fünf Euro für die Wäsche. Der Erlös geht an den Förderverein. Für Stengel eine „Herzensangelegenheit“. Auch sie schwärmt von der Schule und freut sich, dass es dem Förderverein gelungen ist, viele tolle Aktionen wie das Filmfest zu unterstützen. Nicht ohne Stolz berichtet sie auch, dass sich die Lehrer im Förderverein engagieren.

Hirsch freut sich vor allem, dass alle mitziehen und sich niemand zu schade ist. Schließlich ist es eine „schöne Tradition“ und selbst fühlt er sich an der Schule offenbar auch wohl. Es sei ein „tolles Kollegium“, sagt er. Ob Hilke Vinke oder William Halm, beide fahren ihre Autos normalerweise durch die Waschanlage, aber für den guten Zweck stellen sie sich gerne in die Waschboxen und lassen sich von Eltern, Kindern und Kollegen bei waschechter Handarbeit zusehen. Und ist gerade einmal nicht so viel Publikumsverkehr, waschen die Lehrer ihre Autos untereinander wie Jörg Ritterbusch, der sich gerade den Wagen von Sandra Pöttering vorgenommen hat.

Gewaschen wird alles, was in die Boxen passt, vom Wohnmobil bis hin zum Bobycar, berichtet Stengel. Damit niemand weiterfährt und möglichst viel Geld für den Förderverein zusammenkommt, regelt sie den Verkehr. Bitte aufrücken und Gehweg freihalten lautet die Losung. Sie schätzt, dass in den vergangenen Jahren jeweils rund 70 Fahrzeuge an einem Waschfest gesäubert wurden. Als Ziel für diesen Tag hatten sich die Lehrer 100 Autos vorgenommen. Strahlender Sonnenschein und ein Kuchen- und Getränkestand der Schülergenossenschaft „Coole Schule“ lassen die Marke als erreichbar erscheinen. Überall stehen kleine Gruppen zusammen und unterhalten sich. Die Geselligkeit kommen also nicht zu kurz. Die Lehrer haben sich in zwei Schichten eingeteilt, aber Hirsch glaubt, das wäre gar nicht nötig gewesen, „die meisten, die jetzt schon da sind, bleiben ohnehin bis zum Schluss“, meint er. „Das macht denen viel Spaß“ hat auch Lüdia Grindemann beobachtet und fügt anerkennend hinzu, „und das alles in ihrer Freizeit.“


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