Probleme im Beruf drohen Alkohol am Steuer: Georgsmarienhütter zu Geldstrafe verurteilt

Ein Alkoholtest bei einem Mann. Foto: Uli Deck/dpaEin Alkoholtest bei einem Mann. Foto: Uli Deck/dpa

Georgsmarienhütte. Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte einen Mann aus Georgsmarienhütte wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr zu einer Geldstrafe von 1600 Euro. Der Angeklagte war im vergangenen April betrunken von der Kneipe nach Hause gefahren.

Vor Gericht zeigte sich der 38-Jährige umfassend geständig und reumütig. „Er hat eine Riesendummheit gemacht“, bestätigte sein Verteidiger. Am 26. April war der Mann spätabends mit mindestens 2,16 Promille in sein Auto gestiegen und von seiner Stammkneipe nach Hause gefahren. 

„Affekthandlung“

Der Anwalt beschrieb das Verhalten seines Mandanten als „Affekthandlung“. Der 38-Jährige bereite sich schon auf die Medizinisch Psychologische Untersuchung (MPU) vor, die unumgänglich für einen neuen Führerschein sei. Sein Mandant sei beruflich in der Kraftfahrzeugbranche tätig und daher dringend auf den Führerschein angewiesen. Daher gehe es insbesondere darum, die Frist einer Führerscheinsperre möglichst niedrig anzusetzen.

"Alkoholgewöhnung"

„Es ist keine Frage, dass sie Alkohol gewöhnt sein müssen“, meinte der Richter mit Blick auf den damaligen Pegel des Mannes. Menschen, die lediglich moderat Alkohol tränken, könnten bei einem derartigen Promillewert normalerweise keinen Finger mehr rühren, geschweige denn Auto fahren. 

Warnung

Aus den Akten referierte der Richter, was sich an dem fraglichen Abend abgespielt hatte: Gegen 22 Uhr 40 hatte ein Taxifahrer, der gegenüber der Kneipe in Georgsmarienhütte gestanden hatte, gesehen, wie zwei Männer aus der Gaststätte torkelten. Der Taxifahrer beobachtete, wie der Angeklagte sich hinter das Steuer seines Autos setzte. Obwohl der Zeuge den Mann angesprochen und gewarnt hatte, war der schließlich davongefahren. 

Konsequenzen

Der Taxifahrer verständigte die Polizei, die den 38-Jährigen wenig später bei sich zu Hause antraf. „ich weiß, was ich gemacht habe“, bedauerte der Angeklagte sein Verhalten. Seit dem Vorfall sei der Führerschein weg und er merke, wie gravierend die Auswirkungen auf sein berufliches und familiäres Leben seien. 

Erneute Prüfung

Da der Mann bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war und sich sowohl geständig als aus reuig gezeigt hatte, hielt das Gericht eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 40 Euro für die vorsätzliche Trunkenheitsfahrt für ausreichend. Die Führerscheinsperre wurde auf weitere vier Monate angesetzt. Da der Führerschein bereits am Tag des Geschehens beschlagnahmt worden war, kommt der Mann damit auf eine Sperrfrist von insgesamt acht Monaten. Doch die Sperre stehe sowieso erst einmal nur auf dem Papier, erklärte der Richter. Selbst wenn sie vorüber sei, müsse der Mann erst einmal die MPU erfolgreich bestehen, um erneut einen Führerschein machen zu können.


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