Hohe UV- und Hitzebelastung in der Freunde-Kita Eltern veranstalteten Sponsorenlauf für Sonnenschutz

Kein Vordach, kein Sonnensegel an der Südseite: Mit Geld aus einem Sponsorenlauf will der Elternbeirat der Freunde-Kita seinen Forderungen für Sonnenschutz Nachdruck verleihen. Foto: Petra PieperKein Vordach, kein Sonnensegel an der Südseite: Mit Geld aus einem Sponsorenlauf will der Elternbeirat der Freunde-Kita seinen Forderungen für Sonnenschutz Nachdruck verleihen. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Sarah Mönkedieck, Stefan Ballmann und die anderen Eltern aus dem Beirat der Freunde-Kita Auf der Nathe sind ungeduldig und machen das bei einem Pressetermin mit Bürgermeisterin Dagmar Bahlo auch deutlich: "Seit Jahren fehlt Sonnenschutz an den Gruppenräumen und auf dem Spielplatz der Kita."

Die relativ klein bemessenen Räume heizten sich schnell und dauerhaft auf, so dass selbst  bei 15 Grad Außentemperatur im Innenraum 25 Grad gemessen würden. An wirklichen heißen Sommertagen sei die Situation entsprechend schlimmer. „Wir sind da schon sehr erfinderisch geworden, haben Matratzen vor Fenster gestellt und Decken vor die Glastüren gehängt, um wenigstens die heftigste Sonnenstrahlung auszublenden“, berichtet Einrichtungsleiterin Petra Osing. Besonders stark betroffen seien die beiden nach Süden gelegenen Gruppenräume für die 43 Kindergartenkinder. Die vorhandenen leichten Rollos würden als Sonnenschutz nicht reichen. Auch auf dem Außengelände der 2014 bezogenen Kita finde man kaum Schatten – die Bäume seien einfach noch zu klein und das Sonnensegel über der Rutsche reiche nicht aus –an heißen Tagen müssten die Kinder um 10 Uhr wieder ins aufgeheizte Gebäude zurück.

Foto: Sarah Mönkedieck

Man habe das Thema schon mehrfach mit der entsprechenden Fachabteilung der Stadtverwaltung besprochen. „Aber es tut sich nichts“, klagen die Eltern. Deshalb hatten sie die Idee, mit einem Sponsorenlauf der Kinder einen Teil der erwarteten Kosten von 12 000 Euro selbst aufzubringen. Öffentlichkeitswirksam überreichten sie einen Scheck über 2650 Euro an den Kindergartenträger, die evangelische Kirchengemeinde König Christus. „Der Kirchenvorstand bedankt sich für das Elternengagement“, erklärte dessen Vorsitzender Dieter Selige, „wir unterstützen das Anliegen, denn gerade Kinder sind noch viel empfindlicher gegenüber Hitzeeinwirkungen und UV-Strahlung als Erwachsene.“ Angesichts der spürbaren Klimaveränderungen müsse man umdenken und nachbessern.

Foto: Sarah Mönkedieck

Auch Bürgermeisterin Dagmar Bahlo bestätigte, dass die gegenwärtige Situation unbefriedigend sei: „Ich kenne die Probleme bereits aus einer Ortsbesichtigung mit der Fraktion.“ Gleichwohl bat sie um Verständnis dafür, dass sie noch nicht mit einer Zusage aufwarten könne: „Ich bin erst seit zweieinhalb Monaten im Amt und muss mich in viele Themen und Probleme einarbeiten.“ Da in der Sonnenschutzfrage auch andere Kindergärten betroffen seien, lege sie Wert auf eine „gerechte Gleichbehandlung“ aller Kitas. Sie werde sich aber persönlich des Themas annehmen, versprach Bahlo den Eltern, die ihrerseits eine weitere Aufstockung des bereits eingeworbenen Beitrags zusagten: „Ein Drittel von den Eltern, ein Drittel vom Träger und ein Drittel vom Gebäudeeigentümer Stadt“ skizzierten sie die von ihnen favorisierte Lösung.

Das Treffen endete mit dem Vorschlag, das Thema in die Politik und möglichst bald auf die Tagesordnung des Bauausschusses zu bringen, damit bis zum nächsten Sommer ein ausreichender Sonnenschutz angebracht werden könnte.


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