Informationsveranstaltung in GMHütte Vorsorge, Testament, Erbschaft - kein angenehmes Thema aber ein wichtiges

Die Caritas Gemeinschaftsstiftung Osnabrück und die Buchhandlung Sedlmair luden zur Informationsveranstaltung "Vorsorgen und Vererben" ein. Rede und Antwort standen RA und Notar Carsten Canenbley, Moderator Ludger Abeln, Ludger Koopmann vom Betreuungsverein SKF sowie Stefan Ernst, Kundenberater der DKM für Stiftungen. Foto: Monika VollmerDie Caritas Gemeinschaftsstiftung Osnabrück und die Buchhandlung Sedlmair luden zur Informationsveranstaltung "Vorsorgen und Vererben" ein. Rede und Antwort standen RA und Notar Carsten Canenbley, Moderator Ludger Abeln, Ludger Koopmann vom Betreuungsverein SKF sowie Stefan Ernst, Kundenberater der DKM für Stiftungen. Foto: Monika Vollmer

Georgsmarienhütte. Die schwere Erkrankung, ein plötzliches Unfallkoma oder gar der eigene Tod – das alles sind Themen, die viele Menschen verdrängen. Doch genau das sollten sie nicht tun. Wie wichtig Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sein können, erfuhren die 80 Teilnehmer bei der Info-Veranstaltung „Vorsorgen und Vererben“ der Caritas Gemeinschaftsstiftung Osnabrück in der Buchhandlung Sedlmair in Georgsmarienhütte.

Frühzeit regeln

Bei Geld hört die Freundschaft auf – ganze Familien können zerbrechen, wenn um das Erbe gestritten wird, auch, wenn es sich nicht um großes Vermögen handelt. Wie sinnvoll es ist, schon frühzeitig seinen Nachlass zu regeln und worauf zu Lebzeiten, wenn man sich noch bester Gesundheit erfreut, zu achten ist, erklärten Ludgar Koopmann vom Betreuungsverein SKF Osnabrück, der Rechtsanwalt und Notar Carsten Canenbley sowie Stefan Ernst, Kundenberater der DKM für Stifter und Stiftungen.


Ludgar Abeln, ehemaliger NDR-Moderator, führte durch die Veranstaltung und brauchte den 80 Gästen die komplexen Fragestellungen zu den Themen Erbschaft und Testament in unterhaltsamer Form nahe. Foto: Monika Vollmer


Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Während eine Patientenverfügung ganz klare Anweisungen an die Ärzte enthalten sollte, wenn der Patient selbst seine Wünsche nicht mehr artikulieren kann, und den Angehörigen bei Entscheidungen über lebensverlängernde Maßnahmen oft eine große Last abnimmt, wird in einer Vorsorgevollmacht festgelegt, wer sich um Dinge wie Kontoführung, Pflege und ärztliche Versorgung kümmern soll, wenn man es alleine nicht mehr schafft. „Eine solche Vollmacht ist immer Vertrauenssache und sollte mit dem Bevollmächtigten abgesprochen sein, damit derjenige sich so um die Belange kümmert, wie man sich das vorstellt. Außerdem macht es Sinn, immer wieder auf die Vollmachten zu schauen, ob die Wünsche noch aktuell sind“, erklärte Koopmann.

Beide Schriftstücke seien schriftlich zu verfassen und mit Unterschrift und Datum zu versehen, müssen nicht zwingend notariell beglaubigt werden. „Bei einer notariellen Beurkundung beraten wir, prüfen die Rechtswirksamkeit und die Dokumente können bei dem Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert werden“, so Canenbley. 

Im Scheckkartenformat erhält der Mandant alle notwendigen Informationen zu seinen Vollmachten, die bei Bundesnotarkammer registriert sind. Foto: Monika Vollmer


Ein Testament machen

„Ein Großteil der Menschen besitzt nicht einmal ein Testament. Wir wollen da unverbindlich helfen und beraten“, betonte Ludger Abeln, Vorstandsmitglied der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück. Der ehemalige NDR- Moderator führte zwei Stunden durch die Veranstaltung in der es wichtige Tipps gab, welche Regelungen im Hinblick auf Altersvorsorge und im Falle einer Erkrankung getroffen werden sollten.

Wer sein Testament verfassen möchte, bräuchte lediglich Papier und Stift. Der letzte Wille muss handschriftlich, mit Unterschrift des Vor- und Nachnamens, Datum und Ort verfasst werden. Auch ein Testament kann widerrufen oder aktualisiert werden. Bei komplizierteren Testamentsformulierungen sollte allerdings besser ein Notar eingebunden werden. Und: Ein Testament nutzt nichts, wenn es nicht bekannt oder nicht auffindbar ist. 

Reimund Pohlmann, Inhaber von Sedlmair, sieht seine Buchhandlung auch als Ort der Information. „Ich freue mich, wenn unsere Kunden und die Menschen in Georgsmarienhütte und Umgebung die Gelegenheit bekommen, sich über diese wichtigen Dinge zu informieren.“ Die Teilnahme an der Veranstaltung war kostenlos und die Interessierten erfuhren nicht nur jede Menge über Erbe und Vermächtnis, Stiftung, Schenkung, Erbschaftssteuer sowie über Testament, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Sie lernten auch, dass im Idealfall jeder rechtzeitig nicht nur für das Leben nach seinem Tod, sondern auch für die Phase vor dem Tod seine Wünsche und Vorstellungen klar artikulieren sollte.


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