Bilder als Botschaft Wiki-Club zum Thema "Selfies"

Mäßig gute Idee: Ein Selfie auf Bahngleisen. Foto: Andreas Arnold/dpaMäßig gute Idee: Ein Selfie auf Bahngleisen. Foto: Andreas Arnold/dpa

Georgsmarienhütte. Handy raus, dann wahlweise freundlich lächeln oder debil grinsen. Und Klick, fertig ist das Selfie. Inzwischen haben auch Wissenschaftler die Selfies als Thema entdeckt.

Am Freitag, 24. Mai, geht es beim GMHütter Wiki-Club um die Selbstbildnisse. Ab 17.15 Uhr wird der Münsteraner Sprachforscher Dr. Nils Bahlo mit seinen jungen Zuhörern das Selfie-Phänomen ergründen. 

Bilder als Zeichen

Sprachforscher? Was haben denn solche Fotos mit Sprachwissenschaft zu tun? „Sprache hat ganz unterschiedliche Formen“, erläutert der 40-Jährige, „wir sprechen/kommunizieren durch Schallwellen, Schriftzeichen, Gestik, Mimik, Gebärden.“ Und eben auch durch Bilder. Die Linguistik interessiere sich immer für die Form und die Funktion eines sprachlichen Zeichens. „Deshalb interessieren wir uns auch für die Selfies.“ 

Dr. Nils Bahlo


Und wie ist Bahlo auf das Thema gekommen? „Ich hatte mal so eine Phase in der ich der Umwelt unbedingt mitteilen wollte, wo ich bin und was ich mache. Als ich mich dann anfing, mit meinem Mittagessen in der Mensa zu fotografieren, kam es mir komisch vor und ich fragte mich, was ich da eigentlich mache…“

Schon in der Renaissance...

Denn obwohl Selfies oft mit dem Aufkommen von Smartphones in Verbindung gebracht werden, ist das Prinzip nicht wirklich neu: Bereits in der Renaissance fanden Menschen daran Gefallen, sich selbst zu porträtieren. Und andere damit zu beeindrucken. Doch erst durch die Entwicklung moderner Fotoapparate und Handys, die Entwicklung des Internets sowie neuer Kommunikationsplattformen wie Facebook und Co. ist es nicht mehr nur Malern vorbehalten, die Welt mit Selfies zu beglücken.

Außerdem geht es in dem Wiki-Club um Fragen wie: Gibt es Regeln für das Verbreiten von Selfies? Und: Was sagen die Selfies über einen selbst aus? Oder: Wie sehen Selfies in Afrika aus? Natürlich können die Kinder auch Selfies mit Bahlo machen.

Wie wird man Germanist?

Aber wie wird man eigentlich Germanist? „Das war mehr oder weniger Zufall und ein riesiges Glück“, erzählt Bahlo: „Ich bin eigentlich Gymnasiallehrer in Berlin gewesen. Zu dem Zeitpunkt meines Abschlusses gab es in Berlin aber keine Dauerstellen. Ich begann an der FU-Berlin zu promovieren. Die WWU Münster bot mir noch während meiner Doktorandenzeit eine Stelle an, die dann mit Abschluss der Doktorarbeit in eine Beamtenstelle umgewandelt wurde.“

Aktuell forscht Bahlo über „latent rassistische Memes“, Bilder mit Text, die über Whatsapp verschickt werden. Die Textbilder, so Bahlo, verschleierten Rassismus humoristisch und machten ihn so salonfähig. „Sowas wie die Ethnowitze von früher, die auf Kosten anderer Ethnien uns zum Lachen über diese zwingen.“ Unter anderem hat er sich aber auch schon mit Jugendsprache und Gassi-Gesprächen zwischen Hundebesitzern beschäftigt.

Verwandt mit der Bürgermeisterin?

Dann bliebe eigentlich nur noch die eine Frage ob Nils Bahlo mit der neugewählten GMHütte Bürgermeisterin Dagmar Bahlo verwandt ist? Der Sprachforscher winkt ab. „Ich denke nicht, aber da es nicht so viele Bahlos auf der Welt gibt, sind Querverbindungen nicht auszuschließen.“ Aber: „Ich könnte ihr zumindest interessante Dinge über ihren Namen und den gemeinsamen Ursprung sagen.“ Und natürlich ein Selfie machen …

Für mehr Durchblick

Der Wiki-Club richtet sich an Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren und finden vier mal pro Jahr freitags um 17.15 Uhr im Saal Niedersachsen des Rathauses statt. Zwar ist die Teilnahme kostenlos, wer mitwissen möchte, muss sich aber im Vorfeld online, telefonisch oder über ein Teilnahmeformular anmelden. Mehr Infos dazu unter www.wiki-club.de sowie bei Jugendpflegerin Martina Möllenkamp unter 05401/ 850 – 249 oder unter martina.moellenkamp@georgsmarienhuette.de. Eltern können nicht an den Vorlesungen teilnehmen. Von jeder Wiki-Club-Vorlesung wird ein Videomitschnitt erstellt. Die DVDs gibt es im Bürgeramt des Rathauses für je 5 Euro.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN