Ergebnisse der Elternbefragung Zufriedenheit mit GMHütter Schulangebot, aber wenig Wissen zu IGS

Wie geht die IGS-Diskussion nach der durchgeführten Elternbefragung jetzt in GMHütte weiter. Diese Frage dürfte am Donnerstag in der Fachausschuss-Sitzung eine zentrale Rolle spielen. Foto: Archiv/Hildegard Wekenborg-PlackeWie geht die IGS-Diskussion nach der durchgeführten Elternbefragung jetzt in GMHütte weiter. Diese Frage dürfte am Donnerstag in der Fachausschuss-Sitzung eine zentrale Rolle spielen. Foto: Archiv/Hildegard Wekenborg-Placke

Georgsmarienhütte. Am Donnerstag diskutiert der Fachausschuss des Rates die Ergebnisse der GMHütter Elternbefragung. An der Zufriedenheits-Analyse zum bestehenden Schulangebot vor Ort haben sich rund 70 Prozent der Grundschuleltern sowie etwas mehr als zwei Drittel der Erziehungsberechtigten, deren Kinder eine Sek I-Schule besuchen, beteiligt.

Bei der Beratung der mehr als 90-seitigen Auswertung geht es jetzt unter anderem um die Frage, ob sich aus den Antworten die Notwendigkeit einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in der Hüttenstadt ableiten lässt. Im Frühjahr vergangenen Jahres hat die Stadt die Durchführung einer  Elternbefragung im Grundschulbereich zu einem IGS-Angebot beschlossen. Zuvor war vom Landkreis die Durchführung der im Schulgesetz vorgesehenen Elternbefragung zur Einrichtung einer IGS in GMHütte abgelehnt worden.  

Die Erhebung ist dann mit einer Zufriedenheitsanalyse zum bestehenden GMHütter Schulangebot bei Eltern und Schülern der Sekundarstufe eins verknüpft und von einer Lenkungsgruppe mit Vertretern aus Politik und Verwaltung vorbereitet worden.Das Ziel: Ein allgemeines Meinungs- beziehungsweise Stimmungsbild bei den Erziehungsberechtigten und den Sek I-Schülern zur Ergänzung des Schulangebots in der Hüttenstadt zu ermitteln. Rund 3450 Eltern und 2350 Schüler haben insgesamt einen Fragebogen erhalten.

Hohe Rücklaufquoten

Die Beteiligung: Neben den Eltern, bei den die Rücklaufquote insgesamt im Bereich der 70-Prozent-Markt liegt, sind bei dem von einer Professorin an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück zusammengestellten und von der Lenkungsgruppe verabschiedeten Fragebogen auch Schülern/Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn an Haupt- und Förderschule sowie Realschule und Gymnasium in der Hüttenstadt in den Fokus genommen worden. Auch hier ist die Beteiligungsquote hoch gewesen: Sie variiert zwischen 85 Prozent beim Gymnasium, rund 60 Prozent bei Real- und Sophie-Scholl-Hauptschule sowie knapp 40 Prozent bei der Comenius-Förderschule. 

Die Ergebnisse: 23 Seiten umfasst die Kurz-Zusammenfassung von Marina Granzwo zu der von ihr durchgeführten Erhebung. Die Langversion, die den Ratsmitgliedern Anfang der Woche zugegangen ist, zählt mehr als 90 Seiten. Die Ergebnisse sind am Ende nicht völlig überraschend gewesen. 

Grundschulbereich:  Knapp zwei Drittel der Grundschuleltern sind mit den Möglichkeiten der Wahl einer weiterführenden Schulen in GMHütte sehr zufrieden (26 Prozent) beziehungsweise zufrieden (41). Auf jedem fünften Fragebogen (21,6) ist hier eine neutrale Position eingenommen worden. Rund elf Prozent der Eltern sehen die vorhandenen Wahlmöglichkeiten kritisch und sind "weniger zufrieden" (8,4) oder "nicht zufrieden" (2,9). 

Für die Entscheidung, welche weiterführende Schule nach der vierten Klasse gewählt wird, sind die Klassengröße und der Austausch mit den Lehrern und Lehrerinnen, die Meinung des Kindes und das pädagogische Konzept sowie die elterliche und grundschulische Leistungseinschätzung am wichtigsten. Nicht entscheidend sind danach Aspekte, ob die Schule auf dem Weg zur Arbeit liegt, die konfessionelle Ausrichtung der Einrichtung oder ob die Eltern auch die Schule besucht haben. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, kein bis wenig Wissen über Gesamtschul-Angebote zu haben. 

Mehrheit lehnt "gemeinsames Lernen" ab

Ein verpflichtendes Ganztagsangebot wird von knapp zwei Drittel der befragten Eltern der Grundschüler als "nicht gut" eingestuft. Knapp 30 Prozent der Eltern finden die Schulstruktur mit Gymnasium sowie Real- und Hauptschule gut. Knapp um die 60 Prozent sprechen sich gegen "das gemeinsame Lernen" nach der Grundschule aus. 

Sek I-Bereich:  Hier sind rund drei Viertel der Eltern "zufrieden" (40,3 Prozent) oder "sehr zufrieden" mit 37,8) mit den angebotenen Schulwahlmöglichkeiten. Ähnlich ist das Bild hinsichtlich der vom eigenen Nachwuchs besuchten Schule: Hier sind ebenfalls 75 Prozent "zufrieden" (50,1) oder "sehr zufrieden". Alle Schulformen erreichen hier mehr als 70 Prozent; Spitzenreiter ist die Comeniusschule mit 80,4 (33,3 zufrieden, 47,1 sehr zufrieden).

Wie im Grundschulbereich ist bei der Entscheidung, welche weiterführende Schule nach der vierten Klasse gewählt wird, die eigene Meinung zur Schulform hinsichtlich Klassengröße und Leistung, die Einschätzung des Kindes und die "grundschulische Leistungseinschätzung" die wichtigsten Faktoren. Ein verpflichtendes Ganztagsangebot wird wie im Grundschul-Bereich von rund 66 Prozent als "nicht gut" beurteilt. 

Schüler: Vor allem ein Ort zum Lernen 

Nur jeder Fünfte befürwortet das "gemeinsame Lernen", zwei Drittel lehnen diesen Ansatz ab. Etwas weniger als die Hälfte der Eltern, deren Kinder vor Ort eine weiterführende Schule besuchen, haben erklärt, dass sie "kein bis wenig Wissen" zu IGS sowie anderen, in GMHütte nicht angebotenen Schulformen verfügen. 

Bei den Schülern und Schülerinnen erreichen Gymnasium und Realschule bei mehr als 75 Prozent ein "zufrieden" beziehungsweise "sehr zufrieden". Die Hauptschule liegt hier bei mehr als 60 Prozent. Die Comeniusschule kommt auf knapp die Hälfte. 

Für den Großteil der Schüler ist Schule "vor allem ein Ort zum Lernen" und ein Ort, an dem "man Freunde trifft". 

Zusammenfassung: Am Ende wird zu den Entscheidungsfaktoren zur Schulwahl noch einmal festgehalten: Die Eltern im Sek I-Bereich sind mehrheitlich mit der Schule ihres Kindes zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden und sprechen sich auch für das dreigliedrige Schulsystem aus. Bei den Eltern, die ihr  Kind auf eine weiterführende Schule außerhalb  GMHüttes schicken, äußern sich fast 40 Prozent  als weniger oder nicht zufrieden mit dem Angebot am Heimatort. 

Die Sitzung des Ausschusses für Kultur, Schule, Soziales, Jugend und Sport findet am Donnerstag in der Aula der Realschule statt. Beginn ist um 18 Uhr. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN