Opferstock aufgebrochen Bewährungsstrafe für Diebstahl in Kirche

Von Heiko Kluge

Weil er den Opferstock in der Heilig-Geist-Kirche aufgebrochen hat, musste sich ein 31-jähriger aus Georgsmarienhütte vor dem Amtsgericht Bad Iburg verantworten. Foto: Michael SchwagerWeil er den Opferstock in der Heilig-Geist-Kirche aufgebrochen hat, musste sich ein 31-jähriger aus Georgsmarienhütte vor dem Amtsgericht Bad Iburg verantworten. Foto: Michael Schwager

Georgsmarienhütte. Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte einen 31 Jahre alten Mann wegen schweren Diebstahls zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe. Der Angeklagte hatte den Opferstock in der Heilig Geist Kirche in Georgsmarienhütte aufgebrochen und das darin enthaltene Geld gestohlen.

Der aus Georgsmarienhütte stammende Mann zeigte sich vor dem Gericht umfassend geständig. „Ich bin heroinabhängig“, erklärte er den Hintergrund der Straftat. Zur fraglichen Zeit sei er nicht mehr im Substitutionsprogramm gewesen, sei wieder rückfällig geworden und habe Heroin konsumiert. 

Um an Geld für Drogen zu kommen, habe er am vergangenen 24. August mit einer Schere den Opferstock in der Heilig Geist Kirche an der Overbergstraße mit einer Schere aufgehebelt und das darin liegende Geld an sich genommen. Auf die Idee habe ihn ein Bekannter gebracht. Die Beute war allerdings übersichtlich: Es seien lediglich 26 Euro in dem Opferstock gewesen, so der 31-Jährige. Den Schaden, den der Angeklagte durch das Aufhebeln verursacht hatte, lag deutlich höher. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands schätze ihn auf fünf- bis sechshundert Euro.

Von Kameras gefilmt

Da der Opferstock in der Vergangenheit bereits zwei Mal aufgebrochen worden sei, habe die Gemeinde Überwachungskameras in der Kirche installiert. Auf dem Video war der Angeklagte dann deutlich zu erkennen. In dem Opferstock hätte ohne weiteres auch ein deutlich höherer Betrag sein können. „Als Konsequenz leeren wir ihn jetzt regelmäßig aus“, so der Zeuge. 

 Obwohl die Diebesbeute lediglich 26 Euro betragen hatte, kam der Staatsanwalt zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte sich eines schweren Diebstahls schuldig gemacht hatte, weil er auch damit rechnen konnte eine deutlich größere Summe abzugreifen. Mit der zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe machte das Amtsgericht sich den Strafantrag der Anklagebehörde zu eigen. Darüber hinaus bekam der 31-Jährige die Auflage, 500 Euro an die Kirchengemeinde zu zahlen, um den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. Die Bewährungszeit setzte das Gericht auf drei Jahre fest, während der auch ein Bewährungshelfer dem Mann zur Seite stehen soll.


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