Zeremonie in Georgsmarienhütte Feierliche Motorradsegnung zum Saisonstart

Von Rolf A. Habben

Die traditionelle Motorradsegnung zelebrierte Pastor Rainer Kloppenburg am Palmsonntag auf dem Vorplatz der Kirche Peter und Paul. Foto: Rolf HabbenDie traditionelle Motorradsegnung zelebrierte Pastor Rainer Kloppenburg am Palmsonntag auf dem Vorplatz der Kirche Peter und Paul. Foto: Rolf Habben

Georgsmarienhütte. Seit vielen Jahren findet traditionell zum Saisonstart am Palmsonntag die Motorradsegnung an der Kirche Peter und Paul in Oesede statt. Die Andacht hielt ebenso traditionell Pastor Rainer Kloppenburg von Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-Ost.

Zu hören waren die Feuerstühle mit ihrem sonoren Motorengeräusch schon vorher, ehe man ihrer im sonntäglich beschaulich Oeseder Ortskern angesichtig wurde. Nach und nach trafen rund fünfzig Biker in typischer Kluft mit ihren liebevoll herausgeputzten chromblitzenden Zweirädern auf dem Kirchplatz ein. Unter ihnen waren nicht wenige weibliche Fahrer auszumachen.

Blickfang waren unter anderem die schweren Modelle von Honda, Yamaha, BMW, Kawasaki, Suzuki und nicht zuletzt die legendäre Harley Davidson, seit dem Kino-streifen „Easy Rider“ mit Kultstatus geadelt. „Solche Schlitten fahren hauptsächlich ältere Fahrer, weil sie einfach zu teuer sind“ erzählt Johannes Hüpel, stolzer Besitzer einer Harley. Die habe ihn bereits vor über zehn Jahren rund 21.000 Euro gekostet.

Außergewöhnlichstes Zweirad war eine Maschine der Marke „Ural“ mit Beiwagen, gebaut in der ehemaligen Sowjetunion, wie das Logo am Tank mit „CCCP Stalin – Leninson“ zweifelsfrei auswies. Er wollte unbedingt ein Gespann erwerben, das für ihn auch erschwinglich sei, erzählt Thomas Buse vom Motorsportclub Osnabrück. „Die Maschine ist relativ robust, hat aber nur 34 PS und mit einem satten Leergewicht von 370 kg bringt sie lediglich 105 km/h Höchstgeschwindigkeit auf die Straße“.


Außergewöhnlichstes Zweirad war eine Maschine der Marke „Ural“ mit Beiwagen, gebaut in der ehemaligen Sowjetunion, Foto: Rolf Habben


Als „besonderen Gast“ hatte Pastor Kloppenburg für seine Kurzandacht einen Esel als Plüschtier auf seinem arrangierten Altar mitgebracht. Damit wolle er „symbolisch an den Einzug Jesu in Jerusalem vor 2000 Jahren am Palmsonntag auf einem Esel erinnern“, so der Geistliche. Aus dem Römerbrief des Apostel Paulus lesend, rief er die Biker dazu auf, die frohe Botschaft weiterzutragen und im Straßenverkehr vorzuleben.

Mahnende Worte fand Kloppenburg, indem er zur Rücksichtnahme im Straßenverkehr aufrief. „Die Straße gehört uns nicht allein“. Und auch Geduld und Gelassenheit gehöre zu den Tugenden der Motorradfahrer, wie er aus eigener Erfahrung durch Straßensperrung wegen einer Baustelle berichtete. Er habe einen Umweg nehmen müssen und dabei ganz neue Erfahrungen gemacht, „ansonsten hätte ich die Pfarrkirche in Remsede gar nicht wahrgenommen“. Im Anschluss segnete er die Zweiräder.

„Bislang haben wir bis dato immer im Anschluss hinter der Kirche an der Sakristei gegrillt und ein paar Getränke verkauft. Aufgrund der frostigen Wetterlage ist das Grillen diesmal allerdings abgesagt worden“, bedauert Organisator Markus Debbrecht. Deshalb begaben sich die Biker nach dem Singen „Von guten Mächten“ in geordneter Formation wieder auf die Reise.


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