Wasserrutschmeisterschaft in Oesede Mit High Speed die Rutsche runter

Die Deutsche Meisterin im Rennrutschen Kristin Schwarz stellte gleich mal einen neuen Bahnrekord auf. Foto: Thomas OsterfeldDie Deutsche Meisterin im Rennrutschen Kristin Schwarz stellte gleich mal einen neuen Bahnrekord auf. Foto: Thomas Osterfeld

Georgsmarienhütte. Im Panoramabad rutschten an diesem Wochenende die Teilnehmer der vierten GMHütter Wasserrutschmeisterschaft um die Wette. Aber wie kommt man die Röhre denn nun am schnellsten runter?

Lichter flackern in verschiedenen Farben auf, das Rauschen des Wassers hallt in der Röhre wieder, der leicht beißende Geruch von Chlor liegt in der Luft. Nach wenigen Sekunden bremst ein kleines Becken die Geschwindigkeit und der Spaß ist vorbei. 

Qualifikation für den Deutschland Cup

Was für andere zum entspannten Nachmittag im Schwimmbad einfach dazu gehört, bedeutet Wettkampfstimmung für Carsten Bücken, Gründer und Vorsitzender des Deutschen Rennrutsch Verbands (DRV). Er rutscht heute mit den anderen Teilnehmern in der Erwachsenen-Kategorie um die Wette. In den Klassen Kinder, Jugendliche und Erwachsene geht es heute um die Qualifikation zum Deutschland Cup.

Neben Bücken geht auch Kristin Schwarz an den Start. Sie ist die amtierende Deutsche Meisterin ihrer Klasse im Rennrutschen. Als sie bei ihrem ersten Durchlauf mit einer hohen Wasserfontäne ins Ziel gerast kommt, stellt sie gleich mal einen neuen Bahnrekord von 8,2 Sekunden auf. Ihr bester Probelauf auf der Georgsmarienhütter Rutsche lag davor bei 8,88 Sekunden. Sie wirkt zufrieden mit dieser Runde. 

Bei den hohen Geschwindigkeiten, auf die die Rutschenden hier kommen, kann es bei der Bremsung auch mal Hals über Kopf gehen. Foto: Thomas Osterfeld


Bücken hingegen sieht nach seinem ersten Durchlauf noch Raum zur Verbesserung. "Man muss halt aufpassen am Ende der Bahn. Da kann man schnell anfangen zu pendeln und das kostet Zeit", erklärt er eine der Tücken des Rennrutschens. Um möglichst schnell die enge Röhre herunter zu kommen, müsse man dagegen vor allem die Reibung zwischen dem eigenen Körper und der Bahn verringern, erklärt er. 

Haut zeigen für Bestzeiten

"Viele Jungs hier haben diese langen Badeshorts an. Das ist im Prinzip wie ein Bremsfallschirm", sagt er. Wer Bestzeiten aufstellen wolle, müsse also etwas mehr Haut zeigen. Zudem, so der Verbandsvorstand, komme es auf die Körperhaltung an. Dafür drückten Männer sich meist mit den Schultern und einer Ferse von der Bahn ab, um möglichst wenig bremsende Berührungsfläche zu schaffen. Frauen, erklärt Rutschprofi Schwarz, rutschen dagegen meist im Sitzen mit nach vorne gelehntem Oberkörper. "Bei uns liegt halt der Schwerpunkt woanders", so die Deutsche Meisterin. Am wichtigsten seien aber Spaß und Motivation.

Der Spaß kommt bei diesem ungewöhnlichen sportlichen Ereignis jedenfalls nicht zu kurz. Rund um das Bremsbecken stehen die großen und kleinen Teilnehmer und Fiebern mit. Alle schauen gebannt auf die Uhr, die die Rutschzeiten stoppt. Als alle mit dem ersten Durchgang fertig sind, klopft man sich gegenseitig auf die Schultern. Die erwachsenen Teilnehmer ziehen sich freundschaftlich auf: "Was war das denn für eine Kaffeefahrt", hallt es lachend durch den Raum. 

Dann heißt es tief durchatmen und bereit machen für die nächste der insgesamt drei Runden. Die eigenen Läufe werden analysiert, die Teilnehmer überlegen, was sie besser machen können, wo noch ein paar Millisekunden zu holen sind. Man ist ja schließlich nicht zum Spaß hier.


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