Eigentlich ist Ostern ganz anders Andrea Schwarz im Literarischen Jahreszeiten-Café Harderberg

Ursula Rolfes (links) und Ulla Märsch (rechts) als Gastgeber des Literarischen Cafés begrüßten die Buchautorin Andrea Schwarz.
Foto: Petra PieperUrsula Rolfes (links) und Ulla Märsch (rechts) als Gastgeber des Literarischen Cafés begrüßten die Buchautorin Andrea Schwarz. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Andrea Schwarz ist die wohl bekannteste und mit rund 50 veröffentlichten Büchern auch erfolgreichste christliche Autorin in Deutschland.

Auf Einladung von Ursula Rolfes und Ulla Märsch trug die Schriftstellerin in der Frühlingsausgabe des Jahreszeiten-Cafés der Harderberger Bücherei Gedanken und Reflexionen zum Thema Ostern vor, unter anderem aus ihrem Buch ‚Eigentlich ist Ostern ganz anders‘.

Zunächst räumte Schwarz, die auch als pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück tätig ist, mit oberflächlichen Auffassungen von Ostern auf: „Wer nur an den Osterhasen und bunte Eier, an Kirchenchor und ‚Hallelujah‘ denkt, hat etwas Grundlegendes nicht verstanden.“ Das höchste Fest der Christenheit lasse sich auch nicht auf „Klingeling“ und den „Eiermann“ reduzieren, wie sie es einmal bei einem österlichen Seniorentanz erleben musste, und es habe schon gar nichts mit der „Hochzeit von Jesus“ zu tun, wie in einer Umfrage immerhin drei Prozent der Befragten glaubten. Die Unkenntnis über die christliche Bedeutung des Festes nehme zu.

Schwarz sieht in dem biblischen Geschehen vom Kreuzestod Jesu und seiner Auferstehung die Aufforderung an die Menschen, ihrerseits aufzustehen, sich aus dem „Grab“, dem Dunkel ihrer Sorgen und festgefahrenen Gewohnheiten, zu erheben und etwas Neues zu wagen.

Wichtiges Kriterium: „Was macht mich lebendiger?“

Ostern sei das Fest der Entscheidung für das Leben: „Wenn einer im Dunkel der Nacht aufbricht, den Grenzübergang riskiert und dem Leben traut, dann ist Ostern.“ Es gehe um die „Verwandlung in mir und mit mir“. Es sei die Entscheidung jedes einzelnen, ob er „hier und jetzt“ auf(er)stehe, die Fesseln abwerfe und dem Ruf des Lebens folge.

Die Karfreitagsfinsternis gehöre unabdingbar zu Ostern dazu. „Ohne Tod keine Auferstehung“. Das Osterlicht leuchte nur dem, so der Theologe Karl Rahner, der zuvor die Dunkelheit angenommen und durchlitten habe. Viele kleine Tode - Krankheit und Sorgen, Ungerechtigkeit und Leid – gehörten zum Menschsein. Jeder habe irgendwann seinen eigenen Karfreitag und müsse mit dieser Realität zurechtkommen. Für Christen sei es tröstlich zu wissen, dass sie sich auf die Solidarität Gottes verlassen könnten.

Auch der Bedeutung des Gründonnerstags als „Kraftquelle“ und der österlichen Bußzeit widmete sich die Referentin. Die alte Bezeichnung „Fastenzeit“ habe in die Irre geleitet, so Schwarz, weil oft „Verzicht um des Verzichts willen“ gepredigt worden sei. Doch eigentlich müssten die 40 Tage vor Ostern ein „Trainingslager in Sachen Leben und Lebendigkeit“ sein, damit Dinge neu in Bewegung kommen, Strukturen nicht zu Zwängen und Gewohnheiten nicht zu Gefängnissen werden. „Es geht darum, das neu einzuüben, was mir in meinem Alltag dabei hilft, lebendig zu sein und lebendiger zu werden.“ Das könnten Spaziergänge bei jedem Wetter, Lektüre, Gebete, Träume oder das Aufräumen innen wie außen sein.


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