Wandertag zum Saisonstart Mehr als 350 Teilnehmer erobern den Harderberg

Jausenstation auf norddeutsch: Am Ehrenmal wartete ein Frühstücksbuffet mit familienfreundlichen Preisen auf die Wanderer. Foto: Andreas WenkJausenstation auf norddeutsch: Am Ehrenmal wartete ein Frühstücksbuffet mit familienfreundlichen Preisen auf die Wanderer. Foto: Andreas Wenk

Georgsmarienhütte. Mehr als 350 Naturfreunde haben sich am 33. Wandertag der Stadt Georgsmarienhütte beteiligt.


Essen und Trinken hält laut Volksmund Leib und Seele zusammen und der Chanty-Chor Osnabrück sorgte am Ende für Stimmung. Neben klassischen Shantys hatten Sängerinnen und Sänger zahlreiche Wanderlieder im Repertoire.


„Mit oder ohne“ ist die wohl am häufigsten gestellte Frage an diesem Vormittag. Das DRK-Heim in Oesede gleicht einem Laufsteg einer Outdoor-Messe. Der kühle Frühlingssonntag kann sich weder für Regen, noch für Sonne entscheiden. Die meisten Wanderer gehen deshalb auf Nummer sicher. Allein beim Schuhwerk entscheidet sich die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer dafür, auf schwere Stiefel zu verzichten. Sneaker und solide Sportschuhe tun es offenbar auch. Schließlich hat der Heimatverein Oesede für die Stadt Georgsmarienhütte die Laufstrecken ausgewählt. Nur die 15-km lange Halbtagestour ist nicht als barrierefrei ausgewiesen. Wem 4 oder 10 Kilometer als Frühsport reichen, ist auf komfortableren Wegen unterwegs. Die Familienroute führt nahezu direkt nach Norden, wer etwas besser zu Fuß ist, läuft hinter dem Hüttenwerk lang und dann erst nach Norden, vorbei am Rittergut Osthoff Richtung Harderberg, um sich dann nach Osten über einen Südschlenker dem Ehrenmal am Harderberg zu nähern. Die Aussicht an diesem trüben letzten Märztag ist trotz des wolkenverhangenen Himmels beeindruckend schön. Einer Ameisenkarawane gleich schlängeln sich kleinere Gruppen über die hügeligen Wege. Temperaturen um die sechs Grad laden nicht gerade zum Verweilen ein, doch warten hier oben an der Stempelstelle Biertische und ein Frühstückbuffet mit Kaffee und belegten Broten. Ein Angebot, das auf dankbare Abnehmer stößt.

Proviant für jede Tour

Zwar haben die meisten einen Rucksack dabei, so wie Lara-Sophie Denke und Mutter Ulrike. Aber nur wenige sind tourenmäßig ausgestattet. Den meisten genügen modische Handtaschen, die auf dem Rücken zu tragen sind. Auch Lara-Sophie und Ulrike gehen mit leichtem Gepäck. Mit geschnittenen Äpfeln, Wasser und ein paar Papiertüchern haben sie sich für die gröbsten Herausforderungen gewappnet. Lara-Sophie geht in die sechste Klasse des Gymnasiums in Oesede. Dennoch wollte sie auch an diesem Sonntag am Morgen früh aufstehen. Schließlich will sie bei den Erwachsenen eine der größeren Runden mitlaufen. Kai Möller geht mit „Omi Oma“, wie er seine Urgroßmutter Brigitte Schmutte nennt, eine Stunde später an den Start. Ihnen reicht die kleine 4-Kilometer-Tour, aber auch sie sind mit Apfel, Brötchen und etwas Wasser auf eine Pause vorbereitet. Und ab und zu ein Kaubonbon soll Kai bei Laune halten.

Gegen 11 Uhr treffen wir ihn wieder im DRK-Heim. Während der Shanty-Chor Osnabrück „Mein Vater war ein Wandersmann“ trällert, mümmelt Kai an seinem Apfelkuchen. Den hat ihm die Urgroßmutter Brigitte als Belohnung vom Kuchenbuffet spendiert. Der Saal ist brechend voll. Nach und nach trudeln auch die Wanderer von der 15-km-Strecke ein, pünktlich zur Gulaschsuppe. An den Tischen ist kaum noch Platz zu finden. Der eine oder andere hat sich bereits seine Wandernadel als Sticker und Trophäe an die Mütze geheftet. Die gab es gegen Einchecken von Elisabeth Herbst, der Geschäftsführerin des Heimatvereins Oesede, aber nur gegen einen Euro Aufschlag zum Startgeld. Deshalb ihre Frage an jeden Teilnehmer „Mit oder ohne?“ Bereits um 8 Uhr hatten sich 80 Wanderer angemeldet, um 9 Uhr waren es bereits 300 und mit ein paar Nachzüglern kamen am Ende 350 Teilnehmer zusammen, darunter einige Stammgäste wie Franz Thöle, der schon seit 20 Jahren beim Georgsmarienhütter Wandertag mitläuft. Als Hauptwanderwart im Wiehengebirgsverband ist er ein alter Bekannter, der die gute Organisation zu schätzen weiß. Warum so viele Leute ein Naturerlebnis mit so vielen andern teilen wollen, darauf hat Thöle eine klare Antwort: „Die Landschaft genießen und nette Leute treffen.“


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