Genauere Berechnung möglich Vorwarnzeit des GMHütter Hochwasser-Frühwarnsystems optimiert

Solche Bilder im Oeseder Zentrum sollen sich nach Möglichkeit nicht wiederholen, sondern das Frühwarnsystem Hausbesitzern einen Vorwarnzeitraum von zweieinhalb bis drei Stunden geben ermöglichen, um sich auf Hochwasserfolgen einzustellen. Foto: ArchivSolche Bilder im Oeseder Zentrum sollen sich nach Möglichkeit nicht wiederholen, sondern das Frühwarnsystem Hausbesitzern einen Vorwarnzeitraum von zweieinhalb bis drei Stunden geben ermöglichen, um sich auf Hochwasserfolgen einzustellen. Foto: Archiv

Georgsmarienhütte Die Vorhersagegenauigkeit des GMHütter Hochwasser-Frühwarmsystems ist noch einmal verbessert worden: Durch eine Verdoppelung der virtuellen Regenschreiber von fünf auf zehn Stellen kann das Rechenmodell die Wasserstände jetzt wesentlich genauer berechnen und die Vorwarnzeit erhöhen.

Am Montagabend ist im GMHütter Stadtplanungsausschuss der aktuelle Stand beim Frühwarnsystem durch die eingefügten Verbesserungen vorgestellt worden. Ziel sind eine noch bessere Vorhersagegenauigkeit und eine schnellere Alarmierung der betroffenen Bürger in den hochwassergefährdeten Bereichen der Düte und ihrer Nebengewässer.

Jetzt Vorlauf von bis zu drei Stunden

Hier gibt es eine gute Nachricht: Bisher ist aufgrund der dem System zugrunde liegenden rechnerischen Abflusspegel eine realitätsnahe Prognose der Wasserstände erst rund eine Stunde vor dem Hochwasserereignis möglich gewesen. Jetzt kann dieser Alarmierungsvorlauf auf zweieinhalb bis drei Stunden ausgeweitet werden. Fachbereichsleiter Torsten Dimek in der Ausschuss-Sitzung: „Das ist noch einmal eine deutliche Verbesserung für die von einer Hochwassergefahr betroffenen Hausbesitzer beziehungsweise Anlieger.“

Die Verbesserungen, die auch schon in Testläufen zu wesentlich genaueren Daten geführt haben, sind erzielt worden, da in die Berechnungsgrundlagen jetzt auch weitere relevante Punkte wie Bodenfeuchte, Bodenart und Geländeneigung einfließen. Selbst Verdunstungswerte werden berücksichtigt.

Dies führt neben der verdoppelten Zahl von virtuellen Regenschreibern dazu, dass für die einzelnen Bereiche wesentlich genauere Prognosen möglich sind. Außerdem erfolgt im Nachhinein ein Abgleich der vorhergesagten Regenmengen mit den realen Niederschlägen aufgrund der gemessenen Abflussmengen an den beiden Pegelmessstellen an der Brücke am Breenbach und der Kläranlage in Alt-GMHütte. Auf diese Weise kann das System noch genauer justiert werden.

Die Zeit für „präventive Maßnahmen“ erhöht sich dadurch von um die 60 Minuten auf zweieinhalb bis drei Stunden im optimalen Verlaufsfall. Fachbereichsleiter Dimek: „Die Modellvorhersage sowie die Bedeutung der Warnstufen wird für die Bürger auch insgesamt wesentlich verständlicher.“

System soll im Sommer einsatzbereit sein

Zwei Dinge müssen jetzt in den kommenden Wochen und Monaten noch erfolgen: Die Website muss an das neue Darstellungssystem angepasst werden und die der Alarmierungskette installiert werden. Letzteres umfasst die Einleitung des Einsatzplanes für die unterschiedlichen Warnstufen unter Einbindung von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Beides soll im Laufe des Sommers abgeschlossen werden.

Das Frühwarnsystem ist Teil des „Hochwasserschutzkonzeptes“, das für ein 100-jähriges Regenereignis ausgelegt ist. Die dritte Fortschreibung des Konzeptes hat der GMHütter Rat im Dezember 2018 beschlossen. Nachdem vier Maßnahmen bereits erfolgt sind, soll jetzt als nächstes das geplante Hochwasser-Rückhaltebecken im Stadtzentrum mit einem Kostenvolumen von rund zweieinhalb bis drei Millionen Euro (ohne Grunderwerb) realisiert werden – wenn es die erhofften Zuschüsse von bis 70 Prozent vom Land gibt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN