Gesprächsangebot in Oesede Wie Rolf-Thomas Schneider Existenzgründer berät

Berät zur beruflichen Existenzgründung: Rolf-Thomas Schneider. Foto: Stefan BuchholzBerät zur beruflichen Existenzgründung: Rolf-Thomas Schneider. Foto: Stefan Buchholz

Georgsmarienhütte. Wer in der Region Osnabrück ein eigenes Business aufbauen will oder damit schon angefangen hat – der hat vielleicht auch die Bekanntschaft mit Rolf-Thomas Schneider gemacht. Er berät, wenn es um die berufliche Selbstständigkeit gehen soll - so, wie jetzt in Oesede.

Lokaltermin im Oeseder Rathaus: Eine knappe Stunde bleibt, bevor der erste Gründer Rolf-Thomas Schneider gegenübersitzen und seine Idee von der eigenen Firma vorstellen wird. "Ideen-Check" nennt Schneider das bewährte Instrument. „Das, was sich abends vor dem Einschlafen als rosarotes Erfolgsidee-Filmchen abspult, kann in einem Erstgespräch daraufhin abgeklopft werden, was es braucht, um das Vorhaben tatsächlich umzusetzen“, beschreibt der Leiter des Gründerhauses.

Gründungsidee ohne Wertung

Wer zu Rolf-Thomas Schneider kommt und nur hören will, ob seine Idee zur beruflichen Selbstständigkeit gut oder schlecht ist und wo die geeigneten Fördermittel abzuzapfen sind, der ist an der falschen Adresse. Die Gründungsidee wird von Schneider und seinem Team grundsätzlich nicht bewertet. Den Beratern fehlen dazu  die Kenntnisse in der Vielfalt der Branchen. 

Stattdessen spielen sie den Ball an den Gründer zurück. „Nachdem die Idee formuliert ist, empfehlen wir immer eine Markterkundung, um herauszufinden, ob es genug Kunden gibt, die das Produkt oder die Dienstleistung in Anspruch nehmen. Das ist die Schlüsselgröße und dabei helfen wir mit Informationsveranstaltungen, Workshops und Materialien“, sagt Schneider.

Von der Markterkundung zum Businessplan

Die Ergebnisse der Markterkundung fließen am besten in einen sogenannten Businessplan ein, den Schneider und seine Kollegen allen Gründern ans Herz legen. Ist das Papier schlüssig zu Zielen und Umsatzerwartungen des geplanten Unternehmens, kann der künftige Selbstständige damit bei Banken und Fördermittelgebern vorstellig werden. „Beim Businessplan begleiten wir die Gründer“, sagt der 62 Jahre alte Schneider. Als gelernter Banker mit Erfahrungen in der Industriefinanzierung weiß er, was die Geldhäuser lesen wollen. „Das heißt natürlich nicht, dass wir geschönte Berichte abliefern.“

Fach- und Branchenkenntnisse

Den Weg ins Gründerhaus finden Männer wie Frauen gleichermaßen. Aber nicht jeder ist zum Unternehmer geeignet, weiß Schneider aus zwölfjähriger Erfahrung: „Ich muss etwas bewegen wollen und ein Ziel haben“, meint er. Kommunikativ und engagiert sollte man sein - und natürlich Fach- und Branchenkenntnisse mitbringen.

Von der Idee bis zur Umsetzung könne es ein halbes Jahr dauern, sagt Schneider. Die Entscheidung über Bankdarlehen oder Fördermittel kann dauern. Zeit braucht es zuvor, über die Markterkundung belastbare Zahlen zu ermitteln.

Instrument der Wirtschaftsförderung

Rund 600 Neukontakte haben Schneider und sein Team pro Jahr. Begleitet haben sie etwa das erfolgreiche Franchiseunternehmen Coffee-Bike. „Aber es geht gar nicht um sogenannte Highlight-Gründungen. Entscheidend ist, dass ein Unternehmen erfolgreich am Markt besteht.“ Das Gründerhaus, entstanden 2007, ist daher auch ein Instrument der Wirtschaftsförderung der Stadt und des Landkreises Osnabrück. Die Beratungsstelle mit Sitz im Osnabrücker Innovationscentrum bietet regelmäßige Termine in der Region an.


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