Seminar in Georgsmarienhütte Jugendliche bereiten sich auf Israel-Austausch vor

Jugendliche bereiten sich in Georgsmarienhütte auf den Austausch mit Israel vor. Foto: Swaantje HehmannJugendliche bereiten sich in Georgsmarienhütte auf den Austausch mit Israel vor. Foto: Swaantje Hehmann

Georgsmarienhütte. Im April bringt die Stadt Georgsmarienhütte eine Gruppe Jugendlicher nach Israel. Auf diesen Austausch wurde die Teilnehmer nun vorbereitet.

Jugendliche, die Barrieren durch Sprachen, Bräuche und Kulturen überbrücken und über Landesgrenzen hinweg noch lange Freunde bleiben, das gehört für Martina Möllenkamp zum Highlight der Jugendbegegnung mit Ramat Hasharon in Israel. Die Kernidee, Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenzubringen, werde jedenfalls erreicht, so die Organisatorin des Austauschs. 

Gegenbesuche 

Seit 1975 veranstaltet die Stadt Georgsmarienhütte den Austausch, 1995 übernahm Möllenkamp die Verantwortung für das Programm. Seit 2005 gibt es regelmäßige Gegenbesuche aus Israel. Zu Möllenkamps Aufgaben gehört auch die Vorbereitung der Teilnehmer auf die Reise durch ein Seminar im Voraus. 


Vortrag von Dr. Kay Peter Jankrift - Jugendliche bereiten sich auf Austausch mit Israel vor. Foto: Swaantje Hehmann


Dabei geht es nicht nur um kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Israel. Das Seminar behandelt unter anderem die verstärkte Militärpräsenz im Land. Diese sei für die Teilnehmer aber kein Grund zur Besorgnis. Durch ständigen Kontakt mit den zuständigen Sicherheitsbehörden sei die Unversehrtheit der Teilnehmer gewährleistet. Möllenkamp hatte den in Georgsmarienhütte geborenen Historiker Dr. Kay Peter Jankrift eingeladen, der unter anderem in Tel Aviv Semitische Philologie und Islamwissenschaft studiert hat. Er vermittelte den Jugendlichen mit seinem Vortrag Hintergrundinformationen zu ihrem Reiseziel.

Pessach

Das sehen die Jugendlichen ähnlich. Finn Leonhard ist zum ersten Mal dabei freut sich schon darauf, die Geschichte des Landes und Menschen aus einer anderen Kultur kennen zu lernen: "Vor allem aber auf das Pessach-Fest", sagt der 16-Jährige.

Dem stimmt auch Möllenkamp zu. Das Pessach Fest mit den jüdischen Familien verbringen zu dürfen, sei nicht selbstverständlich. Normalerweise, so die Organisatorin, sei dies ein Tag, den die Familien im Privaten verbringen. Dass die deutschen Jugendlichen daran teilhaben dürfen, sei also eine große Ehre.


Neben dem Familienfest ist außerdem eine Tour durch das ganze Land geplant. Dabei komme es aufgrund der politischen Konflikte im Land hin und wieder mal vor, dass sich Pläne kurzfristig ändern, so Möllenkamp. Insgesamt zeigte sich die Organisatorin aber optimistisch. 

"Wir haben über den Grenzstreit in der Vorbereitung auf die Reise gesprochen", erzählt Teilnehmerin Marlen Gausmann. Sie wisse um die erhöhte Militärpräsenz, besonders in den Grenzgebieten des Landes. Sorgen um die eigene Sicherheit mache sich die Schülerin deshalb aber nicht. 

So oder ähnlich wird es aussehen, wenn die Jugendlichen im April wieder Israel erkunden. Foto: Martina Möllenkamp


Möllenkamp blickt gerne zurück auf die Geschichte des Austauschs und erinnert sich an besondere Momente. Zum Beispiel daran, wie die Gruppe sich mit Großcousine von Anne Frank unterhalten durften. Diese einmaligen Gelegenheiten machten den Austausch für die Teilnehmer so besonders, so die Organisatorin.

"Da ist schon Unsicherheit am Anfang", schließlich sei im fremden Land vieles anders. Doch Möllenkamp erzählt auch von Freundschaften, die bis lange nach dem Austausch hielten. Manche Verbindungen hielten ein Leben lang. Bisher seien die Jugendlichen in jedem Jahr "am Ende hellauf begeistert."


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