Bei zwei Themen klare Unterschiede Diskussion der GMHütter Bürgermeister-Kandidaten zu Bildungsfragen

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Gruppenbild der vier Bürgermeisterkandidatinnen und -Kandidaten mit den beiden Moderatoren der GMHütter Bildungsgenossenschaft (GBG): Unser Foto zeigt (von links): GBG-Geschäftsführer Rainer Korte, Petra Funke (Grüne), Christoph Ruthemeyer (CDU), Jörg Welkener (Linke), Dagmar Bahlo (SPD) und GBB-Vorstand Christoph Höwekamp. Foto: André HavergoGruppenbild der vier Bürgermeisterkandidatinnen und -Kandidaten mit den beiden Moderatoren der GMHütter Bildungsgenossenschaft (GBG): Unser Foto zeigt (von links): GBG-Geschäftsführer Rainer Korte, Petra Funke (Grüne), Christoph Ruthemeyer (CDU), Jörg Welkener (Linke), Dagmar Bahlo (SPD) und GBB-Vorstand Christoph Höwekamp. Foto: André Havergo

Georgsmarienhütte Keine Langeweile ist beim zweiten Diskussionsabend der vier GMHütter Bürgermeisterkandidaten aufgekommen. Es hat auch hier wie schon vergangenen Donnerstag zwar letztlich viel Konsens und wenig inhaltliche Differenzen gegeben, aber beim Thema Gesamtschule und der Frage, ob im Grundschulbereich die Einrichtung von Schulbezirken sinnvoll ist, sind klare Unterschiede deutlich geworden.

So wird ein vorgegebener Zeitrahmen ganz selten eingehalten: Genau 90 Minuten sind vom Veranstalter der zweiten Diskussionsrunde der GMHütter Bürgermeisterkandidaten, der Bildungsgenossenschaft (BGB), für die drei thematischen Schwerpunkte Schullandschaft, Kita-Situation und „Berufliche Bildung“ angesetzt gewesen. Am Ende haben die Moderatoren, BGB-Vorstand Christoph Höwekamp und Geschäftsführer Rainer Korte, sogar noch zwei Minuten weniger gebraucht. Denn es ist im „High Speed“-Modus diskutiert worden.

Klares Zeit-Limit

Vier Minuten haben die Kandidaten Christoph Ruthemeyer (CDU), Dagmar Bahlo (SPD), Petra Funke (Grüne) und Jörg Welkener (Linke) jeweils für die allgemeinen Positions-Statements gehabt. Zwei beziehungsweise nur eine Minute betrug dann das Antwort-Limit bei ergänzenden Ausführungen sowie den Fragen aus dem Publikum. „Es wird heute nur um das Thema Bildung gehen“, hat der GBG-Geschäftsführer auch gleich bei der Begrüßung der rund 200 GMHütter im großen Rathaus-Saal deutlich gemacht.

Die Eingangsstatements: Hier hatte die Bildungsgenossenschaft den vier Bewerbern thematisch die Möglichkeiten kommunaler Bildungspolitik sowie die beiden Aspekte: „Wo wird der größte Handlungsbedarf gesehen?“, und: „Was ist Ihnen bei Bildung eine Herzensangelegenheit, die bis Ende der Wahlperiode 2026 umgesetzt sein soll“, vorgegeben.

CDU-Kandidat Christoph Ruthemeyer ging hier darauf ein, jedem Menschen die Chance auf die für ihn bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Er lobte dabei die vielfältigen Bildungsangebote in GMHütte, zu denen er neben Schulen und Kitas auch Stadtbibliothek, Maries Hütte oder die Villa Stahmer sowie die Kunstschule Paletti zählte: „Hier müssen wir sehen, was wir erweitern wollen.“ Eine gute Qualität hat für ihn das dreigliedrige Schulsystem mit Gymnasium, Real- und Hauptschule sowie der Comenius-Förderschule. „Hier geht es jetzt darum, die Schulen zum Beispiel für die Herausforderungen der Digitalisierung fit zu machen“, stellte der 54-jährige Holzhauser heraus.

Für Grünen-Bewerberin Petra Funke ist insbesondere ein ausreichendes Krippenangebot wichtig. Außerdem tritt sie für die Prüfung einer Sanierung und Reaktivierung des Drei-Freunde-Kindergartens ein, der sich aus ihrer Sicht als Standort für ein neues Konzept anbieten würde. Weiter für die 54-jährige Harderbergerin sinnvoll: Angesichts des geplanten großen Baugebiets Hempen entsprechende Krippen- und Schulplätze zu schaffen. . Bei der Frage einer Integrierten Gesamtschule (IGS) sollten jetzt erstmals die Ergebnisse der Zufriedenheitsbefragung abgewartet werden.

Der 55-jährige Jörg Welkener, der Wahlvorschlag der Linken ist, sieht grundsätzlich beim Thema Bildung zwischen den Kandidaten viel Übereinstimmung. Als Linker könne er aber an einer IGS „nicht dran vorbei“. Gleiches gilt für ihn hinsichtlich der Barrierefreiheit der Schulgebäude: „Das muss einfach Standard sein.“ Sein Motto ist grundsätzlich: „Bildung ist mehr als Wissen.“

Als letzte war dann SPD-Kandidatin Dagmar Bahlo beim „sehr komplexen Thema“ Bildung an der Reihe. Der weitere Krippenausbau und die Erweiterung der Öffnungszeiten sowie die Verbesserung des Ganztagsangebots sind für die 56-jährige Alt-GMHütterin von großer Wichtigkeit, da viele Frauen arbeiten wollten oder müssten. Bei der Schulstruktur will sie wieder für Stabilität und Ruhe sorgen, nachdem es hier zuletzt viel Unruhe durch die Gesamtschulfrage gegeben habe.

Die Schullandschaft: Hier stellte SPD-Bewerberin Bahlo zunächst fest, dass das dreigliederige Schulsystem „gute Arbeit leistet“. Ob es zu einer Elternbefragung zur IGS kommen wird, hänge von den Ergebnissen der gerade durchgeführten Zufriedenheitsanalyse ab, die demnächst vorgestellt würden: „Dann werden wir sehen, wie die Elterneinschätzung zum bestehenden Angebot ist.“ Aus ihrer Sicht ist es sinnvoll, falls es zu einer Entscheidung für eine IGS kommt, dann zu prüfen, ob Haupt- und Realschule dann weiter bestehen könnten. Bahlo ist dafür, falls möglich, diese Schulformen zu erhalten und die jetzige Schulstruktur durch eine Gesamtschule zu ergänzen.

Für ihren CDU-Konkurrenten Christoph Ruthemeyer ist wichtig, dass der Hauptschul-Standort an der Kirchstraße in Alt-GMHütte so gestaltet wird, dass dort auch die Schüler der Außenstelle in Kloster Oesede unterrichtet werden können. Das Angebot der Comenius-Förderschule soll am Leben erhalten und gestärkt werden. Die Realschule macht für ihn „einen guten Job“ ebenso wie die Hauptschule. Deshalb gebe es auch keine Notwendigkeit für eine Gesamtschule. Aber entscheidend sei der Elternwille.

Für Linke-Kandidat Jörg Welkener müssen die jetzigen Grundschul-Standorte weiter Bestand haben: „Kurze Wege für kleine Füße, ist hier schon lange unser Ansatz.“ Außerdem sollen die Schulen in einen möglichst perfekten Zustand versetzt werden: „Die Schule ist der Arbeitsplatz für Kinder, und wenn ich sehe, welchen Standard hier Büros heute haben, sollten wir auch bei den Schulen einiges tun und zum Beispiel die digitale Infrastruktur gewährleisten.“

Für Petra Funke (Grüne) ist ein Ziel, alle Grundschulen zu erhalten. Es werde durch die Baugebiete in jedem Fall mehr Schüler geben, was auch beim Raumprogramm des Michaelisschule-Neubaus durch eine mögliche Vierzügigkeit berücksichtigt werden müsste. Wichtig ist für sie auch der Erhalt des Förderschulangebots der Comeniusschule, die einen ESE-Schwerpunkt (Emotionale und soziale Entwicklung/ESE) bekommen könnte. Zur Zukunft der Realschule sei klar, dass es nicht genug Schüler gebe, um bei einem IGS-Angebot auch eine Realschule weiterzuführen.

Zusatzfragen: Dann brachten die beiden Moderatoren den Punkt Schulbezirke ins Spiel und die Frage, ob dies für die Stadt ein Weg sein könnte, den Zugang zu den Grundschulen zu steuern. Petra Funke sprach sich hier „durchaus“ für Schulbezirke aus. Das würde zwar auch zu Härtefällen führen, aber es sei letztlich nicht so schwierig, so etwas zu steuern. Dagmar Bahlo wies hier darauf hin, dass es schon einen Schulbezirk gebe, der den gesamten Stadtbereich umfasse. Dies habe sich bewährt und es gebe keine Notwendigkeit, etwas zu ändern.

Auch für Christoph Ruthemeyer bringen Schulbezirke „absolut nichts“. Den Eltern sollte weiter die Möglichkeit haben, ihre Kinder anzumelden, wo es für sie richtig sei. Dagegen hält Jörg Welkener Schulbezirke für eine „gute Möglichkeit“ der Steuerung.

Bei den Fragen aus dem Publikum ist dann die erforderliche Quote bei einer Elternbefragung zur IGS-Einführung thematisiert worden. Während hier Bahlo, Funke und Welkener eine Zustimmung von rund 35 Prozent für ein ergänzendes Angebot wohl als ausreichend ansehen, ist für Ruthemeyer bei dem Thema eine Mehrheit notwendig: „Das ist für mich wie bei der Bürgermeisterwahl, wo auch 50 Prozent plus eins gefordert sind.“

Kita-Situation: Beim Angebot der Krippenplätze sehen alle vier Handlungsbedarf. Der ist auch noch einmal durch die von der GBG präsentierten Zahlen deutlich geworden. Kreisweit wird bei den unter Dreijährigen der Krippen-Bedarf zu 28 Prozent abgedeckt. In GMHütte sind es 33 Prozent. Für alle Kandidaten ist hier ein weiterer schneller Ausbau beim Krippen-Angebot notwendig. Als gut bezeichneten sie die Trägerlandschaft der zehn Kitas in der Stadt. Die Notwendigkeit, für mehr Wettbewerb zu sorgen, wird nicht gesehen . Als gut bezeichneten alle die Trägerlandschaft der zehn Kitas in der Stadt. Die Notwendigkeit, hier für mehr Wettbewerb zu sorgen, wird nicht gesehen .

Berufliche Bildung: Hier werden das Engagement und die Kooperationen der Schulen mit Firmen in der Region, um den Schülern Einblicke in die Berufswelt zu geben und die Entscheidung für eine Ausbildung zu erleichtern, sehr positiv bewertet.

Nicht die letzte Bildungsveranstaltung

Die Schlussrunde: Es gab abschließend Übereinstimmung, dass GMHütte grundsätzlich über ein gutes Bildungsangebot verfügt und das Interesse der Bürger an diesem Thema groß sei, wie die Veranstaltung gezeigt habe.

Am Ende bekam die Bildungsgenossenschaft für den Themenabend, der nicht die letzte GBG-Veranstaltung bleiben dürfte, viel Beifall. „Möglicherweise haben wir ein Format gefunden, um häufiger Bildungsfragen in die Öffentlichkeit zu bringen“, freuten sich Christoph Höwekamp und Rainer Korte über die Resonanz.


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