Angekommen in der alten Heimat Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Gestern und Heute“ in GMHütte

Michael Goran

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Eröffnung der Wanderausstellung: (von links) LilliRogolowski, Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Projektleiter Jakob Fischer, Lilli Bischof, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Russen aus Deutschland und Bürgermeister Ansgar Pohlmann. Foto: Michael GoranEröffnung der Wanderausstellung: (von links) LilliRogolowski, Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Projektleiter Jakob Fischer, Lilli Bischof, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Russen aus Deutschland und Bürgermeister Ansgar Pohlmann. Foto: Michael Goran

Georgsmarienhütte. Mit heiteren Volksliedern, begann im Rathaus die Eröffnung der Wanderausstellung „Deutsche aus Russland – Gestern und Heute“. Auf 24 Stellwänden informiert diese über die Geschichte und erfolgreiche Integration der Deutschen aus Russland. Bürgermeister Ansgar Pohlmann würdigte das ehrenamtliche Engagement in der Sache.

„Wir sind eine Stadt, die sich den Anspruch stellt, mit der Migration kein Problem zu haben, weil wir diese seit Jahrzehnten aktiv leben. Wir nennen das Integration und das hat mit der Geschichte unserer Stadt zu tun. Eine Eisenhüttenstadt, in die Menschen seit 170 Jahren, und auch heute noch, ziehen“, erklärte Pohlmann.

Die Ausstellung wurde von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland entworfen und mit Mitteln des Bundesministeriums des Inneren und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ermöglicht. Als Ehrengäste waren Lilli Rogolowski, die Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe Osnabrück, und Lilli Bischof, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen, vor Ort und hoben die erfolgreiche Integration hervor: Wichtig sei, dass man als Volk wieder in der Heimat angekommen sei.

Auf Wunsch der Zarin

Jakob Fischer, Projektleiter der Wanderausstellung erinnerte an die Geschichte der Russlanddeutschen. Die begann mit Katharina der Großen, die vor gut 250 Jahren um Kolonisten warb, um die Landbesiedelung zu fördern. Dazu versprach die Zarin den neuen Siedlern beste Konditionen. Die freie Wahl des Wohnortes und die der Berufsausübung war garantiert. Ebenso Religionsfreiheit, Selbstverwaltung und die Freistellung vom Militärdienst. 100.000 Deutsche folgten dem Ruf und wanderten nach Russland aus. Sie gründeten knapp 3.500 Siedlungen, etwa an der Wolga, in der Ukraine oder auf der Krim. Erst nach einem Jahrhundert der Blüte wurden die Privilegien abgeschafft. 

Kriegsgegner

Im ersten Weltkrieg standen sich Deutschland und Russland als Kriegsgegner gegenüber. Unter den Leidtragenden gehörten auch die Russlanddeutschen, die als Feinde im Inneren und als Spione angesehen wurden. Nach der Oktoberrevolution folgten weitere Enteignungen und Verfolgungen. Stalin ließ über eine Million Russlanddeutsche deportieren. Eine Ausreise war damals undenkbar. Erst ab den 1950er Jahren besserten sich die Dinge. Familien fanden wieder zusammen und die Aussiedlung begann in den 70er Jahren.

Ein Anliegen der Ausstellung ist die Aufklärung über Vorurteile, die zur Verbesserung der Akzeptanz russlanddeutscher Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft beitragen soll.

Die Ausstellung kann bis zum 20. Februar im Eingangbereich und im ersten Obergeschoss des Georgsmarienhüttener Rathauses besucht werden. Der Eintritt ist frei.


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