Petra Funke sieht Diskussionsbedarf Wird Event-Zelt für Oeseder Kirmes Thema im Rat?

Mit Oktoberfest-Flair will ein Betreiber den Zelt-Standort auf der Oeseder Kirmes wiederbeleben. Der Verwaltungsausschuss hat aber ein Zelt-Comeback erst einmal abgelehnt. Unser Foto zeigt ein Oktoberfest-Zelt aus der Region. Foto: Symbolfoto/Archiv/André HavergoMit Oktoberfest-Flair will ein Betreiber den Zelt-Standort auf der Oeseder Kirmes wiederbeleben. Der Verwaltungsausschuss hat aber ein Zelt-Comeback erst einmal abgelehnt. Unser Foto zeigt ein Oktoberfest-Zelt aus der Region. Foto: Symbolfoto/Archiv/André Havergo

Georgsmarienhütte. Seit 2016 steht kein Festzelt mehr auf der Oeseder Kirmes, da der damalige Betreiber die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sah. Doch jetzt gibt es einen neuen Interessenten. Der nicht-öffentliche tagende Verwaltungsausschluss (VA) hat aber vergangene Woche beschlossen, bis 2023 auf ein solches Angebot zu verzichten. Grünen-Ratsmitglied Petra Funke sieht Diskussionsbedarf.

Das Thema hat Montagabend nicht auf der Rats-Tagesordnung gestanden, aber das könnte sich in der nächsten Sitzung ändern: Denn Grünen-Ratsfrau Petra Funke, die auch Bürgermeisterkandidatin ihrer Partei ist, will die Entscheidung, ob es wieder ein Festzelt auf der Oeseder Kirmes gibt, öffentlich diskutiert wissen und nicht von möglicherweise per Zufall zustande gekommenen Mehrheiten im Verwaltungsausschuss entscheiden lassen.

Patt im VA

Die 54-Jährige hat am Montag bei der Diskussion zum Punkt „Änderung der Marktordnung für Volksfeste, Spezial- und Jahrmärkte“ darauf hingewiesen, dass der VA für 2019 ein Festzelt auf der Oeseder Kirmes abgelehnt hat, obwohl es die Bewerbung eines Betreibers gibt. Der wohl nicht aus der Region kommende Interessent will mit einem modernen Event-Konzept, das unter anderem auf Oktoberfest-Ambiente setzt, den 2015 letztmals bespielten Zelt-Standort wieder beleben.

Im elfköpfigen VA hat es hier wohl ein Patt gegeben, da sich ein Vertreter enthalten hat, was Ablehnung bedeutet. Hätte es eine Stimmenmehrheit gegeben, sah der Verwaltungsvorschlag vor, noch einmal ein Interessenbekundungsverfahren unter lokalen Zeltbetreibern vorzunehmen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Der VA-Beschluss beinhaltet jetzt, dass bis 2023 kein großes Festzelt auf dem Kirmesplatz aufgestellt wird. Ratsfrau Petra Funke will das Thema, das eigentlich nicht in den Rat muss, jetzt zu dessen Angelegenheit machen und dort entscheiden lassen. Die Harderbergerin: „Mir geht es hier nur um ein öffentliches, für Bürger sichtbares Abstimmungsverhalten. Einem neuen Betreiber sollte wenigstens eine Chance gegeben werden.“

SPD/FDP begrüßt Zelt-Comeback

Ihre Hoffnung ist vor allem, dass jüngere Ratsmitglieder, insbesondere auch aus CDU, sich für das Aufstellen eines Zeltes aussprechen. Funke: „Ich werde jedenfalls von ganz vielen jungen Leuten angesprochen, die das Zelt wiederhaben möchten. Gerade für junge Leute wird aus meiner Sicht einfach zu wenig angeboten.“

Wie aus Ratskreisen am Montag zu vernehmen gewesen ist, wird ein Zelt-Comeback von der SPD/FDP-Gruppe begrüßt, während es bei der CDU-Fraktion Vorbehalte gegen diese Pläne geben soll.

Der frühestmögliche Termin für eine Behandlung des Themas im Rat ist nach dem Sitzungskalender Anfang April. Dann steht auch schon im Fall einer notwendigen Stichwahl fest, wer ab Juni Nachfolger oder Nachfolgerin vom Bürgermeister Ansgar Pohlmann wird.

Der bisherige Zelt-Standort ist zuletzt als Fläche für das „Scheibenwischer“-Fahrgeschäft, einen unter der Regie des „Hütte rockt“-Vereins betriebenen Getränkestandes sowie als Abstellmöglichkeit für Wohnwagen der Schausteller genutzt worden. Da könnte ein Eventzelt mit einem entsprechenden Programm während der vier „Oeseder Kirmes“-Tage eine größere Attraktivität bieten.

Doch im Rathaus sowie bei Polizei, Sicherheitsdienst, DRK und Schaustellerverband gibt es wohl Sicherheitsbedenken gegen eine solche Lösung. Denn mit dem Wegfall des Festzelts ist ab 2016 die Zahl der Einsätze und notwendigen Hilfeleistungen „signifikant“ zurückgegangen. Statt das bis drei Uhr nachts noch abgefeiert und Alkohol konsumiert wird, ist seither gegen 1.30 Uhr auf dem Kirmesgelände Schluss.

Dies hat auch weniger Einsatzstunden der Polizei während der Kirmestage zur Folge, da sich zuvor die meisten Vorfälle zwischen Mitternacht und Zeltschluss um drei Uhr ereignet haben. Auch sei es zuletzt nicht mehr zu nächtlichem Vandalismus an Fahrgeschäften, Ständen oder Wohnwagen gekommen.

Jetzt könnte die Zeltfrage noch einmal neu diskutiert werden. Petra Funke: „Es wird von der Verwaltung letztlich ,nur‘ die Sicherheit als Ablehnungsgrund angeführt. Ich frage mich, wie andere Kommunen – zum Beispiel Hagen – das hinbekommen.“


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