Grüne gegen Aufnahme ins Jagdrecht Wanderwölfe auf der Durchreise?

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Wolf in Bad Laer. Foto: NWM-TVWolf in Bad Laer. Foto: NWM-TV

Georgsmarienhütte/Glandorf/Bad Laer Trotz Sichtungen von Wölfen rechnet Wolf Göpfert nicht damit, dass sich ein Rudel im Osnabrücker Land ansiedelt. Der vom niedersächsischen Umweltministerium berufene Wolfsberater sprach jetzt auf Einladung der GMHütter Grünen.

Durchläufer: Die hiesige Besiedlungsstruktur böte Wölfen vermutlich keine Grundlage für einen längeren Aufenthalt, erläuterte Göpfert, der auch aktiver Jäger ist. Bei den gesichteten Tieren handele es sich vermutlich um durchlaufende Wölfe: Meistens, so der Experte, seien es Jungtiere, die aus ihrem Rudel ausgeschieden seien. In einer Nacht könnten sie leicht 90 Kilometer zurücklegen.

Wolfsrouten: Meistens werde von Wanderwölfen die gleiche Route genommen, eine führe über Ostercappeln, Vehrte, GMHütte und Dissen. Sie kämen aus dem Bereich Diepholz, um Futter wie Rehe und Damwild zu holen. Nur dem männlichen und weiblichen Alphatier eines Rudels sei die Fortpflanzung erlaubt. „Derzeit leben rund 200 Wölfe in Niedersachsen, vermutlich werden der Verbreitung früher oder später natürliche Grenzen gesetzt“, erklärte Wolf Göpfert.

DNA-Analyse: „Auf entsprechende Hinweise fahren wir raus, um festzustellen, ob es sich um den speziellen Tötungsbiss eines Wolfes handelt“, berichtete Göpfert. Eine Probe werde zur DNA-Analyse an das Senckenberg-Institut in Hannover geschickt, um festzustellen, ob es sich um einen Wolf oder ein anderen Verursacher handele, beispielsweise einen Hund, was mehrfach vorgekommen sei.

Zäune bieten kaum Schutz: Einen vermutlichen Rehriss berichtete eine Schäferin, die ihre Tiere im Bereich der großen Fotovoltaikanlage in Bad Rothenfelde halte. Auch einen Kalbsriss habe es bereits gegeben. Alle zwei bis drei Wochen auftauchende geschlürte Spuren würden die Frage aufwerfen, inwieweit sie von Wölfen stammten. Zäune als Schutz seien nur bedingt geeignet, weil der Wolf 1,20 Meter überspringen und Zäune untergraben könne. Entsprechend der Förderrichtlinie des Landes sei die Errichtung von Grundschutzzäunen zu überlegen, empfahl Göpfert. Bei der Antragstellung für Nutztierhalter könne er behilflich sein.Immer wieder würden allerdings Wölfe falsch für Risse verantwortlich gemacht. Während die Tötung von 40 Schafen in Baden Württemberg zunächst aufgebauscht worden sei, habe man kaum mehr etwas gelesen, nachdem die Urheberschaft von Hunden festgestellt worden sei.

Auf negative Folgen für die Tiere durch Anbringen von Sendern Anja Förster hin. „Das überlebt kein Wolf“, betonte die aktive Wolfsschützerin. Narkosegeschosse würden nicht richtig gesetzt und die angebrachten Halsbänder könnten zu Strangulierungen führen.

Schützen oder schießen? Die Grünen sehen keinen Anlass, Wölfe ins Jagdrecht zu nehmen. Wie bei „Kurti“ seien Problemwölfe auf das Fehlverhalten von Menschen wie Anfütterung zurückzuführen. Deswegen müsse der Schutz von Wölfen über das Bundesnaturschutzrecht bestehen bleiben. pm


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