Keine Angst vor Technik Zweitägiges MINT-Projekt am Gymnasium Oesede

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MINT-Tage: (Von links) Matthias Westermann (Gymnasium Oesede), der stellvertretende Ausbildungsleiter Florian Pörtner, einige Schüler und Ausbilder Dimitri Machleit vor der CNC-Maschine. 
Foto: Petra PieperMINT-Tage: (Von links) Matthias Westermann (Gymnasium Oesede), der stellvertretende Ausbildungsleiter Florian Pörtner, einige Schüler und Ausbilder Dimitri Machleit vor der CNC-Maschine. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. CNC, CAD oder SPS – welche erstaunlichen Programme der digitalen Automatisierungs- und Steuerungstechnik sich hinter diesen Abkürzungen verbergen und wie man mit ihnen arbeiten kann, lernten die Schüler des 11. Jahrgangs am Gymnasium Oesede während eines zweitägigen MINT-Projekts zur Berufswahlorientierung.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (kurz MINT) bieten ein breites Berufsspektrum sowohl in herkömmlichen als auch in Zukunftsbranchen wie Medizintechnik, Energieversorgung, Informationstechnik oder Biologietechnologie. In Zusammenarbeit mit sechs Kooperationspartnern veranstaltete das Gymnasium Oesede auf Initiative von Schulleitungsmitglied Matthias Westermann erstmals die MINT-Tage. 106 Schüler hatten Gelegenheit,  in betrieblichen und (hoch)schulischen Lernorten Techniken computergestützten Arbeitens kennenzulernen. Bei der Georgsmarienhütte GmbH, dem Landmaschinenhersteller Amazone sowie der Elektroanlagenbau Osmo GmbH konnten die Jugendlichen in Kleingruppen Erfahrungen sammeln, und auch die Universität Osnabrück, die Hochschule, die Berufsbildenden Schulen an der Brinkstraße sowie das Gymnasium selbst boten neben entsprechenden Workshops Informationen zu Studienmöglichkeiten und Programmiersprachen an.

Zusammenhänge erkennen

Computergestütztes Arbeiten ist in Industrie und Wissenschaft inzwischen Standard. Mit Blick auf die Berufsorientierung wollen Gymnasium und Koop-Partner die Schüler zu aktiver Auseinandersetzung mit diesen Techniken anregen und, so Mathe- und Physiklehrer Westermann, die Motivation für die Beschäftigung mit MINT-Themen steigern. „Unsere Schüler sollen die Zusammenhänge zwischen Naturwissenschaft, Technik und Alltagsleben oder wichtigen Zukunftsfragen erkennen, etwa dass Algebra für technische Berechnungen eingesetzt werden kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken“, so Westermann.

Dem schließen sich die oft Fachkräfte suchenden Betriebe an. „Ich glaube, die Schüler sind überrascht zu sehen, wie hochmodern an unserem alten Industriestandort gearbeitet wird“, so der stellvertretende Ausbildungsleiter der Georgsmarienhütte GmbH, Florian Pörtner. Dass diese Technik keine Zauberei und durchaus gut zu erlernen sei, versicherte Ausbilder Dimitri Machleit den Teilnehmern seiner Gruppe, die gebannt dem präzisen Wirken des automatischen, weil rechnergesteuerten CNC-Werkzeugs zuschauten: Geschützt von einer massiven Glasscheibe, hinter der die Späne fliegen, schneidet der Roboterarm in wenigen Minuten das zuvor von den Schülern entwickelte und programmierte Produkt, einen Kugelschreiberständer, aus einem kleinen quadratischen Aluminiumblock - samt gewellter Innenkante und Emblem des Gymnasiums. So etwas von Hand zu fertigen, hätte früher sicher einen ganzen Arbeitstag erfordert, mutmaßt Machleit, „aber das würde heute natürlich niemand mehr machen“. Dank der digital gesteuerten Technik ist das Fertigen höchst individueller Bauteile auch in Serie schnell und kostengünstig möglich.

Workshops

Vier Workshops von jeweils drei Stunden Dauer stehen an den beiden Tagen in der Georgsmarienhütte auf dem Programm, vor allem mit Themen der Digitalisierung und Automatisierung. Das, so Pörtner, sei Grundlagenwissen, das in vielen Ausbildungsberufen und Studienfächern von der Elektrotechnik über den Maschinenbau bis hin zu Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen unentbehrlich sei. Und Westermann ergänzt: „Wir hoffen, dass wir an diesen Tagen einige neue Fenster öffnen, in einigen Köpfen etwas bewegen und den einen oder die andere veranlassen, neue Wege zu gehen.“


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