Theaterprojekt für Kinder GMHütter Kindertheater als kreatives Abenteuer

Bettina Mundt

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Theaterprojekt für Kinder: Schlussszene der Aufführung des Stückes "Zwei Fälle, ein Team!" an der Comeniusschule in Georgsmarienhütte. Foto: Bettina MundtTheaterprojekt für Kinder: Schlussszene der Aufführung des Stückes "Zwei Fälle, ein Team!" an der Comeniusschule in Georgsmarienhütte. Foto: Bettina Mundt

Georgsmarienhütte. Eine Detektivgeschichte um ein Haus, in dem es spukt, und ein verschwundenes Geschenk: In einem gemeinsamen Projekt der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück und der Waldbühne Kloster Oesede führten Kinder in Oesede ein selbst erdachtes Stück auf.

In dem Krimi „Zwei Fälle, ein Team!“ löst das Detektivteam der vier „MEGA-Mädchen“ mit Unterstützung von Polizei und Bewohnern des beschaulichen Ortes Bad Waldliesborn gleich zwei Fälle. Als das Mädchen Emma von sonderbaren Lichtern und seltsamen nächtlichen Erscheinungen im Haus ihrer Oma berichtet, werden die jungen Hobby-Detektivinnen Marie, Emily, Giulia und Anna (die Anfangsbuchstaben ergeben MEGA) aktiv und beschließen das Haus zu observieren. Gemeinsam mit Polizei und Anwohnern legen sie sich nachts abwechselnd auf die Lauer. Gleichzeitig bearbeiten sie den Fall eines verschwundenen Weihnachtsgeschenkes. Am Ende stellen sich beide Fälle als harmlos heraus: Emmas Großmutter war verreist und hat einen Freund gebeten, auf das Haus aufzupassen. Und das Geschenk hatte ein Hund gestohlen. 

Kreativer Prozess

In nur acht Wochen hat eine Gruppe aus Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren unter Leitung der Schauspielerin und Theaterpädagogin Ellen Ute Schaeben dieses Stück in einem freien kreativen Prozess entwickelt. „Das Ziel war es“, berichtete Schaeben, „dass die wirklich alles selber machen.“ Sie sammelte die Ideen der Kinder, die ihre Texte zum Teil selbst aufschrieben, sich überlegten, was sie auf der Bühne anziehen und ihre jeweilige Rolle gestalteten – wobei einige Kinder gleich mehrere Rollen übernahmen. 

Ein paar der insgesamt zehn Kinder hatten schon Erfahrungen an der Waldbühne gesammelt oder Schultheater gemacht, für andere war es der erste Schauspieleinsatz überhaupt. Im Stück gab es auch Stellen, an denen die Kinder improvisieren konnten: „Diese Stellen sind tatsächlich frei. Sie wissen, worüber sie sich unterhalten sollen und können das variieren“, erklärte Schaeben. In der Aufführung zeigte sich dann, dass sie das Improvisieren schon gut beherrschten, denn auch ein paar Texthänger, die in der Aufregung passierten, wurden gekonnt überbrückt.

Nachwuchsförderung

Die Kooperation zwischen der Waldbühne Kloster Oesede und der Theaterpädagogischen Werkstatt gibt es bereits seit fünf Jahren. Für die Waldbühne ist sie ein Mittel der Nachwuchsförderung: Die Kinder bekommen Schauspielunterricht und können erste Erfahrungen sammeln, um dann später in die größeren Stücke auf der Waldbühne einzusteigen. Sie lernen so den gesamten Prozess am Theater kennen, von der Textarbeit über die Dramaturgie bis hin zur Bühnengestaltung. Auch die im Stück eingesetzten Einspieler hatten sie selbst eingesprochen.

Im Aufführungssaal an der Comeniusschule Oesede verfolgten an diesem Abend Verwandte und Bekannte gespannt die ersten schauspielerischen Schritte der jungen Darsteller. Die Hauptsache: Die Kinder hatten Spaß und konnten ihre Freude am Schauspiel entdecken.


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