Klub Ende des Jahres aufgelöst Skatverein Herz Ass zum letzten Mal Ausrichter der Oeseder Open

Gesprochen wird nur wenig: (von links) Helmut Lührmann, Hildegard Pik, Zaungast Edmund Junkersdorf, Claudia Weyer und Aloys Herbers konzentrieren sich auf das nächste Skatspiel. Foto: Horst TroizaGesprochen wird nur wenig: (von links) Helmut Lührmann, Hildegard Pik, Zaungast Edmund Junkersdorf, Claudia Weyer und Aloys Herbers konzentrieren sich auf das nächste Skatspiel. Foto: Horst Troiza

Georgsmarienhütte . Ausgereizt hat es sich beim Skatverein Herz Ass Oesede. Am Jahresende 2018 hat sich der 1985 gegründete Kartenklub aufgelöst. Ein letztes Mal wurde jetzt zusammen mit dem Skatclub Harderberg die „Oeseder Open“ ausgerichtet, bevor der Klub aus dem Norden GMHüttes das Turnier in Zukunft in Eigenregie veranstalten wird.

Skatspielen ist wie Singen im Männergesangsverein – denjenigen, die mitmachen, macht es riesigen Spaß, aber neue Mitstreiter sind leider nicht zu gewinnen. Das musste der Klub Herz Ass nun bitter erfahren, der 33 Jahre dieses strategische Kartenspiel betrieb und nun seine Vereinstätigkeit eingestellt hat.

„Wir haben mit der von Multi-Media beherrschten Welt nicht mehr mithalten können. Junge Leute spielen, wenn überhaupt, Skat nur noch mit dem Smartphone oder am PC. Wer von denen hat schon Lust, regelmäßig zu den Trainingsabenden zu kommen oder beim Turnier fünf Stunden lang mitzuspielen“. Wer das sagt, ist Aloys Herbers, der Herz Ass mitgründete und mehr als 30 Jahre lang führte.

Der 62-Jährige hält seit mehr als 50 Jahren Skatkarten in der Hand, hat das Spiel in der Schule gelernt. „Unser Mathe-Lehrer hat gesagt: Dabei muss man auch rechnen – und so hat er uns Schülern hochoffiziell Skat beigebracht“. Herbers weist darauf hin, dass seit Beginn der Vereinstätigkeit auch Frauen mitgespielt haben. „Das war in anderen Vereinen und Sportarten noch völlig verpönt“.

So ist es auch am heutigen Tag, bei den „11. Oeseder Open“. Unter den 26 Teilnehmern sind vier Frauen. Hildegard Pik, so heißt die 91-Jährige wirklich, hat ein gut sortiertes Blatt gegeben bekommen, drei Buben sind dabei. Sie spielt aus, in der Mittelhand sitzt Claudia Weyer, oftmalige Siegerin des Turniers, Hinterhand ist Herbers. Die beiden haben keine Chance gegen die Seniorin, die das Spiel sicher nach Hause bringt.

Ohne Glimmstengel

An den anderen sieben Tischen im Saal der Gaststätte Gildehaus wird wie an diesem gereizt, bedient und, wenn nötig, gekloppt. Während des Spiels wird geschwiegen, erst nach der letzten Karte wird das eigene Blatt oder das der anderen kommentiert. Kaum einer trinkt Bier. Cola und Kaffee sind die Favoriten unter den Getränken. Früher, als noch geraucht werden durfte, war das anders, da gehörte zu Skatblatt und Bier ein Glimmstängel.

Aber die Zeiten ändern sich eben, und damit auch die Moden und die Freizeitgestaltungen. „Früher ist man doch froh gewesen, wenn man mit dem Fahrrad zu Freunden fahren und mit denen zusammenzusitzen und Skat spielen konnte“. Heute verbindet das Internet die Menschen.

Am Ende dieser „Oeseder Open“ geben Herbers und Gerd Böhlau vom Klub Harderberg die Platzierungen bekannt. Sieger im Einzel wurde der vereinslose Markus Vinke (GMHütte), dahinter liegen Herbers, Karl-Heinz Janse (Hasbergen) und Claudia Weyer (Melle).


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