GMHütter Bürgermeisterwahl am 10. März Grüne nominieren einstimmig Petra Funke als Kandidatin

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Geht mit viel Optimismus und der vollen Unterstützung von Parteibasis und Fraktion in den Wahlkampf: Grünen-Kandidatin Petra Funke (Zweite von rechts), hier nach der einstimmigen Nominierung mit Partei-Sprecherin Monika Wessendorf (rechts). dem Fraktionsvorsitenden Robert Lorenz (Zweiter von links) und der stellvertretenden Sprecherin Anke Spreckelmeyer (links). Foto: ElbersGeht mit viel Optimismus und der vollen Unterstützung von Parteibasis und Fraktion in den Wahlkampf: Grünen-Kandidatin Petra Funke (Zweite von rechts), hier nach der einstimmigen Nominierung mit Partei-Sprecherin Monika Wessendorf (rechts). dem Fraktionsvorsitenden Robert Lorenz (Zweiter von links) und der stellvertretenden Sprecherin Anke Spreckelmeyer (links). Foto: Elbers

Georgsmarienhütte Vier Ratsmitglieder treten jetzt am 10. März an, um von Amtsinhaber Ansgar Pohlmann (CDU), der sich nicht zur Wiederwahl stellt, ab Juni den Chef-Sessel im GMHütter Rathaus zu übernehmen: Dienstagabend hat die Grünen-Basis einstimmig Ratsfrau Petra Funke als Bürgermeister-Kandidatin nominiert, die jetzt in rund sieben Wochen neben CDU-Bewerber Christoph Ruthemeyer, SPD-Vorschlag Dagmar Bahlo und Linke-Wahlangebot Jörg Welkener auf dem Stimmzettel stehen wird.

Die 54-jährige Harderbergerin, die seit 2006 Mitglied des GMHütter Rates ist und seit Ende 2016 Bündnis 90/Die Grünen auch im Kreistag vertritt, hat von der GMHütter Parteibasis kräftigen Rückenwind bekommen: Von den 20 Stimmberechtigten des insgesamt 61 Köpfe zählenden Ortsverbands votierten in geheimer Abstimmung 18 Mitglieder bei 2 Enthaltungen für die gelernte Groß- und Einzelhandelskauffrau, die bei einem lokalen Großhändler beschäftigt ist.

Funke will in Stadtteilen punkten

Die frisch gekürte Grünen-Kandidatin gibt sich kämpferisch: „Wir wollen zeigen, welche Themen für die Grünen bei der Bürgermeisterwahl wichtig sind“, erklärte Petra Funke nach dem einstimmigen Votum. Sie freut sich, dass jetzt neben zwei Männern auch zwei Frauen antreten.

In einer knapp 15-minütigen Vorstellungsrede hatte sie zuvor ihre Wahlkampfschwerpunkte vorgestellt. Dazu zählen die Stärkung des Wirtschaftsstandort GMHütte und die Unterstützung der vorhandenen Unternehmen, die zurzeit für jährliche Gewerbesteuereinnahmen der Stadt in Höhe von rund 21 Millionen Euro sorgen. Gleichzeitig sprach sich die Kandidaten aber gegen neue Gewerbegebiete aus und erteilte auch einer Gewerbeansiedlung Osterheide-West eine klare Absage: „Da bin ich klar dagegen.“ Stattdessen sei es wichtig, den dörflichen Charakter Malbergens zu erhalten.

Auch für den Einzelhandel im Zentrum will sie etwas tun und zum Beispiel Hilfestellungen bei Umstrukturierungen geben. Petra Funke kann sich auch vorstellen, in der warmen Jahreszeit die Oeseder Straße im Bereich das Rathauses am Freitag während des Wochenmarktes zur Fußgängerzone zu machen, um zu sehen, ob dies Aufenthaltsqualität und Kundenfrequenz erhöht.

Weitere Punkte waren unter anderem Wohngebiete, wo sich die Stadt auf die Entwicklung der Hempenflächen hinter dem Schulzentrum konzentrieren sollte, oder bezahlbares Wohnen. Hier hält sie günstige Bauland- und Grundstückspreise, die Aktivierung ungenutzten Wohnraums in Immobilien oder ein Kataster freier Mietwohnungen für sinnvoll. Wichtige Einzelthemen sind für die Grünen-Bewerberin der Lärmschutz an der B51, Sanierung der Alten Wanne oder einen Investor für eine in der Stadt fehlende Veranstaltungshalle zu finden. Im Wahlkampf will sie für jeden Stadtteil ein „Endlich-Thema“ formulieren – ein schon länger bestehendes Problem vor Ort, für das es eine schnelle Lösung geben soll, wenn die Grüne Bürgermeisterin wird.

Stichwahl am 24. März wahrscheinlich

Ursprünglich hatten die GMHütter Grünen favorisiert, auf einen eigenen Wahlvorschlag zu verzichten und einen fachlich kompetenten Bewerber zu unterstützen. Doch weder Christoph Ruthemeyer (CDU) noch Dagmar Bahlo (SPD) konnten jeweils bei Gesprächsrunden mit der Parteibasis so punkten, dass die Chance für einen gemeinsamen Wahlvorschlag bestand.

Als dann kurz vor Weihnachten auch die Linken mit Jörg Welkener einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickten, gab es ein Umdenken, um deutlich zu machen, welche Inhalte für die richtige Besetzung an der Rathaus-Spitze wichtig sind. Aber es hat wohl auch eine Rolle gespielt, dass die Grünen, die bei der Kommunalwahl 2016 rund 14,5 Prozent der Stimmen erhielten und derzeit bei Umfragen auf Bundes- und Landesebene im Bereich von 20 Prozent liegen, dem Wähler auch ein eigenes Wahlangebot machen.

Ob es jetzt bei den vier Bewerbern bleibt, steht am kommenden Montag endgültig fest. Dann läuft um 18 Uhr die Frist ab, bis zu der eine Kandidatur gemeldet und die Unterlagen im Wahlbüro der Stadt eingereicht sein müssen. Angesichts des Kandidaten-Quartetts deutet viel darauf hin, dass es wie vor acht Jahren eine Stichwahl gibt, bevor feststeht, ob die CDU weiter wie bisher durchgehend seit der Stadtgründung 1971 den Bürgermeister stellt, oder erstmals eine andere Partei das Rathaus erobert.


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