Auf Diebestour in Baumärkten 34-Jähriger Mann bekommt Haftstrafe für räuberischen Diebstahl

Heiko Kluge

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Ins Gefängnis muss ein Mann aus Hagen, der in GMHütte und Lengerich beim Klauen erwischt wurde.  Foto: imago/Thomas Eisenhuth

a Employees closes in the Prison Dresden a Between door onIns Gefängnis muss ein Mann aus Hagen, der in GMHütte und Lengerich beim Klauen erwischt wurde. Foto: imago/Thomas Eisenhuth a Employees closes in the Prison Dresden a Between door on

Georgsmarienhütte/Hagen. Das Schöffengericht verurteilte den aus Hagen stammenden Mann, der Waren aus Baumärkten in Georgsmarienhütte und Lengerich gestohlen hatte, zu einer Freiheitsstrafe. Die entscheidende Frage für das Strafmaß: Hat der 34-Jährige einen Ladendetektiv weggeschubst oder nicht?

Der Hausdetektiv hatte den 34-Jährigen im vergangenen Mai beobachtet, wie er zusammen mit einem unbekannten Mittäter in dem Georgsmarienhütter Baumarkt ein Akkuladegerät und eine Handkreissäge im Gesamtwert von knapp 170 Euro in einer Umhängetasche verschwinden lies. Der Detektiv sprach den Hagener an, nachdem der ohne zu bezahlen den Kassenbereich passiert hatte. Daraufhin - so die Anklage - habe der 34-Jährige den Detektiv zur Seite geschubst, um zu fliehen. Nach etwa 20 Metern gelang es einem weiteren Mitarbeiter des Marktes, den Angeklagten auf dem Parkplatz aufzuhalten. Neben den gestohlenen Waren wurde von der Polizei auch eine geringe Menge Marihuanas sowie ein leerer Beutel mit Kokainanhaftungen in der Umhängetasche des Mannes gefunden. 

Diesmal in Lengerich

 Zwölf Tag später  beobachtete derselbe Detektiv den Angeklagten erneut bei einem Diebstahl, diesmal in einem anderen Geschäft der Baumarktkette in Lengerich. Er versuchte, eine Überwachungskamera im Wert von knapp 200 Euro zu stehlen. Aber auch diesmal wurde der 34-Jährige gestellt. 

In der Verhandlung räumte der Angeklagte die Vorwürfe weitgehend ein. Die gestohlenen Gegenstände habe er verkaufen wollen, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Allerdings beharrte er darauf, den Detektiv im ersten Fall nicht geschubst zu haben. „Ich habe keine Gewalt angewendet“, betonte der Angeklagte 

Geschubst oder nicht geschubst?

Ein kleines Detail von großer Bedeutung – denn wenn Gewalt anwendet wird, um sich im Besitz der Beute zu halten, wird aus einem einfachen ein räuberischer Diebstahl. Und das bedeutet ein entsprechend höheres Strafmaß. „Er hat mich zur Seite geschubst und ist aus dem Laden gerannt“, beharrte der als Zeuge geladene Detektiv. Auch eine Polizeibeamtin, die den Vorfall vor Ort aufgenommen hatte, erinnerte sich, dass der Zeuge angegeben hatte, von dem Angeklagten geschubst worden zu sein.

Die Staatsanwältin sah damit die Einlassung des 34-Jährigen widerlegt. Der Mann habe den Detektiv angegriffen, „er wollte sich im Besitz der Beute halten“, so die Anklagevertreterin.  Da der Schubser allerdings eine Gewaltanwendung im unteren Bereich darstellte, gehe sie von einem minderschweren Fall des räuberischen Diebstahls mit entsprechend milderen Strafrahmen aus. 

22 Einträge im Strafregister

Allerdings listet das Strafregister  des Mannes immerhin 22 Einträge auf, zudem Stand er während der Diebstähle noch unter Bewährung. Deshalb sehe sie keine andere Möglichkeit, als eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung zu fordern. Mit einem Jahr und zwei Monaten machte sich das Schöffengericht die Höhe ihres Strafantrages zu eigen. „Wir sind davon überzeugt, dass sich der Vorfall so zugetragen hat, wie der Zeuge es geschildert hat“, fasste es der Vorsitzende zusammen. 

Das Gericht nahm darüber mit ins Urteil auf, dass der Mann die Taten aufgrund seiner Drogenabhängigkeit begangen hat. Dies eröffnet dem 34-Jährigen die Möglichkeit, die Verbüßung der Strafe zugunsten einer Entzugstherapie zurückstellen zu lassen.


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