Sanierungsstart weiter offen Noch Fragezeichen bei GMHütter Klinik am Kasinopark

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Georgsmarienhütte Eine Vorgabe hat die Klinik am GMHütter Kasinopark, die nach der Aufgabe des Standorts Dissen einziges verbliebenes Krankenhaus des Klinikums Osnabrücker Land ist, zuletzt erfüllt: Die Bilanz weist sowohl für 2017 wie auch 2018 ein positives Ergebnis aus. Ein Starttermin für die geplante Erweiterung und Sanierung der Patientenbereiche, für die das Land 4,9 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt hat, ist aber noch nicht in Sicht.

Die Zahlen können sich sehen lassen: Nach einem operativen Verlust von rund 640000 Euro im Jahr 2016 haben die folgenden Bilanzen jeweils ein Plus ausgewiesen – in Höhe von 322000 Euro für 2017 und knapp 750000 Euro für das vergangene Jahr. Beim Ergebnis für 2018 ist allerdings zu berücksichtigen, dass hier einmal Effekte wie der Verkauf eines Grundstücks, das sich noch am ehemaligen Standort Dissen im Besitz der Klinikum Osnabrücker Land GmbH befand, zu Buche schlagen.

Weniger Patienten im vergangenen Jahr

Denn die Leistungskennzahlen haben zuletzt unter Plan gelegen. So ist die Zahl der stationären Fälle in den Bereichen Geriatrie, Sucht und Schmerztherapie von 1930 vor zwei Jahren auf zuletzt 1810 Patienten zurückgegangen. Dabei war im Wirtschaftsplan eigentlich eine Steigerung auf insgesamt 2011 „stationäre Leistungen“ vorgesehen. Dieses Ziel wurde um minus 10 Prozent verfehlt, wobei vor allem im Suchtbereich (minus 141) deutliche Rückgänge gegenüber den Planwerten zu verzeichnen waren.

Klinikum-Geschäftsführer Martin Eversmeyer: „Wir haben einen Teil der geringeren Einnahmen durch Einsparungen bei den Personalkosten kompensieren können, da einige frei gewordene Stellen nicht sofort wieder besetzt werden konnten.“ Auf das gesamte Jahr gesehen sind hier rund vier Vollzeitstellen weniger am Standort gezählt worden im Vergleich zu 2017, als die Personalkennzahl 98 betrug.

Im Wirtschaftsplan 2019 sind jetzt fünf zusätzliche Planstellen vorgesehen, wobei sich die Zahl der am Standort tätigen Mitarbeiter aufgrund der Teilzeitkräfte bei rund 130 Beschäftigten bewegt. Eine wichtige Personalentscheidung für die weitere Entwicklung: Karsten Meyer ist seit Anfang des Jahres neuer Chefarzt für Neurologie und Psychiatrie und neben Dr. Lars-Rudolf Petertönjes (Allgemeine Innere Medizin, Geriatrie, Suchtmedizin) sowie Ines Hufnagel (Schmerztherapie) jetzt Leiter der Fachabteilungen vor Ort.

Der Wirtschaftsplan für das laufende Jahr geht auch wieder von insgesamt höheren Patientenzahlen (plus 69 stationäre Fälle). Noch nicht absehbar ist allerdings, wann die Erweiterung und Sanierung der Patientenbereiche, für die das Land vor zwei Jahren 4,9 Millionen Euro als „dringliche Maßnahme“ an Fördermitteln zur Verfügung gestellt hat, in Angriff genommen wird.

Eigentlich ist die Fertigstellung hier bis 2021 vorgesehen. Doch das Ausschreibungsergebnis liegt jedoch bei mehr als 5,6 Millionen Euro, sodass aktuell eine Finanzierungslücke von rund 700000 Euro zu verzeichnen ist. Klinikum-Geschäftsführer Eversmeyer: „Wir haben die Auftragsvergabe erst einmal gestoppt und sind jetzt in Gesprächen, um zu Einsparungen zu kommen.“ Eins sei aber nicht möglich: Dass das Klinikum die Differenz aufbringen könne. Erst im vergangenen Jahr hat das Klinikum Osnabrück, das Träger der Klinik am Kasinopark ist, am Standort die rund 800000 Euro teuere Sanierung der Fachklinik Haus Möhringsburg alleine finanziert.

Auch Geriatrie-Angebot am Franziskus

Es gibt noch ein weiteres Fragezeichen: Am Franziskus-Hospital wird es künftig ebenfalls ein Geriatrie-Angebot geben. Eversmeyer: „Das macht die Zukunftsplanung natürlich insgesamt nicht einfacher.“ Rund zehn Betten sollen im Frühjahr im zum Niels-Stensen-Klinikverbund zählenden Krankenhaus am Harderberg zur Verfügung stehen.

Geschäftsführer Michael Kamp bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion den geplanten Ausbau: „Bereits jetzt kommen immer Patienten zu uns, die neben ihrer ,Haupterkrankung, wie zum Beispiel einer internistischen Erkrankung, einem Sturz oder einer Knie- oder Hüftimplantation, auch typische altersbedingte Symptome und Krankheitsbilder aufweisen.“

Der Anteil dieser Patienten werde aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zunehmen. Kamp: „Um diese Patienten zukünftig noch besser ganzheitlich im Franziskus-Hospital betreuen zu können, versorgen wir sie zukünftig im Rahmen des neuen Angebotes der geriatrischen Frührehabilitation.“ Dadurch entfalle dann die sonst notwendige Verlegung in ein anderes Haus.

Es dürfte auch vor diesem Hintergrund noch etwas dauern, bis feststeht, wann die Modernisierung des 122-Betten-Hauses am Kasinopark startet, und die GMHütter Klinik dann endlich in jeder Hinsicht eine modernen Standards entsprechende Einrichtung ist.


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