Neujahrsempfang im Rathaus GMHütter SPD-Fraktion gibt Kandidaten Dagmar Bahlo und Horst Baier das Wort

Interessierter Zuhörer bei der Vorstellung der SPD-Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Dagmar Bahlo, war Horst Baier (Bildmitte), der seinen Hut für die Wahl des Landrates in den Ring geworfen hat. Foto: Horst TroizaInteressierter Zuhörer bei der Vorstellung der SPD-Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Dagmar Bahlo, war Horst Baier (Bildmitte), der seinen Hut für die Wahl des Landrates in den Ring geworfen hat. Foto: Horst Troiza

Georgsmarienhütte . Beim Neujahrsempfang der Georgsmarienhütter SPD-Fraktion im Rathaus präsentierten sich gleich zwei Kandidaten für öffentliche Ämter, die in diesem Jahr besetzt werden. Die Sozialdemokratin Dagmar Bahlo will die Nachfolge von Bürgermeister Ansgar Pohlmann antreten, SPD-Mitglied Horst Baier steigt als unabhängiger Herausforderer von Landrat Michael Lübbersmann in den Ring.

Mehr als 100 Interessierte hatte es zum Neujahrsempfang in den Georgsmarienhütter Ratssaal gezogen, wo die SPD-Fraktion ihren traditionellen Neujahrsempfang ausrichtete. Die Bürgermeister- und die Landratswahl im Blick hatte der Vorstand auf die Einladung eines Referenten verzichtet und stattdessen die beiden Kandidaten Bahlo und Baier gebeten, ihre Positionen öffentlich darzustellen.

Jantos fordert Frau an der Spitze

In ihrer Begrüßung erinnerte Fraktionschefin Annette Jantos an den 19. Januar 1919, als zum ersten Mal in der Geschichte Frauen an der Wahl zur deutschen Nationalversammlung teilnehmen konnten. Jedoch sei bis heute die Gleichberechtigung von Frauen nicht völlig gelungen. Allerdings könne sich das Geschlechterverhältnis innerhalb der SPD-Fraktion im Georgsmarienhütter Rat sehen lassen: von den 13 Ratsmitgliedern seien sechs Frauen. „Und jetzt ist die Stadt reif für eine qualifizierte Frau an der Spitze“, reichte sie das Mikrofon an die Kandidatin Dagmar Bahlo weiter.

Bahlo ist in Osnabrück geboren, aber in der Hüttenstadt groß geworden. Das Abitur legte sie am Gymnasium Oesede ab und studierte in Bonn Jura. Seit etwa 25 Jahren ist sie als Rechtsanwältin tätig. Sie gehört dem Rat der Stadt seit 2011 an und ist eine der Stellvertreterinnen von Noch-Bürgermeister Ansgar Pohlmann, der ebenfalls am Neujahrsempfang teilnahm und Grußworte sprach.

Revitalisierung der Geschäfte an der Hindenburgstraße

Bahlo stellte sich den Fragen der Anwesenden zu verschiedenen lokalen Themen. Sie sprach sich unter anderem für die Revitalisierung der Geschäftsszene an der Hindenburgstraße aus, „die aber nicht allein zu einem Standort von Dienstleistern“ werden dürfe. Auch hielt sie die Diskussion um eine Umbenennung für verfrüht. „Das darf nicht der erste Schritt beim Prozess um die Steigerung der Aufenthaltsqualität sein“.

Sie nahm ebenso Stellung zu Fragen betreffend der Zukunft der Alten Wanne: „Da muss was geschehen, da muss ein Konzept her.“ Zum Ausbau des Radwegenetzes sagte sie: „Es ist lückenhaft, immer noch ungenügend." Auch das Thema Schule und Schulbefragung thematisierte sie. „Den Elternwillen abfragen und danach die Schullandschaft einrichten“ sei der richtige  Weg. Weiterhin hält sie es für geboten, das Gemeinschaftsgefühl der Bürger in der Stadt weiter zu stärken – ebenso wie das Ehrenamt.

Mehr Eigenverantwortung für Kommunen

Landratskandidat Horst Baier, promovierter Volkswirtschaftler, der zusammen mit Bahlo bereits am vergangenen Donnerstag an einer Veranstaltung zum Thema „sozialer Wohnbau“ teilgenommen hatte, wandte sich in der Frage des sozialen Wohnungsbaus gegen den Landkreis, der eine Gesellschaft gründen will, die sich der Sache annimmt. Der 56-Jährige will die Kommunen bei solchen Entscheidungen stärker beteiligt wissen und deren Eigenverantwortung stärken. „Wir benötigen vor Ort Hilfe. Wir haben Instrumente, wie wir das fördern können, etwa über die Bereitstellung kommunaler Grundstücke oder Zuschüsse für bestimmte Bauvorhaben“.

Baier, Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück und davor Finanzchef in der Stadt Osnabrück, äußerte sich zur Zusammenarbeit mit der CDU im Kreistag, „Die soll fortgeführt werden, aber in anderer Form als bisher. Dabei sollen aber keine anderen demokratischen Parteien ausgegrenzt werden“. Zum Begriff Nachhaltigkeit forderte er einen schnellen Verkauf der im Besitz des Landkreises befindlichen RWE-Aktien. Mit deren Erlös könne mehr für Bodenqualität, Tierwohl und gegen das Insektensterben getan werden.


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