Bezahlbarer Wohnraum SPD in GMHütte: Wie realisieren Kommunen sozialen Wohnungsbau?

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Wie Kommunen bezahlbaren Wohnraum schaffen können, darum ging es in der Diskussion, zu der Dagmar Bahlo (SPD) Horst Baier ( Samtgemeindebürgermeister Bersenbrück) und Bernhard Bendick (Ratsherr Lingen) eingeladen hatte.  Foto: Swaantje HehmannWie Kommunen bezahlbaren Wohnraum schaffen können, darum ging es in der Diskussion, zu der Dagmar Bahlo (SPD) Horst Baier ( Samtgemeindebürgermeister Bersenbrück) und Bernhard Bendick (Ratsherr Lingen) eingeladen hatte. Foto: Swaantje Hehmann

Georgsmarienhütte. Um bezahlbaren Wohnraum und nebenbei ein bisschen Wahlkampf ging es bei einer Veranstaltung der GM-Hütter SPD.

Mit dabei waren nämlich Dagmar Bahlo, die demnächst Bürgermeisterin der Stadt werden will, und Horst Baier, der im Mai Landrat Michael Lübbersmann in der Wahl  besiegen möchte. Gleichwohl stellte Baier am Anfang klar, dass die Einladung zu dieser Veranstaltung noch vor dem Entschluss gefallen sei, seinen Hut für das Spitzenamt im Landkreis in den Ring zu werfen.

Kommunale Wohnungsbaugesellschaft

Gekommen war Baier, um über eine Möglichkeit zu sprechen, wie sich bezahlbarer Wohnraum realisieren lässt. Baier ist nicht nur Samtgemeinde-Bürgermeister in Bersenbrück, sondern auch Geschäftsführer der Hasewohnbau GmbH & Co.KG.

Dem 2016 gegründeten Wohnungsbauunternehmen ging eine Analyse voran: Mehr ältere Menschen gebe es in Zukunft und mehr kleinere Wohnungen würden bis 2035 benötigt. Ebenso fiel es den kleineren Gemeinden zunehmend schwer, Investoren zum Wohnungsbau zu finden, schilderte Baier.

Beim Bau von Wohnungen setze man auf Mischfinanzierungen. Um die die Hälfte aller Wohnungen mit Sozialbindung anzubieten, brauche es etwa auch Einheiten mit sieben Euro den Quadratmeter. „Das hilft, um die Sozialwohnungen zu finanzieren“, erklärte Baier.

Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, koste öffentliches Geld. Zudem arbeite man in den ersten Jahren mit Verlusten. „Als Kommune tut man gut daran, entsprechende Haushaltsposten als Zuschuss aufzustellen.“

Sozialer Wohnungsbau durch Genossenschaft

Eine große finanzielle Belastung der Stadt wollte man in Lingen nicht haben, wie der dortige Ratsherr Bernhard Bendick berichtete. Um sich aber Einflussmöglichkeiten zu sichern, optierten Verwaltung und Politik für eine Wohnungsbaugenossenschaft. Diese Form soll langfristige Bindungen und einen günstigen Mietpreis für die geplant 30 neuen Wohnungen pro Jahr realisieren helfen.

Um Investoren abzuhalten, die sich nicht im Sinn der Genossenschaftsidee einbringen wollen, habe sich die Stadt Lingen über die Obergrenze von Genossenschaftsanteilen und das Erbbaurecht genug Einfluss erhalten, schilderte Bendick.

Finanzierungsfragen

Woher bekommt man Kredite, um den sozialen Wohnungsbau sowohl als GmbH als Genossenschaft zu finanzieren, lautete eine Frage aus dem Publikum im Kolpinghaus. Gelder gibt es für beide Formen mit Eigenbeteiligungen und Bürgschaften, sagten Bendick und Baier. Kredite in Lingen kamen auch von der Volksbank. „Sie kennt ja den Genossenschaftsgedanken“, so Bendick.

Frage zum Mietermix: Wie kann man den steuern, um Mieter im Sozialwohnungsbau nicht zu stigmatisieren? Durch den Bau von Häusern mit unterschiedlichen Wohngrößen, antwortete Horst Baier. Aber: Manchmal gebe es auch den ausdrücklichen Wunsch, keine N-Bankfinanzierten Projekte zu bauen.

Runder Tisch "Bezahlbarer Wohnraum" für GMHütte?

„Die Mischgeschichte, sprich: bezahlbaren Wohnraum mit höherpreisigem Wohnraum, das scheint eine Lösung für GMHütte zu sein“, meinte Bürgermeisterkandidatin Dagmar Bahlo vorsichtig. Sie schlug als Anfang vor, einen Runden Tisch „Bezahlbaren Wohnraum“ ins Leben zu rufen.


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