Amtsgericht Bad Iburg 22-Jähriger wegen Duzens eines Polizisten verurteilt

Von Heiko Kluge

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Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte einen 22-Jähren zu einer Geldstrafe. Er hatte einen Polizisten mehrmals gegen dessen Willen geduzt. Symbolfoto: dpaDas Amtsgericht Bad Iburg verurteilte einen 22-Jähren zu einer Geldstrafe. Er hatte einen Polizisten mehrmals gegen dessen Willen geduzt. Symbolfoto: dpa

Bad Iburg. Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte jetzt einen jungen Mann wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe. Der 22-Jährige hatte in Georgsmarienhütte einen Polizisten gegen dessen Willen permanent geduzt.

Bei der Verhandlung berichtete der Polizeibeamte von den Geschehnissen im Juli vergangenen Jahres: Gemeinsam mit einer Kollegin habe er seinerzeit in Georgsmarienhütte zwei Personen kontrolliert, die nicht angeschnallt in einem Auto unterwegs waren.

Die Kontrolle habe sich vor allem aufgrund des Angeklagten, der als Beifahrer im Auto saß, sehr emotional entwickelt, so die Aussage des Beamten. Das Auftreten des jungen Manne habe relativ herablassend gewirkt, er habe dem Amt des Polizisten keinerlei Respekt entgegengebracht. Auch als der 22-jährige seinen Personalausweis vorzeigen sollte, habe er sich quergestellt und habe das Dokument erst nach telefonischer Rücksprache mit seinem Anwalt herausgegeben. 

Permanent geduzt

Trotz mehrfacher Aufforderung das zu unterlassen, habe der Angeklagte ihn auch permanent geduzt. Laut Anklage fielen dabei Sätze wie: "Ich brauche Dir meinen Ausweis nicht zu geben!", "Weißt du überhaupt, wer ich bin?" oder "Ihr haltet uns nur an, weil wir Kanaken sind!" 

Der libanesischstämmige 22-Jährige bestätigte, dass die Sätze so gefallen seien, wie sie in der Anklage aufgeführt waren. Gleichzeitig versuchte er, sich zu rechtfertigen: „Das war aber nicht so gemeint, wie es da steht.“ Seine Verteidigerin betonte, der junge Mann habe keine Absicht gehabt, den Polizeibeamten zu beleidigen. „Er hat das nicht so schlimm empfunden, weil er jeden duzt.“ 

Sprachliche Schwierigkeiten als Ausrede

Der 22-Jährige machte darüber hinaus geltend, dass er einen Sonderschulabschluss und sprachliche Schwierigkeiten habe. Bei der Staatsanwältin konnte er damit allerdings nicht landen. Der Angeklagte habe sehr wohl seine Missachtung und Nichtachtung zum Ausdruck bringen wollen. „Sie haben da schlichtweg den Lauten gemacht, um dem Polizeibeamten deutlich zu machen, was sie von ihm halten. Ganz ehrlich: Durch einen Sonderschulabschluss ist das nicht zu entschuldigen.“

Ihrem Antrag entsprechend, verurteilte das Gericht den 22-Jährigen wegen Beleidigung in fünf Fällen zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je zehn Euro. Der junge Mann habe schlichtweg der Polizei gegenüber alles boykottiert, was geboten sei. „Sie wollten an dem Tag die Polizei vorführen und sie wollten sich der Staatsgewalt nicht beugen“, so der Richter. 

Den Satz "Weißt du überhaupt, wer ich bin?" könne man auch fast schon als versuchte Nötigung ansehen. „Ich hoffe, dass das Ganze jetzt damit sein Bewenden hat“, schärte der Richter dem 22-Jährigen ein. „Sonst sind wir ganz schnell im Bereich der Freiheitsstrafen.“


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