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Die GMHütter Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ feiert 20-jähriges Bestehen Schon 627 Lebensretter in der Region gefunden


Georgsmarienhütte. Aus dem tragischen Leukämie-Fall einer damals 14-jährigen GMHütter Gymnasiastin wurde in den vergangenen 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte: Die Stiftung „Hilfe für Petra und andere“ hat durch ihre Typisierungsaktionen bis heute mindestens 627 potenzielle Lebensretter gefunden, die Stammzellen gespendet haben.

„Eine ganze Stadt will helfen“, lautete am 8. Juni 1991 die Überschrift des ersten Artikels über die „Hilfe für Petra“. Das Schicksal der Schülerin, die das Leben noch vor sich hatte, brachte in wenigen Wochen rund 5000 Menschen in der Hüttenstadt und der Region auf die Beine, die sich typisieren ließen.

Nach zwei Rückfällen konnte nur noch eine Knochenmarkspende das Leben der 14-Jährigen retten. Ratsmitglied Hartmut Klipsch hatte den damaligen Stadtdirektor Dr. Hermann Janning über den Fall informiert. Der Vater des erkrankten Mädchens war Mitglied der Arbeiterwohlfahrt Oesede, dessen Vorsitzender Klipsch zu der Zeit war. „Angefangen hatte der Leidensweg von Petra mit einer harmlosen Mundfäule, die nicht heilen wollte“, wird in dem ersten Petra-Artikel geschildert. Nach der „niederschmetternden Diagnose: Leukämie“ seien die Therapien zunächst „erfolgversprechend“ verlaufen, heißt es weiter. Auch einen Rückfall nach wenigen Monaten „konnten die Ärzte mit aufwendigen Therapien zurückdrängen, so dass wieder Hoffnung keimte. Petras Haare wuchsen wieder, sie besuchte die Schule und trieb Sport. Sogar Reitstunden wollte sie nehmen‘“, wurde damals die Mutter in dem Bericht zitiert. Aber die „Glücksphase“ war nur von kurzer Dauer: Ein weiterer „Rückfall kam zu früh für den überanstrengten Körper Petras“. Die verzweifelte Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender begann.

Die damalige Aufgabe: möglichst schnell so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren, die bereit waren, ihr Blut daraufhin typisieren zu lassen, ob sie als Spender für Petra in Betracht kommen. Der Rat unter Vorsitz des damals gerade gewählten Bürgermeisters Heinz Lunte unterstützte die „Hilfe für Petra“-Aktion wie auch das Gymnasium Oesede, dessen Schülerin Petra war. Rund 5000 Menschen wurden typisiert, insbesondere im ehemaligen Stadtkrankenhaus GMHütte – dem heutigen Diakonie-Krankenhaus –, das damals noch in städtischer Trägerschaft stand, wurde der Großteil der Blutentnahmen durchgeführt. Doch trotz der ausgelösten Welle der Hilfsbereitschaft wurde am Ende kein passender Knochenmarkspender gefunden.

Von den damals insgesamt etwa 100000 Euro (200000 DM) Spendengeldern verblieben rund 60000 Euro, da Krebshilfe, Gesundheitsministerium oder der Bundesverband der gesetzlichen Krankenkassen die „Hilfe für Petra“ unterstützt hatten. Das Geld bildete mit Zustimmung der Eltern der im Juni 1993 gestorbenen Petra den finanziellen Grundstock für die am 23. Dezember 1992 erfolgte Gründung der „Stiftung Hilfe für Petra und andere“. Stifter waren neben Hans Licher, dem Nachfolger von Dr. Janning als Stadtdirektor, Heinz Lunte, Heinz, Hartmut Klipsch und Heinz Schröder – drei Personen, die bis heute zum Stiftungsvorstand zählen.

Kontinuität ist seit 20 Jahren einer der Gründe für die Erfolgsgeschichte von „Hilfe für Petra und andere“. Rund 150 Typisierungsaktionen hat die Stiftung seit Gründung durchgeführt – zuletzt vor einer Woche in der Realschule für eine an Leukämie erkrankte 49-Jährige aus Alt-GMHütte. Bei der Festveranstaltung am Wochenende erhalten 48 der insgesamt 627 bei Typisierungsaktionen ermittelten Knochenmark- und Stammzellenspender eine Urkunde.


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