Amtsgericht Bad Iburg Drei Jahre Haft für Diebstähle in GMHütte und Osnabrück

Von Heiko Kluge

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Auf eine beachtliche Karriere  blickte der Angeklagte in Bad Iburg zurück. Foto: Archiv/Michael GründelAuf eine beachtliche Karriere blickte der Angeklagte in Bad Iburg zurück. Foto: Archiv/Michael Gründel

Georgsmarienhütte Osnabrück . Das Amtsgericht verurteilte einen 32-Jährigen Mann wegen verschiedener Straftaten in Georgsmarienhütte und Osnabrück zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Zusätzliche ordnete es seine Unterbringung in eine Entziehungsanstalt an.

Insgesamt neun Straftaten warf die Staatsanwaltschaft dem drogenabhängigen 32-Jährigen vor. Überwiegend handelte es sich dabei um Ladendiebstähle, aber auch der Einbruch in einen PKW, Nötigung und bewaffneter Diebstahl fanden sich in der Anklageschrift. 

Noch bevor das Gericht die Personalien des in Untersuchungshaft sitzenden Mannes feststellen konnte, stellte dieser erst einmal einen Befangenheitsantrag gegen den Richter. Der habe im Vorfeld nämlich geäußert, die ihm zur Last gelegten Taten seien wohl nur ‚die Spitze des Eisbergs’. Die Staatsanwältin sah darin kein Problem – es handele sich dabei um eine subjektive Einschätzung, „die auch nicht völlig neben der Sache liegt:“

Befangenheitsantrag 

Auch nachdem der Richter den Befangenheitsantrag als unbegründet zurück gewiesen hatte, blieb das Verhalten des Angeklagten ungewöhnlich: „Ich gehe weg, ich habe keinen Bock.“ Angaben zu den Vorwürfen lehnte der Mann ab und ließ sich trotz mehrfacher Angebote des Richters während der ersten anderthalb Stunden der Verhandlung die Handschellen nicht abnehmen. 

Im vergangenen Jahr soll der Mann in GMHütte Waren aus einem Baumarkt, eine Drogerie und einem Getränkemarkt gestohlen haben. In Osnabrück hat er laut Anklage  Diebstähle in einem Elektronik-Fachmarkt und in einer Parfümerie begangen. Auch Autos soll der 32-Jährige nicht verschont haben. Drei junge Leute, die im vergangenen Mai das Oeseder Stadtfest besucht hatten, berichteten, dass der Angeklagte offenbar die nur einen Spalt geöffnete Scheibe ihres Autos mit Gewalt heruntergedrückt hatte. Als sie auf den Parkplatz kamen, hätten bereits alle Wertsachen neben das Auto gelegt. Er habe dem 32-Jährigen aufgefordert, zu warten, bis die Polizei komme, schilderte der auto-Eigentümer die Situation:  „Doch er hat gedroht, er werde sein Messer ziehen. Dann ist er auf seinem Fahrrad weg gefahren.“ 

Akten verfälscht

Der Angeklagte ging so gut wie gar nicht auf die Vorwürfen ein. Stattdessen monierte er mehrfach, die dem Verfahren zugrunde liegenden Akten und Protokolle seien verfälscht worden, wofür er offenbar den Richter für Verantwortlich hielt. „Ich respektiere sie nicht als Richter. Ich will einen anderen Richter, da sie sich selber nicht an Recht und Ordnung halten.“ Der Verteidiger des 32-Jährigen forderte, seinen Mandanten in der überwiegenden Zahl der Fälle freizusprechen. Die getroffenen Feststellungen beruhten lediglich auf Vermutungen und Schlussfolgerungen, „aufgrund dessen kann man nicht verurteilen.“ 

Die Staatsanwältin sah das ganz anders: „Der Vorwurf hat sich insgesamt bestätigt.“ In der Summer sechs Diebstähle, zwei Diebstähle mit Waffen, wobei einer davon ein Versuch geblieben sei und eine Nötigung. Mit Blick auf „16 Jahre Kriminalitätskarriere“, sah sie nicht viel Positives. Insgesamt habe der Angeklagte einen Schaden von 645 Euro angerichtet. 

Unterbringung in einer Entziehungsanstalt

Das Gericht schloss sich der Einschätzung der Staatsanwältin voll an. Beim Strafmaß blieb der Richter dann aber mit einer dreijährigen Haftstrafe um sechs Monate unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft. Mit Verweis auf das Gutachten des Sachverständigen, der dem 32-Jährigen eine Mehrfachabhängigkeit von Alkohol, Kokain und Heroin attestiert hatte, ordnete das Gericht zudem eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.


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