Johannes-Voetlause-Preis 2019 Landvolkhochschule Oesede ehrt „Vorbilder im ländlichen Raum“

Johannes-Voetlause-Preis 2019: Um Maria Brake (8. von links), Anita Lennartz (Mitte) und Annelene Ewers scharten sich Preisträger und Laudatoren. Foto: Petra PieperJohannes-Voetlause-Preis 2019: Um Maria Brake (8. von links), Anita Lennartz (Mitte) und Annelene Ewers scharten sich Preisträger und Laudatoren. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Sie sind „Vorbilder im ländlichen Raum“ und kommen aus dem Landkreis Osnabrück, dem Emsland und aus Ostfriesland. Am Sonntag wurden sie in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede mit dem Johannes-Voetlause-Preis ausgezeichnet: Anita Lennartz, Annelene Ewers und Maria Brake.

Am Sonntag wurden sie beim Landwirtschaftstag in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede (KLVHS) mit dem Johannes-Voetlause-Preis ausgezeichnet: die Ratsfrau und vielfach ehrenamtlich engagierte Anita Lennartz aus Kettenkamp, Annelene Ewers und zahlreiche Mitstreiter, die in Meppen den „Krebsfonds Ludmillenstift“ gegründet haben, sowie Maria Brake und ihr Vorstandsteam, die 2017 für die drei benachbarten emsländischen und ostfriesischen Gemeinden Bockhorst, Burlage und Klostermoor eine gemeinsame Ortsgruppe der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) ins Leben gerufen haben.

„Sie sind die Seele des ländlichen Raumes und reißen andere Menschen mit Ihrem Elan mit“, lobte Hausleiter Johannes Buß, bevor Laudatoren die Verdienste der Preisträger im Einzelnen darstellten. Der mit jeweils 1000 Euro dotierte Preis wird alljährlich in den drei Kategorien „Gemeinwesen“, „Frauen“ und „Jugend“ verliehen und erinnert an den langjährigen, 2008 verstorbenen Leiter des Hauses, Johannes Voetlause.

Unterstützung für Krebskranke und ihre Familien

Schon seit 2007 unterstützt der Krebsfonds Ludmillenstift Meppen krebserkrankte Menschen und ihre Familien. Dabei wollen die Frauen und Männer um Annelene Ewers nicht nur materielle Unterstützung geben, wie Kreislandwirt Johannes Schürbrock ausführte, sondern auch den Lebensmut der Betroffenen stärken. Sie organisieren verschiedene Projekte, um Spendengelder einzunehmen, die dann unbürokratisch an diejenigen weitergegeben werden, die durch die lang dauernde Erkrankung in finanzielle Engpässe geraten sind. Dabei sind sie besonders erfolgreich mit dem Backen traditioneller emsländischer Neujahrskuchen, den sogenannten „Rullerkes“, die so heißen, weil der noch warme Waffelteig nach dem Backen zu Hörnchen gerollt wird.

Auf humorvolle Weise berichtete Annelene Ewers, wie die Nachfrage nach Neujahrswaffeln alljährlich gestiegen sei. Die private Backstube in ihrer Küche sei an Grenzen gestoßen, ein Umzug in den Partykeller unausweichlich geworden. Inzwischen sei es so, dass von Anfang Oktober bis Anfang Dezember an jedem Werktag drei Stunden lang – „länger können die Eisen nicht, die glühen dann“ – Rullerkes gebacken würden. Und nicht nur bei Ewers, sondern auch in anderen Haushalten: „Wir haben inzwischen auch eine Männergruppe“, betonte die Organisatorin, die nebenbei auch den Sponsoren für die Teigzutaten – immerhin 1800 Eier, 380 Kilogramm Kandiszucker und 400 Kilogramm Butter sowie Berge von Mehl – dankte. 17.510 Euro erbrachte die jüngste Backaktion für den Krebsfonds.

Engagement für die kleinste Gemeinde im Landkreis

In der Kategorie „Frauen“ wurde Anita Lennartz für ihr „unermüdliches Engagement“ für die kleinste Gemeinde im Landkreis, das 1700-Einwohner-Dorf Kettenkamp bei Ankum, geehrt. Als Abgeordnete im elfköpfigen Gemeinderat, als ehrenamtliche Helferin beim Zeltlager und bei den Fahrradfreizeiten der Jugend sowie als Helferin beim Ausfüllen von Förderanträgen der 45 Kettenkamper Vereine sei die dreifache Mutter einfach unentbehrlich, befanden Katharina Glosemeyer und Anke Trecksler. Ihr Engagement für Jugend, Frauen und Senioren bilde die Basis des intakten Dorflebens. Und der von ihr erstellte Internetauftritt der Gemeinde anlässlich des 825-jährigen Bestehens vor einigen Jahren sei bis heute mustergültig.

Zum guten Schluss wurden auch die Jugendlichen um Maria Brake geehrt, die vor einem Jahr ihre drei kleinen Ortschaften zu einer konfessionsübergreifenden Gruppe der KLJB zusammenbrachten. 110 Mitglieder treffen sich dort zu sinnvollen Freizeitbeschäftigungen wie dem Bau eines Erntewagens, einer Schrottsammelaktion und anderen Arbeitseinsätzen. Auch eine Typisierungsaktion für ein an Leukämie erkranktes Kind gehört in die Erfolgsbilanz, die Annegret Westermann vorstellte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN