Anwohner fordern Schritt-Tempo Verkehrskonzept für GMHütter Stadtzentrum gesucht

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Wieder im Zähleinsatz: Feuerstätte-Anwohner Rainer Korte würde das Schild Verkehrsberuhigung, das im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Spiel- oder Wohnstraße bezeichnet wird, am Liebsten flächendeckend im Oeseder Zentrum aufgestellt sehen, um den Durchgangsverkehr fernzuhalten. Foto: ElbersWieder im Zähleinsatz: Feuerstätte-Anwohner Rainer Korte würde das Schild Verkehrsberuhigung, das im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Spiel- oder Wohnstraße bezeichnet wird, am Liebsten flächendeckend im Oeseder Zentrum aufgestellt sehen, um den Durchgangsverkehr fernzuhalten. Foto: Elbers

Georgsmarienhütte. Auf das GMHütter Zentrum kommt ab 2020 einiges an zusätzlicher Verkehrsbelastung zu, wenn die Stadt wegen des Neubaus der B 68-Brücke an der Schulstraße sowie der nahtlos folgenden Erneuerung der B51-Talbrücke rund vier Jahre zum Großbaustellenbereich wird. Anwohner fordern schon länger ein Verkehrskonzept, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren.

Es ist mittlerweile der fünfte Anlauf, den das frühere Ratsmitglied Rainer Korte, seit August 2016 inzwischen pensionierter Ex-Referent der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) und ein ausgewiesener Fachmann in kommunalen Vergleichsfragen, jetzt unternimmt, um mit selbst erhobenen Zahlen zum Verkehrsaufkommen die Notwendigkeit eines Gesamtkonzepts zu unterstreichen. Der 67-Jährige, der als Anwohner der Straße Feuerstätte von der nach seiner Beobachtung zunehmenden Belastung durch das PKW-Aufkommen betroffen ist: „Jetzt besteht schnell dringender Handlungsbedarf, sonst droht im Zentrum während der vier Jahre langen Brücken-Baustellen der Verkehrskollaps.“

Korte: Verkehrsberuhigung optimale Lösung

Zuletzt hat Korte 2016 eine Zählung im Bereich der parallel zur Oeseder Straße verlaufenden Graf-Stauffenberg-Straße vorgenommen – und auch das Fußgänger- und Fahrradfahrer-Aufkommen mit einbezogen. Denn für ihn ist eins bei der weiteren Entwicklung des Zentrums wichtig: Die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, was besonderen Schutz für die schwächsten bedeutet – also von Fußgängern, Kindern, älteren Menschen, Rollstuhlfahrern und Radfahrern.

Ein Grundfehler der Stadt- und Verkehrsplanung ist aus seiner Sicht: „Autos und Parkplätze sind seit der Gründung GMHüttes die Orientierungspunkte, an denen sich alles ausrichtet.“ Da passt für ihn auch ins Bild, dass derzeit zum Beispiel diskutiert wird, im Zuge der geplanten Neugestaltung der Oeseder Straße die Ende der 80er eingebrachten Verengungen zu beseitigen. Korte: „Dabei sollten diese Elemente damals die Option für eine Verkehrsberuhigung der Oeseder Straße offenhalten und bieten bis jetzt die Chance, jederzeit diesen Schritt zu vollziehen.“

Daher hat er auch einen einfachen Vorschlag für eine verkehrliche Lösung: Verkehrsberuhigung des Bereichs Oeseder Straße, Graf-Stauffenberg-Straße und der Straße Am Rathaus, um den Durchgangsverkehr so weit wie möglich auf die B51 zu bringen. In der Praxis heißt das: Flächendeckende Ausschilderung als Spielstraße, wie Bereiche in denen nur Schritt-Tempo erlaubt ist, umgangssprachlich häufig bezeichnet werden.

So wäre aus Kortes Sicht auch das Problem gelöst, dass die Graf-Stauffenberg-Straße wie bisher als Entlastungsstraße für die Oeseder Straße genutzt werde und faktisch die Zubringerstraße zum Zentrum“ sei. Die Belastung der Anwohner beträgt nach seiner Einschätzung bis zu 3000 Autos am Tag. Für den Oeseder letztlich Voraussetzung für ein schlüssiges Verkehrskonzept: Der gesamte Bereich zwischen der B51, Haller-Willem-Bahnlinie und Wellendorfer Straße muss in allen Planungen als Gesamtheit betrachtet werden – mit Berücksichtigung der Auswirkungen, die getroffene Regelungen jeweils für das gesamte Umfeld haben.

Auch für die Oeseder Straße sieht er Verkehrsberuhigung als „optimale Lösung“ an: „Das gewährleistet, dass in der Einkaufstraße die Geschäfte weiter angefahren werden können, aber gleichzeitig sichergestellt ist, dass nur eine langsame Durchfahrt möglich ist.“ Eine Einbahnstraßenregelung lehnt Korte kategorisch ab: „Dies führt nur zu einer Beschleunigung des Verkehrs in Fahrtrichtung.“

Aktuell kein Handlungsbedarf

Die Verwaltung sieht aber auch vor dem Hintergrund der angekündigten mehrjährigen Brückenarbeiten, die eine Sperrung der Bundesstraße zwischen Oesede Zentrum und Harderberg in beiden Fahrtrichtungen notwendig machen, aktuell keinen Handlungsbedarf im Bereich Graf-Stauffenbergstraße. Der stellvertretende Fachbereichsleiter Manfred Frühling: „An der Oeseder Straße wird etwas passieren, und hier ist ja auch schon eine entsprechende Summe im Haushalt vorgesehen. Aber an der Graf-Stauffenberg-Straße ist durch die vorgenommene Gestaltung mit ausgewiesenen Parkflächen im Fahrbahnbereich sowie Baken, die den Verkehr bremsen, im Alltag weitgehend nur eine einspurige Nutzung durch die Autos möglich. Der Platz für Begegnungsverkehr ist gar nicht gegeben.“ Deshalb sei die Straße auch als Schleichweg nicht geeignet.

Entscheidend dürfte am Ende sein, wie die ortskundigen Autofahrer aus südlicher Richtung reagieren, wenn die B51 im Zuge der Erneuerung der Oeseder Talbrücke ab der Abfahrt Zentrum (Ex-Bolte-Haus) komplett gesperrt wird. Dann gibt es die Möglichkeit, ab Stadtmitte über den nördlichen Teil der Oeseder Straße zum Harderberg beziehungsweise nach Osnabrück zu kommen, oder den Weg über die L95 und den Bereich Egge zu nehmen. Im Rathaus haben die zuständigen Bau- und Verkehrsabteilungen aber das Problem im Auge und arbeiten bereits an Lösungen, zusätzlichen Verkehr soweit wie möglich aus dem Zentrum fernzuhalten.

Rainer Korte versteht seine Konzept-Überlegungen vor allem als Diskussionsanstoß: „Es ist dringend notwendig, dass die Politik die Verkehrssituation im Zentrum noch einmal grundsätzlich in dem Blick nimmt, um Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.“


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