Gute Zahlen, schlechte Zahlen Warum der GMHütter Handel trotz Umsatzplus ein Problem hat

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Georgsmarienhütte Die 500000 Euro, die im GMHütter Haushalt 2019 für die Attraktivierung der Oeseder Straße vorgesehen sind, werden dringend benötigt: Nach den Zahlen des „Handelsmonitors 2018“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat das Zentrum seit 2015 bei den Kundenfrequenzzahlen im Schnitt sechs Prozent und an einigen Punkten bis zu 12 Prozent verloren.

Es gibt für den Einzelhandelsstandort GMHütte zunächst einmal gute Noten beim Handelsmonitor der Industrie- und Handelskammer für sieben Mittelzentren im IHK-Bezirk: Danach ist zum Beispiel der Gesamtumsatz von 2014 bis 2018 um insgesamt 17 Prozent gestiegen – von 187 auf 217 Millionen Euro. Damit liegt die Hüttenstadt deutlich über dem Durchschnittswert der Vergleichsstädte (plus 10 Prozent) und dem bundesweiten Wert, der ebenfalls 10 Prozent beträgt. Mehr aus Georgsmarienhütte lesen Sie hier.

Wachsender Online-Umsatz

In Hinblick auf die Umsatzentwicklung zeigt sich GMHütte „dynamischer als das Wettbewerbsumfeld“ und kommt hier auf den besten Plus-Wert der einbezogenen Städte vor Lingen (15,7 Prozent) und Nordhorn (10,8), Meppen (9,1) und Quakenbrück (8,7). Schlusslichter sind Melle (5,1) und Bramsche (minus 4,6).

Auch bei der einzelhandelsrelevanten Zentralität, der Kennziffer für den Handels-Umsatz im Verhältnis zur vorhandenen Kaufkraft vor Ort, gibt es mit 11 Prozent ein zweistelliges Plus im Untersuchungszeitraum, von 103 auf 114 Punkte. GMHütte übt danach also als Mittelzentrum eine deutliche Anziehungskraft auf ihr Umland aus.

Bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft, dem Anteil, der für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung steht, gibt es in den vergangenen fünf Jahren eine Steigerung von 202 auf 216 Millionen Euro. Doch für Sorgenfalten sorgt insgesamt das Umsatzwachstum des Onlinehandels. Denn während der Einzelhandel bundesweit von 2014 bis 2018 ein Plus von 14 Prozent erzielt hat, beträgt die Steigerung der über das Internet abgewickelten Handelsumsätze im gleichen Zeitraum knapp 50 Prozent. Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Standortentwicklung: „Der Online-Handel hat inzwischen insgesamt einen Anteil von mehr als zehn Prozent.“

Das Problem hinsichtlich lokaler Zahlen zum per Internet abgewickelter Bestellungen ist nach ihren Angaben: Hier finden nicht alle Umsätze vor Ort Eingang, da die Online-Geschäfte, die Großanbieter oder Ketten abwickeln, dort berücksichtigt werden, wo sich das Headquarter des Konzerns befindet, nicht aber am Wohnort des Auftraggebers.

Ein wichtiger Indikaktor für die aktuelle Entwicklung des Innenstadtbereichs ist die Kundenfrequenz. Hier hat es im Vergleich zu den Zahlen von 2015 bei den im Mai und September vorgenommenen Stichtag-Zählungen im Schnitt einen Rückgang von sechs Prozent gegeben.

Nur beim Zählpunkt Oeseder Straße/Ecke Sparkasse ist eine leichte Steigerung (plus 5 Prozent) ermittelt worden. An den anderen vier Stellen hat es Minuswerte gegeben. Besonders deutlich ist der Trend im Bereich des Rathauses, wo bis zu 12 Prozent weniger Passanten gezählt wurden.

Mit 435 Personen pro Stunde bleibt die Stelle Oeseder Straße/Ecke Rathaus aber der frequenzreichste Punkt. 2015 wurden hier allerdings noch 496 Passanten als Stundenwert ermittelt. Insgesamt liegt das Minus aber niedriger als der Mittelzentren-Schnitt von minus zehn Prozent beziehungsweise dem bundesweiten Abwärtstrend, der minus elf Prozent beträgt.

Stellenplus von zwölf Prozent

Der Einzelhandel ist in GMHütte auch unverändert ein wichtiger Arbeitgeber. Zwölf Prozent der insgesamt 1242 Betriebe vor Ort entfielen 2017 auf den Einzelhandel. Acht Prozent der 13944 gemeldeten Arbeitnehmer in der Hüttenstadt waren im Vorjahr im Handel beschäftigt. Die Bedeutung des Einzelhandels vor Ort unterstreicht auch das hier ausgewiesene Stellenplus von zwölf Prozent seit 2013.

GMHütte ist eins von sieben Mittelzentren neben Bramsche, Melle, Quakenbrück, Nordhorn, Lingen und Meppen, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) in ihrem Handelsmonitor 2018 unter die Lupe genommen wurden. Rund ein Drittel des gesamten regionalen Umsatzes im stationären Einzelhandel von insgesamt 5,7 Milliarden Euro werden danach in den sieben Städten erwirtschaftet. Die Zahlen im einzelnen: Nordhorn (454 Millionen), Lingen (392), Meppen (332), Melle (247), GMHütte (218), Bramsche (178) und Quakenbrück (110).

Die Industrie- und Handelskammer wird die Ergebnisse des „Handelsmonitor 2018“ jetzt Anfang des neuen Jahres mit Vertretern des GMHütter Einzelhandels und der Wirtschaftsförderung der Stadt erörtern. Der IHK-Handelsmonitor mit den handelsrelevanten Kennzahlen sowie einem Zentren-Check und Messungen zur Passantenfrequenz soll künftig alle zwei Jahre vorgelegt werden. IHK-Geschäftsbereichsleiterin Anke Schweda: „Das ist unser neues Instrumentarium zur Entwicklung der Mittelzentren in der Region.“


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