Eintopf und ein offenes Ohr Das wirkliche wahre Leben findet in Connys Imbiss am Harderberg statt

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Anja Tretbar gehört zu den sechs Mitarbeiterinnen, die im Imbiss von Conny Müller für die Pommesbuden-Leckereien zuständig sind. Foto: André Havergo.Anja Tretbar gehört zu den sechs Mitarbeiterinnen, die im Imbiss von Conny Müller für die Pommesbuden-Leckereien zuständig sind. Foto: André Havergo.

Georgsmarienhütte. Wenn Conny Müller sagt, bei ihr gebe es Essen wie bei Muttern, dann ist das kein Spruch, sondern wahr. Einige Gerichte, die sie beim Mittagstisch anbietet, hat sie von ihrer Mutter. Sie und ihre Kolleginnen sind Köchinnen und Serviererinnen, aber auch gute Zuhörerinnen.

Jeden Tag – außer mittwochs, dann ist Ruhetag – kommt der 75-jährige Klaus Fritzlaff zum Mittagessen in die Bude an der Kiewittsheide am Harderberg. „Seit meine Frau vor drei Jahren gestorben ist…“, beginnt er den Satz, um ihn dann zu einem anderen Ende zu bringen: „Ich habe keine Lust zu kochen.“ Die Gedanken zwischen diesen beiden Sätzen lässt er unausgesprochen.

Vor allem die Eintöpfe schmecken

Bei Conny lässt sich der Frühaufsteher und Frühmittagesser vor allem die Eintöpfe schmecken – mit Erbsen, Steckrüben oder anderen Inhalten. Diese und andere gut bürgerliche Gerichte wie Wildschweingulasch, Leber oder Rinderrouladen hat Conny Müller von ihrer Mutter gelernt. Dazu gibt es aber auch die üblichen Pommesbuden-Leckereien und den Harderberg-Burger. „Der schmeckt deftig und frisch zugleich“, erklärt Connys Mitarbeiterin Anja Tretbar. Er ist nämlich neben Röstzwiebeln auch mit Rotkohl belegt.

Foto: André Havergo.

Von ihrer Mutter hat Conny Müller wohl auch die Liebe zum Kochen geerbt. Aber es ist wohl nicht nur die Liebe, die vor allem in der Mittagszeit die Kundschaft vermehrt in den Imbiss führt. „Wir haben Spaß an dem Job“, sagt die Chefin und spricht für ihre sechs Mitarbeiterinnen gleich mit. Anja Tretbar nickt heftig und lacht. „Wir hören oft von den Kunden: Ihr seid gut drauf“, erzählt sie.

Foto: André Havergo.

Anscheinend fühlen sich die Kunden im Imbiss Harderberg auch ein bisschen heimisch. So wie Dittsche in der Eppendorfer Grillstation. Ähnlich gekleidet wie der Komiker Olli Dittrich, der den Dittsche in der gleichnamigen Comedy-Serie spielt, kommt auch Marlene mit Schlappen in die Pommesbude. Sie trägt zwar keinen Morgenmantel, dafür einen rot-weiß gepunkteten Regenmantel. „Ich komme vom Yoga“, begründet sie ihre saloppe Kleidung. Der Grund ihres Besuches gleicht dem von Klaus Fritzlaff: „Ich habe keine Lust zu kochen.“ Die 63-jährige Oesederin hat aber noch ein hungriges Maul zu versorgen: Ihren Gatten. Pommes zu Mittag sind in Ordnung. „Mein Mann ist Holländer. Er ist nicht so kompliziert“, sagt sie.

Foto: André Havergo.

In die Pommesbude von Conny Müller kommt Marlene gerne. „Die Qualität ist gut, es gibt frisches Öl und eine freundliche Bedienung“, zählt sie auf und gibt dann zu, dass sie zu Conny geht, um zu sündigen. Pommes müssen auch mal sein.

Immer ein offenes Ohr für die Kundschaft

Im Imbiss Harderberg haben die Frauen aber auch ein offenes Ohr – so wie Pommeswirt Ingo im Fernsehen. Conny muss sich aber nicht das Gequatsche von Dittsche anhören. Aber so wie der Untertitel der Serie – „Das wirklich wahre Leben“ – erlebt auch das Team aus dem Imbiss Harderberg das wahre Leben – zumindest in Auszügen. „Viele Leute erzählen, dass sie krank sind oder Angehörige gestorben sind“, sagt Conny.

Chefin Conny Müller (links) und Mitarbeiterin Anja Tretbar. Foto: André Havergo.

Für die Sorgen und Nöte ihrer Kunden haben sie und ihre Mitarbeiterinnen ein offenes Ohr. „Ich muss Geld verdienen, aber man muss ja menschlich sein“, bringt die 53-Jährige es auf den Punkt. Auch die Kolleginnen haben das Herz auf dem richtigen Fleck, sagt die gelernte Fleischereifachverkäuferin, die seit fast fünf Jahren ihren Imbiss am Harderberg betreibt. Im Team müsse es menschlich passen. „Andere Frauen würde ich auch nicht einstellen“, sagt Conny Müller.

Foto: André Havergo.

Eben das mag Klaus Fritzlaff am Imbiss Harderberg – neben den Eintöpfen natürlich. „Mit Conny und den anderen komme ich gut klar“, sagt er. Mit ihnen spricht er über Alltägliches und Persönliches. „Es ist ja nicht verkehrt, wenn man was von sich erzählt.“ Der Besuch im Imbiss Harderberg gehöre zu seinem Tages-Rhythmus, sagt Fritzlaff. Davon habe er auch seiner Ärztin erzählt. Die habe einen Blick auf seine Werte geworfen und gesagt: „Das kann nicht sein.“ Pommes, so sagt er, esse er vielleicht einmal in einem halben Jahr. Eintopf ist dagegen offensichtlich gut für die Gesundheit.


Currywurst-Pommes-Mayo-Check

Zu den knusprigen Pommes frites gesellt sich eine Currywust, die mit Curry-Paprika-Pulver bestreut ist. Durch den Ketchup bekommt die Wurst eine leichte Schärfe, die von der cremigen Mayonnaise wieder ausgeglichen wird.

Hier geht es zur Internetseite von Connys Imbiss.

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