Mehr Geld für Diakonie-Suchtberatung? Anstieg der pathologischen Glücksspieler in GMHütte

Von Wolfgang Elbers

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Die Vergnügungssteuer, die an den Automaten in den drei Spielotheken in Alt-GMHütte und den beiden Spielhallen in Oeseder Spielhallen sowie den insgesamt 16 Spielgeräten in 7 GMHütter Gaststätten anfällt, ist im laufenden Jahr deutlich angestiegen. Foto: Archiv/dpa/LeonhardtDie Vergnügungssteuer, die an den Automaten in den drei Spielotheken in Alt-GMHütte und den beiden Spielhallen in Oeseder Spielhallen sowie den insgesamt 16 Spielgeräten in 7 GMHütter Gaststätten anfällt, ist im laufenden Jahr deutlich angestiegen. Foto: Archiv/dpa/Leonhardt

Georgsmarienhütte Das legale Glücksspiel an den jeweils zwölf Spielgeräten in den fünf GMHütter Spielotheken sowie den 16 Automaten, die in sieben Gaststätten stehen, sorgt nicht nur für steigende Steuereinnahmen, sondern hat auch negative Folgen: Im laufenden Jahr suchten 27 pathologische Glücksspieler und acht Angehörige Hilfe bei der Suchtberatung der Diakonie.

Die Rechnung ist aufgegangen: Durch die zum 1. April erfolgte Erhöhung der Vergnügungssteuer für Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeit von 16 auf 20 Prozent erzielt die Stadt 2018 wohl Mehreinnahmen von mehr als 60.000 Euro – rund 460.000 Euro statt knapp 400.000 im Vorjahr. GMHüttes Erster Stadtrat und Kämmerer Karl-Heinz Plogmann hatte durch den um vier Prozent erhöhten Steuersatz mit Mehreinnahmen von 10.0000 Euro erwartet, was in etwa dem auf einen Jahreszeitraum hochgerechneten bisherigen Steueraufkommen für die Monate von April bis Dezember entspricht.

Kostenloses Beratungsangebot

Dabei hatte CDU-Ratsmitglied Andre Averdiek, der im Februar als einziger gegen die Erhöhung der Vergnügungssteuer gestimmt hatte, noch negative Folgen gesehen: Den verbliebenen Bestandsspielhallen drohten danach wirtschaftliche Probleme genauso wie den Gastwirtschaften mit Geldspielgeräten, zumal Letztere ab Mitte November 2019 nur noch maximal zwei statt derzeit drei Automaten in ihren Räumen anbieten dürfen.

Die Probleme gibt es vielmehr an anderer Stelle: Die Zahl pathologischer Glücksspieler nimmt nach Angaben der Diakonie-Fachstelle für Sucht und Suchtprävention am Alt-GMHütter Kasinopark zu. Im laufenden Jahr suchten hier bisher 27 Glücksspieler sowie 8 Angehörige Hilfe.

Ab Januar haben bisher insgesamt rund 275 Bürger das kostenlose Sucht-Beratungsangebot der Diakonie in GMHütte wahrgenommen. Schwerpunkt ist weiter die Alkoholsucht, wo die Fachstelle in diesem Jahr schon mehr als 180 ambulante Entgiftungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Klinikum am Kasinopark und der Fachklinik Möhringsburg durchgeführt hat.

Antrag auf höheren Zuschuss

Doch insbesondere die Inanspruchnahme im Bereich des pathologischen Glücksspiels sei deutlich gestiegen, wie die Caritas in einem Antrag an die Stadt zur Erhöhung des bisher 5000 Euro jährlich betragenden Zuschusses ausführt. Im Bereich Glücksspielberatung und -Prävention ist hier eine Fachkraft tätig, die auch bedarfsorientierte Gruppen anbietet.

Dienstagabend dürfte im GMHütter Finanzausschuss bei finalen Etatrunde vor der für Mitte Dezember vorgesehenen Verabschiedung des Haushalts 2019 die Vorentscheidung fallen, ob der städtische Zuschuss aufgestockt wird.


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