GMHütter Schüler machen Geschichte lebendig Informationstafeln zu Paul von Hindenburg übergeben

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Hindenburg und Du: Bürgermeister Ansgar Pohlmann, Sophia Frankenberg und Deborah Hune (von links) unterhalten sich an der neuen Hindenburg-Tafel über Lehren aus Hindenburgs Leben für die heutige Zeit. Foto: Ullrich SchellhaasHindenburg und Du: Bürgermeister Ansgar Pohlmann, Sophia Frankenberg und Deborah Hune (von links) unterhalten sich an der neuen Hindenburg-Tafel über Lehren aus Hindenburgs Leben für die heutige Zeit. Foto: Ullrich Schellhaas

Georgsmarienhütte. Wer war eigentlich dieser Paul von Hindenburg, nachdem in Alt-GMHütte eine Straße benannt ist? Und sollte überhaupt noch eine Straße nach dem Chef der Obersten Heeresleitung im Ersten Weltkrieg und späteren Reichspräsidenten benannt sein? Drei neue Informationstafeln zeigen jetzt ein Bilder und kurze Informationen zu Hindenburg. Schüler haben sie zusammengestellt.

Soldat, Held von Tannenberg, Chef der OHL, Diktator, Verweigerer eines Friedensvertrags, Politiker, Reichspräsident, Steigbügelhalter für Hitler - an der Person Paul von Hindenburg scheiden sich die Geister, wobei inzwischen die kritischen Töne überwiegen. Auch die Schüler des Gymnasiums Oesede, die sich im Grundkurs Geschichte im vergangenen Jahr ausführlich mit Hindenburg beschäftigten, kommen zu wenig positiven Bewertungen. 

"Als populärer General im Ersten Weltkrieg hat er entscheidend dazu beigetragen, den Krieg zu verlängern und die Zahl der Opfer zu erhöhen", sagte Deborah Hune bei der offiziellen Vorstellung der nun aufgestellten drei Gedenktafeln, "denn Friedensinitiativen und Kompromisse waren nicht seine Sache." Noch während der Diskussion um eine Umbenennung der Straße im GMHütter Stadtteil war die Kommune an das Gymnasium herangetreten und hatte um Informationen für die schon seinerzeit angedachten Tafeln gebeten. 

Hindenburg und Du

Drei jeweils identisch gestaltete Steelen mit Fotos und kurzen Abrissen aus Hindenburgs Zeit als Generalfeldmarschall und  Chef der Obersten Heeresleitung wie auch über seine Rolle als Reichspräsident der Weimarer Republik stehen nun am Anfang, am Ende und in der Mitte der Alt-GMHütter Straße. "Bevor wir uns näher mit Hindenburg beschäftigt haben, haben wir uns die Frage gestellt, ob er überhaupt noch eine Bedeutung für heute hat", sagten die Schüler.

Für sie von entscheidender Bedeutung war dabei ein Zitat des Ausschwitz-Überlebenden Primo Levi. Der sagt mit Blick auf die Nazi-Herrschaft: "Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen." Diese Aussage stellten die Schüler als zentrale Information in den dritten Abschnitt der Gedenktafel, überschrieben mit "Und die Bedeutung heute?" Sie verwiesen bei der Eröffnung auf den Emmanuel Macron, der anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jahrestag des Friedensvertrags zum Ersten Weltkrieg gemahnt hatte, dass Kraft, Größe und Besonnenheit für eine friedliche Zukunft nötig seien. 

Für die Zukunft gewappnet

Diesen Aspekt griff auch Bürgermeister Ansgar Pohlmann auf, der die Tafel am unteren Ende der Hindenburgstraße gemeinsam mit den Schülern enthüllte. Er zeigte sich überzeugt, dass GMHütter Bürger aus der Geschichte gelernt haben und unter anderem mit Demonstrationen gegen populistische und radikale Tendenzen gut aufgestellt seien. Zudem dankte er den Schülern und ihrem Lehrer Christoph Geffert für die geleistete Arbeit. 


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