Leuchtturmprojekt für Klimaschutz GMHütter Stadtwerke nutzen wieder Abwärme des Stahlwerks

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Im Sommer vorgenommen:  die Sanierung des alten Wärmespeichers neben dem Gebäude mit dem Elektrolichtbogen-Ofen. Foto: Archiv/WestdörpIm Sommer vorgenommen: die Sanierung des alten Wärmespeichers neben dem Gebäude mit dem Elektrolichtbogen-Ofen. Foto: Archiv/Westdörp

Georgsmarienhütte Vor rund 30 Jahren wurde die Abwärmenutzung vom Stahlwerk Georgsmarienhütte im Fernwärmenetz erstmals in Betrieb genommen und ermöglichte bis 2009 die Nutzung der Abwärme, die während der Stahlproduktion der Georgsmarienhütte GmbH entsteht. Dann ist die Dampfanlage außer Betrieb genommen worden. Jetzt erlebt das GMHütte Fernwärmenetz ein Comeback und gilt bereits als landesweites „Leuchtturmprojekt“.

Die technischen Reaktivierungsarbeiten, zu denen auch die Abwärmekopplung vom Stahlwerk zählt, laufen bereits seit einigen Monaten mit einem neuen Wärmetauscher. Am Donnerstag dieser Woche erfolgt jetzt der offizielle „symbolische Knopfdruck“ für die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) bereits zum „Leuchtturm energieeffizienter Abwärmenutzung“ gekürte Wärmeübergabe.

Investition von 1,1 Millionen Euro in Infrastruktur

„Das ist technisch eine hoch spannende Inbetriebnahme, da bei der Wärmeauskopplung wieder zwei Regelkreise miteinander vernetzt werden müssen“, hat Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Dorroch kürzlich schon im Betriebsausschuss deutlich gemacht, dass hier sowohl auf Seiten des Stahlwerks als auch des kommunalem Energieversorgers einige Herausforderungen zu meistern sind.

Der Klimaschutz in der Region ist der große Gewinner, wenn künftig die bei der Stahlproduktion anfallende Abwärme, die von Experten auf einer Stufe mit Sonnen- und Windenergie gesehen wird, wieder für die Wärmeversorgung durch die GMHütter Stadtwerke genutzt wird. Rund 1,1 Millionen Euro sind in die notwendige Erneuerung der Infrastruktur geflossen, damit GMHütter Betriebe, Einrichtungen und Haushalte wieder mit Fernwärme versorgt werden können.

Der Erfolg: Durch die Nutzung der industriellen Abwärme können jährlich mehr als 900 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Über eine Wärmetrasse wird die von Heißdampf zunächst in Warmwasser und dann in einem Wärmetauscher in Energie umgewandelte Abwärme in das Heizkraftwerk der Stadtwerke geleitet.

Dorroch: Zukunftsinvestition in Sicherstellung der Wärmeversorgung

Für Stadtwerke-Geschäftsführer Dorroch eine „Zukunftsinvestition in die Sicherstellung der Wärmeversorgung“, wie er im Juni im Stadtplanungsausschuss herausgestellt hat. Denn geplant ist, zum Beispiel das geplante Baugebiet unterhalb des Schulzentrums in Oesede, wo insgesamt rund 300 Wohneinheiten entstehen könnten, als auch Betriebe im Gewerbegebiet Harderberg ans neue Fernwärmenetz anzuschließen. Jörg Dorroch: „Das gemeinsame Projekt mit dem Stahlwerk hat für die Stadt ein enormes Potenzial. Das ist ein wichtiger lokaler Beitrag zur Energiewende.“


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