Kinder sollten in Frieden aufwachsen GMHütter Schüler gestalteten Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Franca Heuer

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Totengedenken auf dem Waldfriedhof in Kloster Oesede mit Bürgermeister Ansgar Pohlmann (mitte). Schüler hatten den Akt mitgestaltet. Foto: Franca HeuerTotengedenken auf dem Waldfriedhof in Kloster Oesede mit Bürgermeister Ansgar Pohlmann (mitte). Schüler hatten den Akt mitgestaltet. Foto: Franca Heuer

Georgsmarienhütte 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs fand am Sonntag die zentrale Gedenkfeier zum 99. Volkstrauertag auf dem Waldfriedhof in Kloster Oesede statt. Zusätzlich zur Kranzniederlegung gestalteten Schüler der Georgsmarienhütter Realschule, der Sophie-Scholl-Hauptschule und des Gymnasiums Oesede ein Rahmenprogramm.

Die Schüler der drei weiterführenden Schulen hatten sich in Zusammenarbeit mit dem Kloster Oeseder Heimatverein intensiv mit den Weltkriegen und ihren Opfern auseinandergesetzt.

Sie erzählten wie der kanadische Offizier John McCrae 1915 in Ypern die ersten Zeilen seines berühmten Gedichtes „In Flanderns Feldern blüht der Mohn“ aufgeschrieben hatte. Auf der anderen Seite der Front kämpften damals auch Soldaten aus Kloster Oesede in Flandern.

Nach McCraes Tod wurde der Mohn zum internationalen Symbol des Erinnerns. Ein Symbol, das auch die Schüler in ihrem Programm aufgriffen. Sie legten einen rotgeblümten Kranz und ein selbstgestaltetes Bild am Kreuz der Denkmalstätte nieder.

Dass die Angehörigen von Gefallen hier unter uns sind, machte das Beispiel einer Schülerin besonders deutlich. Sie erzählte wie sie im Zuge der Recherche herausfand, dass der Vater ihrer Großtante im Ersten Weltkrieg in Russland gefallen war. Die Familie konnte hierzulande kein Grab einrichten, da seine Überreste nie überführt wurden. Denkmäler und Gedenkstätten wie die in Kloster Oesede bieten diesen Familien einen Ort zum Trauern.

Die Schüler stellten in ihren Beiträgen zudem aktuelle Bezüge her. Sie verwiesen auf die derzeitige politische Situation und die Tatsache, dass in vielen Ländern immer noch Krieg herrscht. „Die Vergangenheit erklärt uns die Gegenwart. Es gibt nicht überall Frieden. Es ist wichtig, dass wir miteinander sprechen. Wir dürfen nicht vergessen.“, erklärte eine Schülerin.

„Wir sind hier in Georgsmarienhütte multikulti. Das waren wir immer schon, das macht uns aus. Alle Eltern wünschen sich doch, dass ihre Kinder in Frieden aufwachsen. Wir müssen Verantwortung übernehmen“, so ein anderer Schüler.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann schloss sich dem Friedensappell an. „Lasst Frieden nicht nur ein Wort, sondern eine Lebensweise sein“, so Pohlmann.

Gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Vereine und Verbände legte er dann den Kranz nieder. Die Klosteraner Schützenkapelle sorgte bei der Veranstaltung für musikalische Umrahmung .


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