Vortrag in Holzhausen Die Tücken des Erbrechts - Experte klärt in GMHütte auf

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Rechtsanwalt und Notar Christian Pope informierte im Pfarrheim über wichtige Grundbegriffe und Sachverhalte zum Thema Erben und Vererben. Foto: Marius PaulRechtsanwalt und Notar Christian Pope informierte im Pfarrheim über wichtige Grundbegriffe und Sachverhalte zum Thema Erben und Vererben. Foto: Marius Paul

Georgsmarienhütte. Mit dem Thema Erben und Vererben setzt sich ein Großteil der Menschen häufig viel zu spät auseinander. Diese Erfahrung hat auch Rechtsanwalt und Notar Christian Pope gemacht. Dass frühzeitige Regelungen aber durchaus sinnvoll sein können, verdeutlichte der Experte auf einem Diskussionsabend der Kolpingfamilie Holzhausen-Ohrbeck.

Besitzt ein handschriftliches Testament noch Gültigkeit? Was ist bei einem gemeinsamen Testament für Ehepartner zu beachten und wie sieht eigentlich die gesetzliche Erbfolge aus? Diese und viele weitere Fragen tauchen bei der Auseinandersetzung mit dem Erbrecht regelmäßig auf und standen auch an diesem Abend im Mittelpunkt.

„Insgesamt ist dies eine Thematik mit der man sich ungern auseinandersetzt, weil gewisse Berührungsängste vorhanden sind“, erklärt Pope. Dennoch sei es wichtig in Ruhe nachzudenken, zu planen und rechtzeitig zu handeln.

Auch ohne notarielle Unterstützung

Heutzutage bestehe nach wie vor die Möglichkeit ein gültiges Testament ohne notarielle Unterstützung handschriftlich zu verfassen. Dabei sei jedoch zu beachten, dass das gesamte Dokument vom Erblasser eigenhändig geschrieben worden sein muss und über Datum und Unterschrift verfügt, so der Jurist.

Grundsätzlich rate er den Menschen dazu, entweder ein Testament niederzuschreiben, oder bereits zu Lebzeiten eine vorweggenommene Erbfolge in die Wege zu leiten. „Natürlich bleiben diese Entscheidungen jedem selbst überlassen, allerdings gibt es bei der gesetzlichen Erbfolge strikte Vorgaben, die für die Betroffenen häufig unvorhergesehene Auswirkungen haben.“ Ein fehlendes Testament setzt einen Prozess in Gang, bei dem zunächst die Verwandten in einer bestimmten Reihenfolge mit dem Erbe betraut werden. Dabei liegen der Verteilung feste Quoten zugrunde, anhand derer die Erbanteile möglicher Ehepartner, Kinder und Enkelkinder errechnet werden.

Steuerliche Überlegungen

Außerdem seien laut Pope Regelungen wie Pflichtteilsrechte, Schenkungen und steuerliche Überlegungen zu beachten. „Man erlebt es leider immer wieder, dass es unter den Erben zu Streitigkeiten kommt, weil einzelne Sachverhalte nicht zweifelsfrei geklärt worden sind. Deshalb sollte man sich vorher kundig machen und gegebenenfalls eine notarielle Beratung in Betracht ziehen. Die Kosten belaufen sich dabei in der Regel auf einen Prozent des Vermögenswertes.“ Dann könne man sich aber sicher sein, dass alle Eventualitäten berücksichtigt und in eindeutigen Formulierungen umgesetzt werden. Dies gelte beispielsweise auch im Falle eines gemeinsamen Testaments von Ehepartnern. Dabei spielen unter anderem verschiedene Möglichkeiten des Widerrufs und genaue Erbverteilungen eine wichtige Rolle.

Nachlass frühzeitig und sorgsam planen

Zum Abschluss des Diskussionsabend plädierte der Notar für eine frühzeitige und sorgsame Nachlassplanung: „Das Erbrecht ist ein kompliziertes Themengebiet und man sollte sich ausreichend Zeit einräumen, um sich damit zu beschäftigen. Man vererbt schließlich nicht nur positives Vermögen, sondern auch gleichsam seine Schulden.“


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