Nachtschwärmer Fröhliche Fahrt von Bühne zu Bühne in GMHütte


Georgsmarienhütte. Reichlich Andrang und gute Stimmung herrschten bei der diesjährigen Georgsmarienhütter Kneipentour. Neun Bühnen boten ein vielseitiges Musikprogramm und auch das Wetter spielte mit.

„Oh, wie ist das schön“ schallte es aus dem Businneren, als sich die Türen am Kasinopark öffneten. Ein Schwall an Fahrgästen drängte hinaus. Es dauerte, bis die Wartenden einsteigen konnten. Insgesamt vier Busse standen bei der Kneipentour für den Pendelverkehr zur Verfügung. Wer wollte, konnte sich so die volle musikalische Bandbreite des Abends gönnen. In den neun beteiligten Kneipen reichte diese von aktuellen Pophymnen über Blues und Country bis hin zu kernigem Rock. So erklang etwa der Dire Straits-Klassiker „Walk of Life“ von der Open-Air Bühne an der Bistrothek Filou, wo sich die „Cover Connection“ gitarrenlastig ins Zeug legte. An den Stehtischen wurde im Kerzenschein geplaudert und im Takt der Musik gewippt. Auf Bänken hatten es sich einige Besucher mit Decken bequem gemacht. Wer näher an die Bühne wollte, fand seinen Weg. Die Freifläche draußen war zwar gut gefüllt, drangvolle Enge herrschte aber nicht. „Die Stimmung ist heute Abend so glänzend wie der Sternenhimmel“ kommentierte der Georgsmarienhütter Thimo Klein lachend, um dann auf seine Pudelmütze und die Atemwolken in der Luft zu zeigen. „Es ist zwar trocken, aber schon recht frisch, deshalb habe ich mich warm eingepackt.“

Im Rhythmus der Nacht

Einige Meter weiter, im Restaurant und Café Kasinopark, leistete die Nebelmaschine ganze Arbeit und hüllte den Saal in weiße Schleier. In der angenehm schummrigen Atmosphäre beschwor die Partyband „root 49“ den bekannten „Rhythm of the Night.“ Der Eurodance-Hit aus den frühen 90ern kam beim Publikum gut an, dass ausgelassen die Tanzfläche bevölkerte. Wer nach den heißen Rhythmen die Abkühlung suchte, konnte draußen Platz nehmen und beim Blick auf die plätschernde Seefontäne des Kasinoparks entschleunigen.

Nicht immer einfach schien der Umgang mit dem Busfahrplan zu sein. „Ich blicke da gerade nicht durch“ gestand ein Besucher mit Blick auf die Tabellen. „Du musst das Ding auch richtig rum halten“ lautete da der feixende Vorschlag eines Freundes. An der Haltestelle öffnete da bereits der nächste Bus zum Besucherwechsel seine Türen. Auf die Frage, wie ihm die Arbeit an diesem Abend gefalle, hatte Busfahrer Dieter Wallenhorst eine klare Antwort: „Super! Alles ist locker und lustig. Die Leute sind einfach gut drauf.“ Zwei Minuten später setzte sich das Fahrzeug sachte in Bewegung. Einige Insassen mussten sich dennoch abrupt festhalten. Nicht bei jedem schien zu dieser vorgerückten Stunde der Gleichgewichtssinn noch voll ausgebildet zu sein. Der friedlichen Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. „Die Leute steigen ein und aus und ich muss nichts abkassieren. Das macht es für mich leicht“ beschrieb Wallenhorst die Vorzüge seiner Arbeit. Als gelegentlicher Nachtbusfahrer seien ihm die späten Arbeitszeiten ohnehin nicht fremd.

Eine gute Zeit

Über dem Südring rauschte der Bus in entspannter Fahrt dem Brauhaus Dröge entgegen. Dort schien sich das Geschehen auf die Straße verlagert zu haben, so der erste Eindruck. Dichte Menschentrauben hatten sich am Bierstand und vor dem Eingang versammelt. Feuerschalen sorgten für stimmungsvolles Licht und wurden auch als willkommene Wärmequelle genutzt. Viele der Neueingetroffenen stießen hier offenbar auf alte Bekannte, mit denen die bisherigen Eindrücke des Abends geteilt wurden. „Hier kennt fast jeder jeden. Man trifft sich und hat zusammen eine gute Zeit“ so Rainer „Richie“ Vogelsang. Im Innern des Brauhauses Dröge heizten die drei Musiker der „Thirty Toes“ dem Publikum mit eingängigen Melodien ein. Zeitweise kam kaum jemand hinein oder hinaus, so groß war der Andrang. Rund um den zur Bühne umfunktionierten Holzpavillion wurde ausgiebig mitgeklatscht und -gesungen. Die Bedienung hielt dies nicht davon ab, volle Biertablets gekonnt über die Köpfe der Menge zu balancieren.

Mehr Platz hatten die Gäste in der Musikkneipe Tor drei und im benachbarten Kolpinghaus, wo die Bands „Blue Scream“ und „Hangover“ für Partylaune sorgten. Auf dem kurzen Weg zwischen den beiden Spielorten strömten kleine Grüppchen beständig hin und her.

Erst gegen 2.30 Uhr, die letzten Takte der Live-Musik waren da längst verklungen, wurden dann auch bei den Shuttle-Bussen die Zündschlüssel abgezogen.


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