Aktion für die Zukunft des Stahlstandorts GMHüttes Bürgermeister begleitet IG-Metaller zum Stahlgipfel

Gemeinsam für den Stahlstandort Georgsmarienhütte: (von links) der IGMetall-Bevollmächtigte Stephan Soldanski, Betriebsrätin Monika Friebe, Bürgermeister Ansgar Pohlmann und Georgsmarienhütte-Arbeitsdirektor Felix Osterheider vor dem Eingangtor des Stahlwerks an der Neuen Hüttenstraße, von wo aus es am Montag kommender Woche zum Stahlgipfel nach Saarbrücken geht. Foto: ElbersGemeinsam für den Stahlstandort Georgsmarienhütte: (von links) der IGMetall-Bevollmächtigte Stephan Soldanski, Betriebsrätin Monika Friebe, Bürgermeister Ansgar Pohlmann und Georgsmarienhütte-Arbeitsdirektor Felix Osterheider vor dem Eingangtor des Stahlwerks an der Neuen Hüttenstraße, von wo aus es am Montag kommender Woche zum Stahlgipfel nach Saarbrücken geht. Foto: Elbers

Georgsmarienhütte Bürgermeister Ansgar Pohlmann (CDU) ist schon häufiger gemeinsam mit der IG Metall bei Protestaktionen auf die Straße gegangen, um für den Stahlstandort GMHütte Flagge zu zeigen. Aber diesmal ist es ein besonderer Anlass: Am Montag kommender Woche fährt er mit Gewerkschaftsmitgliedern und Vertretern der Geschäftsleitung der Georgsmarienhütte GmbH zum „Ersten Nationalen Stahlgipfel“ nach Saarbrücken.

Die deutsche Stahlindustrie steht derzeit vor großen Herausforderungen, was Energiepolitik, Klimaschutz oder den Export erschwerende Schutzzölle betrifft. Auch die Georgsmarienhütte GmbH ist hier als Stahllieferant der Automobilindustrie betroffen. Da ist es wichtig, mit möglichst breiter Unterstützung von der Politik deutliche Signale zur Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte zu fordern.

„Besser-statt-billiger“-Strategien

Um halb sechs am Montag, 22. Oktober, startet der Bus mit mehr als 50 Teilnehmern vom Eingangstor des Stahlwerkswerks an der Neuen Hüttenstraße Richtung Saarland, wo um 14.30 Uhr die Stahlgipfel-Veranstaltung Premiere hat. Teilnehmer sind Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Stahlindustrie, Zulieferer, Gewerkschaften und Wissenschaft. Einer der Schwerpunkte: Deutlich zu machen, wie wichtig die Stahlbranche für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland ist, und dass zur Absicherung der Arbeitsplätze ein fairer Wettbewerb und gleiche Chancen Grundvoraussetzungen sind.

Fokus auch auf Umweltaspekte

Fahrt-Koordinator Stephan Soldanski, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück: „Wir wollen den politischen Entscheidungsträgern aus Brüssel, Berlin und den Bundesländern deutlich zeigen, dass Stahl eine Zukunft braucht.“ Die Gewerkschaften seien dabei klar für umweltfreundlich produzierten, sauberen Stahl.

Soldanski: „Sollte die Stahlproduktion allerdings aufgrund von politischen Rahmenbedingungen aus Europa verdrängt werden und anderswo stattfinden, ist dort der Ausstoß von Treibhausgasen um ein Vielfaches höher.“ Es gehe darum, in Zukunft mehr „Besser-statt-billiger“-Strategien umzusetzen. Für Erstaunen hat bei seinen Kollegen in anderen Metall-Bezirken der Hinweis gesorgt, dass aus GMHütte auch der Bürgermeister mit nach Saarbrücken fahrt: „Das wird schon als besonders starke Unterstützung gewertet.“

Die Einschätzung hat auch Felix Osterheider, Arbeitsdirektor des Stahlwerks Georgsmarienhütte GmbH: „Dass unser Bürgermeister für den Stahl aus GMHütte Flagge zeigt, ist großartig. Geschäftsführung und Belegschaft sagen dafür Danke.“

Kampf für den Standort

Für GMHüttes Bürgermeister ist die persönliche Präsenz selbstverständlich: „Die Georgsmarienhütte GmbH ist nach wie vor eines der bedeutendsten Unternehmen für Beschäftigung, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Verantwortung in unserer Region.“ Der erste Stahlgipfel sei ein starkes Signal, dass alle Länder und Regionen an einem Strang ziehen. Pohlmann: „Wir aus Georgsmarienhütte können und müssen jedenfalls für einen starken Standort kämpfen.“ Er hofft in einer Woche auf verlässliche politische Aussagen. Vielleicht lasse sich der ein oder andere Impuls auch direkt in die Diskussion einbringen.

Auch die Georgsmarienhütte erhofft sich von der Stahlgipfel-Premiere einiges. Arbeitsdirektor Osterheider: „Ohne Stahl von hier gibt es keine umweltgerechte Mobilität. Das kann man gar nicht oft genug erklären und betonen.“

Es gehe nicht allein um Arbeitsplätze, sondern letztlich um die Frage: „Ob Deutschland eine Industrie nach wie vor will, die unseren Wohlstand sichert und damit auch zig Dienstleistungen, die an uns dranhängen.“ Alle Landesregierungen in Deutschland hätten bereits ein Bekenntnis zur Stahlindustrie abgegeben. Osterheider: „Das ist super“. Jetzt hofft er, dass durch den Stahlgipfel „unsere ganze Nation die Schlüsselindustrie auch als solche wahrnimmt“.

Hoffnung auf bessere Rahmenbedingungen

IG Metall und Stahlwerk-Geschäftsführung hoffen, dass es zum Beispiel bei den Energiekosten Entlastung gibt. Soldanski: „Es kann nicht sein, dass sich der von Stahlwerken selbst produzierte Strom noch durch EEG-Abgabe und Mehrwertsteuer verteuert. Da muss der Gesetzgeber dringend etwas tun, damit wir wettbewerbsfähig bleiben.“

Von der Georgsmarienhütte Holding GmbH wird Frank Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung, in einer Woche in Saarbrücken bei der Stahlgipfel-Talkrunde zum Thema „Handelspolitik und fairer Wettbewerb – Globale Entwicklung und regionale Perspektiven“ neben dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und dem Betriebsratsvorsitzenden der Georgsmarienhütte, Siegfried Gervelmeyer, mit am Tisch sitzen.


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